Inhaltsangabe



Seite:


Supersport American Football 3 – 4



Chronologie des Profifootballs 5 – 6

Die Ausrüstung 7 – 9



Aufbau und Position der Spieler beim Football 10 – 12



Aufgaben der Spieler 13 – 19



Das Spiel 20 – 24



Der Superbowl 25 – 26



Der Football erobert Europa 27 – 28



Footballsprache 29 – 30



Die Geschichte des Cheerleading 31 – 35



Grundbegriffe des Cheerleadings 36 – 41



Quellenangabe 42

American Football


Supersport American Football



American Football ist eine faszinierende Sportart. Doch ist sie den meisten in ihren Regeln sehr unverständlich. In meinem Referat möchte ich allen diese Sportart etwas näher bringen.


Der Name „American Football“ sagt es bereits. Diese Sportart ist nicht in Europa entstanden, sondern sie entwickelte sich in mehr als 120 Jahren in den USA zu dem, was heute für Millionen Amerikaner das Freizeitvergnügen Nummer eins ist. Und das an jedem Wochenende von August bis Januar. Nun ist der Football bereit, die Welt zu erobern, denn die Zeit ist dafür gekommen. Aber wie nahezu alle amerikanischen Errungenschaften, geht auch Football auf Ursprünge in Europa zurück. Er ist mit dem europäischen Fußball und dem Rugby verwandt und hat die gleichen Wurzeln. Ob es nun in China war, oder tatsächlich in England, das aller erste footballähnliche Spiel fand mit Sicherheit nicht in Amerika statt. Aber der Eifer, mit dem die Amerikaner ihre Variante dieser Ursportart auf ihren Geschmack zuschnitten, erschöpfte sich nicht in den sportlichen Modifikationen des eigentlichen Spiels.


Als aus potentiellen Zuschauern Zielgruppen wurden, aus kameradschaftlichen Vereinszusammenschlüssen Wirtschaftsunternehmen und aus Sportveranstaltungen Medienereignisse, da hielten die Amerikaner gerade im Football mit.


Footballspiele in den USA (und durch die World League auch in Europa) werden nicht einfach nur gespielt – sie werden geradezu zelebriert. Das beginnt für die Zuschauer vielleicht schon am Morgen des Spiels: Die größeren Distanzen in den USA bedingen für so manchen Fan Anfahrten über Hunderte Meilen zum Match seiner Favoriten. Und wie es sich für Amerikaner gehört, ist die komplette Familie mitsamt dem zusammenklappbaren Barbecue Grill mit dabei.


Zelebriert werden auch die Spieler. Besonders erhebend ist der Augenblick, wenn vor dem Superbowle, dem Endspiel der zwei besten Profimannschaften der Saison, dessen Sieger sich in der Theorie vielleicht etwas selbstherrlich in der Praxis, aber wohl noch auf Jahrzehnte hinaus gerechtfertigt, „Weltmeister“ nennen darf, die Stars der Mannschaften einzeln, begleitet von der sonoren Stimme des Stadionsprechers, der penibel Name, Größe, Gewicht und die Hochschule, an der der Spieler seinen Abschluss erworben hat, verkündet, in ein mit 80.000 Menschen gefülltes Stadion einlaufen.


Ebenfalls gefeiert wird auch die Halbzeitpause. Was kümmert es die Zuschauer, dass Trainer und Spieler eine körperliche und taktische Atempause benötigen? Sie haben schließlich Eintritt bezahlt und verlangen ein Dreistundenunterhaltungs-programm nonstop. Da verwandelt sich ein Footballstadion durchaus schon einmal in Disneyland oder in eine Konzerthalle. Sport ist Entertainment und Entertainment ist alles.




Wie alle erfolgreichen Spiele ist der Grundgedanke des Footballs einfach, nahezu banal. Die beiden Mannschaften versuchen, ihre Territorien auf das des Gegners auszudehnen. Doch um diese Grundidee herum rankt sich ein selbst für Fachleute nicht immer auf Anhieb zu durchschauendes Regelsystem. Nicht umsonst überwachen sieben Schiedsrichter das Spiel und sprechen alle sieben ihre Entscheidungen durch, bevor sie diese den Spielern und den Zuschauern bekannt geben. Außerdem wacht bei den Profispielen ein weiterer Schiedsrichter, ausgestattet mit dem nötigen Video-Equipment über die Entscheidungen.


Wenn es überhaupt eine Sportart gibt, bei der Schwerathleten gemeinsam mit Leichtathleten (und nur gemeinsam!) Erfolg haben können, dann ist dies Football. Und wenn es eine Sportart gibt, bei der „Köpfchen“ ohne Kraft nichts Wert ist und Muskeln ohne Verstand genauso wenig, dann ist dies Football. Erfolge im Football lassen sich nur durch die Koordination aller Fähigkeiten, die menschlichen Körper und Geist gegeben sind, erreichen.




(Anschauung: Welcher Sport wird wie oft betrieben, in den USA)

Chronologie des Profifootballs:



1869

Die College-Teams Rugers und Princetion tragen am 6. November das erste Fußballspiel überhaupt in den USA aus. American Football in seiner heutigen Form beginnt sich zu entwickeln.

1876

In Massasoit werden erstmals die Regeln für American Football niedergeschrieben.

1898

Der Touchdown wird von vier auf fünf Punkte aufgewertet.

1904

Ein Field Goal gilt nicht mehr fünf, sondern vier Punkte. Ohio hat inzwischen sieben Profimannschaften.

1909

Ein Field Goal zählt nur noch drei Punkte.

1912

Ein Touchdown wird auf sechs Punkte aufgewertet.

1920

Drei Hauptprobleme machen der Liga zu schaffen:

  • blitzartig steigende Gehälter,

  • dauernder Spielerwechsel

  • und die Anwerbung von College-Talenten, die eigentlich noch zur Schule gehen müssten.

Nur eine einheitliche Liga mit gleichen Regeln für alle verspricht Abhilfe. Aus diesem Grund treffen sich am 20. August in Canton (Ohio) Vertreter der Akron Pos, Canton Bulldogs, Cleveland Indians und Dyton Triangels zur Gründung der American Professional Football Conference.


Am 17. September wird die 14 Mannschaften umfassende Liga in American Professional Assoziation umbenannt.

1922

Am 24. Juni bekommt die Liga ihren heutigen Namen: National Football League (NFL) inzwischen gibt es 18 Teams.

1936

Das erste Jahr, in dem alle Teams die gleiche Anzahl von Spielen bestreiten.

1942

Bis zum Ende des II. Weltkrieges 1945 müssen viele Spieler ihre Footballkarriere mit der Rolle des Soldaten tauschen. Insgesamt werden 638 Profis Soldaten, 21 von ihnen sterben im Krieg. Den Teams wird freigestellt, ob sie in dieser Zeit den Spielbetrieb aufrechterhalten wollen oder nicht.

1944

Den Trainern wird erlaubt, ihren Spielern von der Seitenlinie aus Anweisen zu erteilen.

1948

Plastikhelme werden wegen der Splittergefahr verboten.

1955

Gründung der NFL-Spielergewerkschaft

1967

Am 15 . Januar findet im Los Angeles Colloseum vor 61946 Zuschauern der erste Superbowl statt.

1978

Eine am 19. Januar veröffentlichte Umfrage ergibt, dass 70 % der amerikanischen Sportfans regelmäßig Football verfolgen.

Die Zahl der Feldschiedsrichter wird auf sieben erhöht.

1980

Die 224 Saisonspiele werden im Durchschnitt von 59787 Zuschauern verfolgt. Ein neuer Rekord in der 61-jährigen Geschichte der Liga. Die NFL-Stadien sind zu 92,4 % ausverkauft.


1986

Am 3. August findet in London der erste American Bowl statt. Im ausverkauften Wembley-Stadion vor 82699 Footballfans gewinnen die Bears mit 17:6 gegen die Cowboys.


Einführung des sogenannten Instand Replays: strittige Schiedsrichterent-scheidungen werden mittels TV-Zeitlupe überprüft. In 224 Begegnungen kommt das Instand Replay bei 374 Spielzügen zum Einsatz. 38 Entscheidungen müssen daraufhin revidiert werden.

1991

An der ersten Saison der World League of Football nahmen zehn Teams teil, darunter die Frankfurt Galaxy als deutscher Vertreter. Erster World Bowl Sieger werden im Wembley Stadion die London Monarchs.




Die Ausrüstung








American Football ist eine Sportart die ohne entsprechende Schutzausrüstung nicht zu betreiben ist. Wichtig ist bei allen Einzelteilen einer Footballausrüstung, dass sie größtmöglichen Schutz bietet, ohne die Beweglichkeit des Spielers mehr als nötig einzuschränken. Je nach Spielposition unterscheiden sich die vom Prinzip her immer gleichen Bestandteile der Ausrüstung. Was besonders für die Schulterschützer gilt, die natürlich einem Quarterback weitaus größere Armfreiheit gewähren als etwa einem Linienspieler. Besonders offensichtlich sind auch die Unterschied bei den Gesichtsgittern der Helme für die unterschiedlichen Spielpositionen.


Der Helm


Es gibt unterschiedliche Helme für das Motorrad zu kaufen, die je nach Bauart verschiedene Vorteile bieten. Die bekanntesten Helme sind Integralhelme bzw. auch Vollvisierhelme genannt. Diese bieten eine feste Kinnpartie und somit einen optimalen Schutz. Ähnlich sicher sind die Klapphelme. Diese bieten die Möglichkeit dieKinnpartie hochzuklappen. Im Gegensatz zu den Integralhelmen ist die Sicherheit ähnlich, wobei insbesondere bei einem Unfall das Abnehmen vom Helm einfacher ist. Seltener sind Enduro/Motocross-Helme ? diese haben ebenfalls eine feste Kinnpartie, wobei jedoch der Abstand größer ist als beim Integralhelm. Diese Helme haben nur selten ein Visier. Weitere Helmarten sind Jethelme (haben ein tieferes Visier und keine Kinnpartie) sowie Halbschalenhelme. Die Stiftung Warentest prüft regelmäßig die Zuverlässigkeit von Helmen. Viele sind der Meinung, dass Motorradfahren gefährlicher ist als Auto zu fahren.



Aus den alten Lederkappen, mit denen die Pioniere der Sportart noch zufrieden sein mussten, sind nach und nach moderne Kunststoffhelme geworden. Unter der Kunststoffschale sitzen luftgefüllte Polster, die Stöße abfedern. Am Helm befestigt ist das Gesichtsgitter, dass bei Linienspielern meist von Kehlkopf bis Nasenhöhe reicht, bei, Quarterbacks nur das Kinn bedeckt und das Gesicht und so den Kiefer frontal vor Stößen schützt.


Außerdem ist ein Mundschutz Pflicht, der die Zähne schützt. Der Mundschutz ist ebenfalls aus Kunststoff der sich im erwärmten Zustand dem Gebiss des Spielers anpasst.




Der Schulterschutz



Der zweite besonders auffällige Bestandteil einer Footballausrüstung neben dem Helm ist sicherlich der Schulterschutz, der unter dem Trikot angelegt wird. Auch hierbei ist Kunststoff das Material der äußeren Schale, die die Stöße abfängt und über die Innenpolsterung nur gedämpft an den Körper weitergibt. Dabei bedeckt der Schulterschutz nicht nur die Schultern sondern auch den Brustkorb und die entsprechenden Rückenpartien. Rippenschützer sind entweder integriert oder am Schulterschutz befestigt.

Man beachte auch den goldenen Helm von Rembrandt.


Schützer für die Beine


Footballhosen besitzen Innentaschen, in die Oberschenkel- und Knieschützer eingepasst werden. Analog dazu tragen Spieler auch spezielle Footballunterhoden, in die Schützer für Hüften und das Steißbein eingepasst werden. Je nach erforderlicher Beweglichkeit sind diese Polster breiter oder schmaler, um trotz ihres stabilen Kunststoffmaterials den Spieler nicht mehr zu behindern als unbedingt nötig.





Aufbau und Position der Spieler beim Football


American Football ist wie keine andere Mannschaftssportart geprägt von unterschiedlichen Anforderungen an Spieler verschiedener Positionen. Wer eine Fußballmannschaft in „Zivilkleidung“ sieht, der wird seine Schwierigkeiten haben, anhand des Körperbaus den Torwart vom Mittelstürmer zu unterscheiden. Anders bei einem Footballteam, bei dem der muskelbepackte 150-Kilo Schwerathlet wie selbstverständlich neben dem fast grazilen Sportler steht, dem man kaum zutraut, dass er den Umgang mit Gewichten gewöhnt ist.


So unterschiedlich die im folgenden für jede Position beschriebenen Aufgabenbereiche auch sind, eine gemeinsame Grundvoraussetzung darf nicht übersehen werden: American Football ist eine Kontaktsportart, wodurch auf dem Spielfeld nur Platz für austrainierte Körper ist.









(Startaufstellung im American Football)




Grundaufstellung im American Football:




Defence (Verteidigung)





S = Saftey;

CB = Cornerback; LB = Linebacker;

DE = Defensive End; TD= Defensive Tackle;





















Offence = Angriff





WR= Wide Receiver; OT = Offensive Tackle; OG = Offensive Guard;

C = Center; QB = Quarterback; RB = Running Back; TE = Tight End

























Aufgaben der Spieler


Offensive Line


Der Quarterback (Offence)



Die Rolle des Quarterbacks für eine Footballmannschaft ist derart zentral, dass für die Beschreibung der Anforderungen Superlative herhalten müssen. Dies gilt für die körperlichen und geistigen Voraussetzungen gleichermaßen. Darüber hinaus sollte ein Quarterback auch das Vertrauen der ganzen Mannschaft besitzen und so eine Leitfigur für alle anderen Spieler sein.


Er bestimmt gemeinsam mit dem Coach die Spielzüge – ist sozusagen der verlängerte Arm des Coaches und entscheidet kurzfristig, ob der geplante Spielzug so stattfinden kann. Wenn dies nicht der Fall ist, gibt er seinen Kameraden verschlüsselt einen neuen Spielzug an. In jedem Fall erhält der Quarterback nach dem Anspielkommando von seinem Center den Ball, je nach gewählter Angriffsformation entweder direkt in die Arme gelegt oder über einige Meter hinweg nach hinten zugeworfen. Bei einem Laufspiel ist es die Aufgabe des Quarterbacks den Ball an zuvor festgelegter Stelle seinem Running Back in die Arme zu legen, der sich bereits eine Stelle gesucht hat, durch die er die Defence der gegnerischen Mannschaft durchbrechen will.


Richtig gefordert ist ein Quarterback bei einem Passspielzug. Dabei verschafft er sich nach Erhalt des Balles mit einigen schnellen Rückwärtsschritten Zeit und Raum vor den heranstürmenden Gegnern. Läuft alles nach Plan, wirft er den Ball so, dass er genau dann den gewählten Receiver erreicht, wenn der den vorher festgelegten Endpunkt seiner Passroute erreicht hat. Ist der gewählte Receiver durch einen gegnerischen Verteidiger abgedeckt, dann kommt es darauf an, dass der Quarterback dies blitzschnell erkennt und seine Pläne auch zu diesem Zeitpunkt noch erfolgversprechende ändern kann. Entweder er findet selbst eine Lücke direkt vor ihm, durch die er, wie ein Running Back, noch einen Raumgewinn erreichen kann oder einen anderen freien eigenen Mann. Ansonsten droht im ein „Quarterback Sack“, bei dem die Verteidiger ihn zu Boden reißen.


(Versuchter Quarterback Sack)


Es ist also leicht einzusehen, dass die Position des Quarterbacks einen erfahrenen Spieler verlang. Übsicht und Spielverständnis reifen erst mit den Jahren. Auch in der NFL erfüllen die nicht umsonst höchstbezahlten Akteure der Mannschaft erst in den späteren Jahren ihrer Karriere alle Idealvoraussetzungen – bis dahin, dass der Coach dem Quarterback die Auswahl der Spielzüge überlässt.





Running Back (Offence)





Eigentlich ist auch der Quarterback ein Running Back. Aber je mehr das Passspiel Einzug in das Spiel hielt, um so mehr hat sich die Funktion des Quarterbacks auf seine zentrale Rolle bei dieser Angriffsvariante verlagert. So kam es zur Aufgabentrennung zwischen seinen „Back“-Kollegen („Back“ weil sie alle im Rückraum der Offence stehen) und ihm. Auch wenn nach wie vor Quarterbacks ab und an zu Läufen ansetzen oder Halfbacks gelegentlich Pässe werfen, die Domäne der Running Backs ist das Laufspiel. Sie tragen den Ball auf altbewährte Footballmanier nach vorne. Meter um Meter, manchmal auch Zentimeter um Zentimeter erkämpfen sie ihrer Offence den nötigen Raumgewinn, weniger spektakulär als ihre Kollegen der Passattacke, aber dafür verlässlicher.


Schnell und kräftig sollten beide sein, Fullback und Halfback. Für die Fullback-Aufgabe kommt es dabei eher auf die Kraft an, denn Fullbacks sind in Situationen gefordert, in denen nur wenige Yards zum Erfolg fehlen, die am besten durch einen kurzen Lauf direkt durch die Mitte der gegnerischen Linie erreicht werden.


Solche Demonstrationen der Kraft sind nicht Sache der Halfbacks. Obwohl auch er seine Muskeln nicht zu verstecken braucht, wird der Halfback eher in Situationen zum Ballträger, in denen es auf Schnelligkeit ankommt.



Receiver (Offence)


Die Aufgabe der Receiver ist es, Pässe zu fangen. Die Regeln schreiben der Offence vor, mindestens sieben Spieler an der Außenspiellinie zu haben. Im Normalfall wird eine Mannschaft diese Zahl auch tunlichst nicht überschreiten, denn bis auf die beiden Spieler am linken und rechten Ende dieser Linie (die „Ends“) haben diese Spieler keine Berechtigung Pässe zu fangen. Die Receiver benötigen Sprintstärke und Ausdauer, denn selbst wenn nicht jeder Pass auf sie geworfen wird, täuschen sie doch bei fast allen Spielzügen vor, der Quarterback plane einen tiefen Pass in den Raum auf sie. Dies erfordert ständige Sprints über 20, 30 Yards mit plötzlichen Tempo- und Richtungswechseln, um den gegnerischen Deckungsspieler abzuschütteln bzw. abzulenken.


Ein Gespür für die sich hinter ihnen entwickelnde Spielsituation ist besonders dann hilfreich, wenn nicht alles nach Plan läuft, denn dann muss der Wide Receiver selbständig eine Position auf dem Feld erreichen, auf die der Quarterback noch zielen kann. Wie auf allen Positionen ist Schnelligkeit allein nicht ausreichend, denn zumindest beim Start an der Linie bekommt auch ein Wide Receiver es mit einem Gegenspieler zu tun, dessen Block (Abwehr) mit Kraft überwunden werden muss. Erst wenn er sich fünf Yards von der Anspiellinie entfernt hat, darf er nicht mehr so behindert werden. Dann kann es ein reines Laufduell sein, bis er selbst oder aber ein anderer Spieler auf dem Feld den geworfenen Ball berührt. Dann nämlich gibt es keinen Schutz mehr vor hartem Körperkontakt. Fangsicherheit, Konzentrationsfähigkeit und Sprungstärke sind gefragt, auch wenn der Receiver weiß, dass ihm im Moment der ersten Ballberührung ein Gegner aus der Luft greifen wird, um ihn unsanft zu Boden zu bringen.




Offensive Line


Alle vorgenannten Positionen des Angriffs scheinen auf den ersten Blick die Aktivposten eines Footballteams zu sein. Ein Quarterback und eine je nach Spielsituation ausgewählte Fünfer-Kombination aus anderen Positionen trägt, wirft oder fängt den Ball. Diese Spieler erzielen logischerweise auch die Touchdowns und ernten die Ovationen der Fans. Die fünf Spieler der Offensive Line sind das Herzstück einer guten Angriffsmannschaft. Doch haben auch die Linienspieler eine wichtige Rolle im Angriff. Denn sie müssen sich im Prinzip für ihre Kameraden „opfern“. Da ist es verständlich, dass sie ein ganz besonderer Typus Mensch sein müssen.


Es ist theoretisch möglich, auf diesen Positionen eine ganze Karriere lang Höchstleistungen zu zeigen, ohne auch nur einmal den Ball berührt zu haben. Was allerdings nicht für den Center gilt. Seine Aufgabe ist zunächst das Anspiel des Balls. Vom Boden rückwärts gibt er ihn durch die eigenen Beine an den Quarterback oder wirft den Ball in Spezialsituationen dem mehrere Yards hinter ihm stehenden Punter oder Holder für einen Kick zu. Die Faustregeln um den Center nach einem Spiel zu erkennen: Er hat die meisten blauen Flecken, da sich die Gegner gleich zu Beginn auf ihn werfen, um ihn am Abspielen zu hindern.


Links und rechts vom Center befinden sich die Offensive Guards, links und rechts davon die Offensive Tackles. Ihre Kernaufgabe ist das Blocken der Gegner – bei jedem Spielzug. Bei einem Laufspiel versuchen sie, die Gegner zurückzudrängen und an vorher bezeichneter Stelle zurückzuschieben, um so eine Lücke für den Ballträger zu öffnen.









Defensive Line




Offence sells tickets, defence wins championship“ (Der Angriff verkauft die Eintrittskarten, die Verteidigung gewinnt die Meisterschaft) – so lautet eine alte Footballweisheit. Der Fan bejubelt sicher mehr einen gelungen Pass als das zerstören der ausgefeiltesten Angriffspläne. Doch wenn letzteres der Verteidigung gelingt, dann wird ihre Mannschaft das Spiel gewinnen. Die Aufgabe, die Pläne des Gegners gleich im Ansatz zu erkennen und zu durchkreuzen, kommt der Defensive Line zu. Sie besteht in der Regel aus vier oder fünf Spielern, kann in Erwartung eines kurzen Laufes oder zum Versuch einen Kick zu blocken, beliebig aufgestockt werden. Die inneren Spieler der Verteidigungslinie werden als Defensive Tackles bezeichnet, die äußeren als Defensive Ends. Kommen drei Tackles zum Einsatz, ist der mittlere der sogenannte Nose Guard, der Spieler, der direkt vor dem Gesicht des gegnerischen Centers steht. Körpergröße und Gewicht helfen den Tackles dabei, den Versuchen der Gegenspieler, sie zur Seite zu schieben, um den Ballträger ein Schlupfloch zu öffnen, zu widerstehen und ihrerseits den Ballträger zu stellen und zu Boden zu bringen.



Linebacker (Defence)




Der Name sagt es bereits: die Linebacker stehen hinter der Defensive Line. Üblicherweise hängt die Anzahl der eingesetzten Linebacker von der Anzahl der Linienspieler ab. Die Summe der Spieler in beiden Bereichen ist meistens sieben. Die Linebacker sind in Anzahl und Aufstellung vor dem Anspiel der flexible Teil der Defence, mit dem die Verteidigung auf die erwarteten Pläne des Angriffs reagiert. In gewisser Weise ist daher der Middle Linebacker als der mittlere bzw. einer der mittleren Linebacker, der Gegenspieler des Quarterbacks – im Sinne der Rolle des lenkenden Kopfes der Verteidigung.


Die Anforderungen an alle Linebacker sind aber auch sonst nicht gerade niedrig. Bei Laufspielzügen müssen sie sofort erkennen, wohin der Ballträger laufen wird, wo sie ihm den Weg abschneiden können. Auf dem Weg dorthin reicht Schnelligkeit allein nicht aus, denn ein Vorblocker ist in den allermeisten Fällen zunächst zu überwinden und auch ein „Tackle“ – das zu Boden bringen eines Gegner – will gelernt sein, denn gute Running Backs lassen sich nicht gleich durch die erste Berührung zu Fall bringen.


Die Cornerbacks sind an den Setien des Spielfeldes postiert und sichern somit die Ecken vor den Angreifen


Als „letzer Mann“ werden Die Safteys bezeichnet, dar sie die eigene Endzone schützen und somit die letzte Hoffnung sind einen Punktgewinn der gegnerischen Mannschaft abzublocken.








Special Teams




(Kickoff)


Für Spezialfunktionen (Kickoff, Punts und deren Return, so wie Field-Goal oder Extrapunkt-Versuche) schicken die Coaches die sogenannten Special Teams aufs Feld. Punter und Kicker müssen nicht nur in der Lage sein, den Ball weit schießen zu können, sondern ihn auch möglichst lange in der Luft zu halten, um den eigenen Mitspielern Zeit zu geben, nach vorn zu stürmen und so einen Return im Ansatz zu ersticken.


Ein sicherer Kicker, der Zusatzpunkte zuverlässig wie ein Uhrwerk verwandelt, Field-Goals auch aus größeren Entfernungen erzielen kann, verschafft seinem Team Stabilität.





Das Spiel


Die Regeln

Keine Sportart kommt ohne Regeln aus. Auch das auf den ersten Blick zügellos erscheinende Treiben der 22 Akteure auf dem Footballplatz ist nicht ungeordnet. Ganz im Gegenteil: Die gegenwärtige gültige Fassung der von der National Collegiale Athletic Association herausgegebenen Regeln für den Spielbetrieb der amerikanischen Universitäten hat einen Umfang von 200 Seiten. Bei diesem Umfang ist es wenig verwunderlich, dass kaum jemand von sich behaupten kann, jeden Passus der Regeln auswendig zu beherrschen. Selbst in der NFL kommt es gelegentlich zu erhitzten Debatten zwischen Trainern und Schiedsrichtern über Details, die manchmal durch gemeinsames Blättern im Regelbuch, auf dem Feld entschieden werden.


Football-Neulingen ist schwerlich vorzuwerfen, dass sie von ihrem ersten Besuch in einem Footballstadion oft den Eindruck mit nach Hause nehmen, einem modernen Gladiatorenkampf beigewohnt zu haben. Solche Vorurteile hatten zu Beginn des 20. Jahrhunderts ihre Berechtigung, tatsächlich gab es eine Reihe von Todesfällen und schwersten Verletzungen, die um ein Haar zu einem Verbot des Footballsportes in den USA geführt hätten. Zwar existieren seit 1876 schriftliche Regeln, doch waren diese in dem Punkt mangelhaft ausgearbeitet, der heute den größten Raum im Regelwerk einnimmt: die Gesundheit der Spieler und der Versuch Verletzungen zu vermeiden.




Die Punktfolge im Football:


Touchdown (sechs Punkte)

Das höchste Ziele der angreifenden Mannschaft, das Erreichen der gegnerischen „Endzone“ mit dem Ball nennt sich „Touchdown“. Außerdem erhält die Mannschaft die Möglichkeit nach dem Touchdown weitere Extrapunkte zu erzielen.


Extrapunkte (ein oder zwei Punkte)

Gelingt es der angreifenden Mannschaft mit einem Versuch, bei dem der Ball drei Yards vor der Endzone angespielt wird, erneut in die Endzone zu dringen, erhält sie zwei weitere Punkte. Diese Möglichkeit nennt sich „Conversion“. Häufiger wird allerdings von der anderen Variante dieses Zusatzversuches Gebrauch gemacht: dem „Point after Touchdown“. Dabei wird der Ball zu einem hinter der schützenden Mauer seiner Mitspieler stehenden Spieler geworfen, von diesem auf den Boden platziert, auf dass ein Spezialist (Kicker) den Ball durch einen Schuss durch die Torstangen oberhalb der Querlatte befördern kann. Dies ist recht einfach und bringt daher auch nur einen Punkt.


Field Goal (drei Punkte)

Einen Schuß kann eine Mannschaft aber auch von jedem Punkt des Spielfeldes probieren. Gelingt ein solches Feldtor erhält die Mannschaft drei Punkte. Nach dem Versuch verliert die Mannschaft aber auf jeden Fall das Angriffrecht, weshalb das Field Goal meist nur die Notlösung ist, wenn die Mannschaft keine Chance mehr sieht, die Endzone zu erreichen.




Saftey (zwei Punkte)

Dies ist die Möglichkeit der Defence zu einem Punkterfolg zu kommen. Beim Saftey muss die Defence einen Angreifer mit dem Ball in der eigenen Endzone zu Boden bringen. Zusätzlich erhalten die Verteidiger auch das Angriffsrecht für die nächste Serie.




Der Spielball





Der Ball im American Football hat nicht die gewöhnliche runde Form, wie sie zum Beispiel ein Fußball hat. Er ist „eiförmig“ wodurch er wesentlich länger in der Luft bleiben kann. Der Ball ist 29cm lang, 18 cm dick und ca. 400g schwer.





Das Spielfeld




100 Yards lang und 50 Yards bereit ist das eigentliche Spielfeld. Dazu kommen an jedem Ende die Endzonen, die 10 Yards breiten Steifen, in die die Angreifer den Ball bringen müssen. Zur besseren Orientierung sind alle 10 Yards durchgehende Querlinien auf dem Feld markiert. Auf den Querlinien befinden sich jeweils zwei kurze Linien, parallel zur Seitenauslinie die „Hashmarks“. Durch sie wird das Spielfeld der Länge nach in etwas gleich große Drittel geteilt. Ein Spielzug kann immer nur im mittleren Drittel beginnen. Endet ein Spielzug weiter außen, wird der Ball zum nächsten Anspiel auf die Höhe dieser Hashmarks gelegt. Am Ende der Endzone stehen die Tore für die Extrapunkte und Field Goal-Versuche . Wichtig ist, dass der Ball über die 3,05 Meter hohe Querlatte zwischen die Torstangen gekickt werden muss.






Der Spielverlauf


Das Spiel dauert 4 x 15 Minuten effektive Spielzeit. Nach dem zweiten Viertel (2. Quarter) gehen die Teams zur Halbzeit in ihre Kabinen, nach dem ersten und dritten Viertel (3. und 4. Quarter) werden nur die Seiten gewechselt. Da die Zeit häufig angehalten wird, kann das Spiel knappe drei Stunden dauern. Zu Beginn wird durch Münzwurf das Team bestimmt, dass den Kickoff (Anstoß) durchführt. Außer zu Beginn jeder Halbzeit wird der Ball nach Punkterfolgen wieder durch einen Kickoff in das Spiel gebracht. Ein Spieler tritt dabei den Ball von der eigenen 35-Yard-Linie so weit wie möglich in die gegnerische Hälfte, wo ein Fänger des Gegners den Ball so weit wie möglich nach vorne, also in Richtung gegnerische Endzone, zu tragen versucht. Dort wo er mit dem Ball zu Boden gebracht wird, beginnt der erste Spielzug.



Die Spielzüge


Die Angriffsmannschaft hat vier Versuche (Downs) um insgesamt 10 Yards Distanz zu überbrücken. Grundsätzlich gibt es hierbei zwei Strategien: Das Lauf- und das Passspiel, jeweils mit Hunderten von taktischen Varianten.


Bei einem Laufspiel übergibt der Quarterback den Ball an einen Mitspieler (Handover) oder er läuft selbst.


Bei einem Passspiel wirft der Quarterback den Ball nach vorne zu einem seiner Receiver. Der Angriffsmannschaft bleiben Sekunden um ihren Spielzug auswählen und den Ball ins Spiel zu bringen. Dort wo die Defence den Ballträger zu Boden bringen kann, beginnt der nächste Spielzug.


An der Seitenlinie lässt sich an der Yardkette, die genau 10 Yards lang ist und den beiden Enden leuchtfarbene, aufrechtstehende Markierungen hat, ablesen, wo die Angreifer ihren ersten Versuch starten und wo sie nach vier Versuchen sein müssen, um das Angriffsrecht zu behalten..


Eine dritte Markierung, der Versuchsanzeiger, steht auf der aktuellen Ballposition. Die Nummer auf der Markierung zeigt an, welcher Versuch gerade gespielt wird.


Eigentlich ist der Ballbesitz fest beim angreifenden Team, solange, bis die Mannschaft es auch nicht mit dem vierten Versuch geschafft hat, die 10 Yard Markierung zu passieren.


Beide Varianten, das Pass- und das Laufspiel haben aber ihre Tücken. Wird nämlich ein Pass aus der Luft von den Verteidigern gefangen, werden diese sofort zu Angreifern. Auch beim Laufspiel kommt es schon einmal vor, dass Spieler den Ball aus den Händen verlieren. In diesem Fall kann der Ball von jedem der 22 Akteure auf dem Feld aufgenommen und zur gegnerischen Endzone gebracht werden, das heißt, das Angriffsrecht geht sofort auf diese Mannschaft über.


Viel seltener kommt es vor, das eine Mannschaft durch einen fehlgeschlagenen vierten Versuch das Ballrecht verliert. Meistens wird der vierte Versuch dazu genutzt, einen Spezialisten (Punter) den Ball weit in die gegnerische Hälfte kicken zu lassen. Das nennt sich dann „Punt“. Dabei geht das Ballrecht auf jeden Fall verloren, aber die Gegner haben nun einen weiten Weg bis zur Endzone.


Eine andere Möglichkeit den vierten Versuch zu beenden ist auch ein Field Goal Versuch durch den Spezialisten (Kicker). Das heißt der Kicker versucht von der Stelle aus, wo der dritte Versuch endete, den Ball durch die Torstangen zu schießen (kicken). Aber auch hier geht das Ballrecht verloren, aber das Team hat die Chance, drei Punkte zu erzielen.


Sobald es den Angreifern gelungen ist, innerhalb der vier Versuche die 10 Yards zu überbrücken, beginnt für sie mit dem nächsten ersten Down eine neue Angriffsreihe.





Fouls und Strafen


Viele Menschen glauben, beim Football sei alles erlaubt. Dem ist allerdings nicht so. es gibt zahlreiche Regeln, gegen die verstoßen werden kann.


Strafen (Penalties) wegen Regelverstößen wirken sich in Yards-Distanzverlust (5, 10 oder 15 Yards) aus. Das heißt: es wird das Down wiederholt und der Ball um die entsprechende Anzahl von Yards zurückverlegt.


Die begünstigte Mannschaft kann eine Strafe ablehnen. Sie wird dies z.B. tun, wenn sie im Spielzug, in dem der Regelverstoß erfolgte, Punkte erzielt hat oder ein besseres Ergebnis erzielt hat, als durch den Strafweisen Yardgewinn gegeben wäre.







Die wesentlichen Regelverstöße


Offside

Ein Spieler, egal ob Angreifer oder Verteidiger, beweg sich, bevor der Ball zum Start des Spielzuges aufgenommen wurde. Ausnahme: hinter den Linien darf ein Spieler pro Mannschaft sich quer zum Spielfeld bewegen.


Holding

Ein Gegner wird umklammert (es darf nur abgedrängt werden).


Face mask

Ein Spieler greift in die Gesichtsmaske des Gegners.


Übertriebene Härte

Ein körperlicher Angriff, nachdem der Spielzug abgeschlossen ist oder auch während des Spielzuges mit unnötiger Härte. Insbesondere Quarterbacks sollen damit geschützt werden.


Clipping

Unerlaubter Block in den Rücken oder in die Seite eines Gegenspielers.





Der Superbowl

Die USA teilen sich auf in zwei große Footballverbände – AFC (American Football Conference) und NFC (National Football Conference). Diese beiden Verbände umfassen zur Zeit dreißig Vereine, die alle in Privatbesitz sind. Der Dachverband heißt NFL. Diese dreißig Vereine spielen sowohl gegen Mannschaften aus ihren eigenen Verbänden (AFC gegen AFC und NFC gegen NFC) als auch gegen Mannschaften des anderen Verbandes (Inter Conference Games). Jeweils sechse Mannschaften bilden in ihrem Verband eine Division. Die besten der Divisionen spielen am Ende der Saison spielen am Ende der Saison um die jeweilige Meisterschaft in der AFC und der NFC. Die Gewinner aus diesen beiden Verbänden treffen dann im Superbowl aufeinander und ermitteln, wer der Beste ist.


Inoffiziell gilt der Superbowl als Weltmeisterschaft. Für die Amerikaner ist der Superbowl das Sportereignis überhaupt. Amerikanische Astronauten im „Skylab 3“ sahen „es“ 1974 sogar im Weltall auf dem Fernsehschirm.


Eine Mutter in San Jose, Kalifornien, fand 1975 selbst in der eigenen Familie niemanden, der zur Taufe ihres Babys kommen wollte, weil „es“ einfach wichtiger war.


Es ist auch der einzige Grund, warum für das Wartezimmer des Universitätskrankenhauses von Georgetown, Washington D.C., Fernseher angeschafft werden mussten. Viele Ehemänner weigerten sich nämlich, ihre schwangeren Ehefrauen rechtzeitig zur Entbindung zu bringen. Die Gefahr „es“ zu versäumen war für diese Ehemänner zu groß.


ES“ – das ist der Superbowl, das verrückteste, gigantischste Sportereignis auf der ganzen Welt.


Jedes Jahr werden in unzähligen Gemeinden der USA vor dem letzten Wochenende im Januar an alle Haushalte Handzettel verteilt. Mit solchen Schreiben warnen die Wasserwerke die Bürger davor, ihre Toilette in der Halbzeit des Superbowls aufzusuchen, weil sonst eine Wasserknappheit drohen würde.


Am Superbowl-Tag machen sogar die Verbrecher Pause. Als die heimischen Chiefs 1970 im Spiel der Spiele standen, da registrierte die Polizei von Kansas City, Missouri, nur einen Überfall. Und welche Frage stellte der Täter bei seiner Verhaftung zuerst? „Wie ist der Spielstand?“


Aber der Superbowl ist auch ein Riesengeschäft. Heute kosten 30 Sekunden Werbezeit im Fernsehen während des Spiels rund 5 Millionen Dollar.


Genauso wie die Werbekosten stiegen mit den Jahren auch die Eintrittspreise. 1967 zahlten Footballfans für ein Ticket zwischen sechs und zwölf Dollar. Heute liegt der Einheitspreis bei 300 Dollar. Auf dem Schwarzmarkt werden für ein ausverkauftes Stadion sogar 5000 Dollar für eine Karte gezahlt.


Der Superbowl wird weltweit auf den Fernsehbildschirmen verfolgt.




Der Football erobert Europa



Was Optimismus und Enthusiasmus anbelangt, hat die europäische Footballszene sich seit 1997 nie über einen Mangel beklagen müssen. Die Legende berichtet davon, dass in jenem Jahr ein junger Amerikaner und ein junger Deutscher auf einer Bank in einem Frankfurter Park sich über American Football unterhielten. Wahrscheinlich nicht das erste Mal, dass ein Amerikaner einem Deutschen von der Sportart seiner Heimat vorschwärmte – waren die in Deutschland stationierten Amerikaner doch über den Soldatensender AFN stets über das aktuelle Footballgeschehen informiert. Und auch der junge Frankfurter wird nicht der erste Europäer gewesen sein, der selbst fasziniert den entsprechenden Radioreportern gelauscht hat.


Neu war nur, dass aus dem Gespräch der beiden das konkrete Vorhaben entstand, gemeinsam einen Footballverein zu gründen: die Frankfurter Löwen. Die maßen sich zunächst mit Mannschaften der im Rhein-Main-Gebiet stationierten Amerikaner. Dass dabei für die engagierten Löwen keine Triumphe herauskamen, tat der Begeisterungen keinen Abbruch. Dem Vorbild der Löwen folgte am 01. Mai 1978 die Gründung der Düsseldorf Panther. Mit den Munich Cowboys, Ansbach Grizzlies, Bremerhaven Seahawks und den Berliner Bären gesellten sich bis zum Frühjahr 1979 die vier Vereine dazu, die gemeinsam mit den beiden „Urvätern“ die erste Saison der Bundesliga bestritten.


Die Saisonpremiere führte am 04. August 1979 in Düsseldorf die Panther und die Löwen zusammen. Gleich beim ersten Spiel wurden die zwei wesentlichsten Faktoren deutlich, die die erste Spielzeit bestimmten: Während die Frankfurter Löwen unangefochten das Geschehen auf dem Feld dominierten, der 38:0 Sieg war ihr erster Schritt zur Meisterschaft, erfreuten sich die Panther eines überwältigenden Zuschauerzuspruchs: 4000 Zuschauer sahen das erste offizielle Punktspiel im deutschen Football.


So rasch sich die Vereine zusammengefunden hatten, um ihren geregelten Spielbetrieb zu beginnen, so schnell waren die „Macher“ wieder zerstritten. Der eilig gegründete American Footballverband Deutschland (AFBD) hatte nichts besseres zu tun, als die Düsseldorfer Panther nach einigen Querelen auszuschließen. Die Panther sammelten jedoch genügend befreundete Vereine um sich, um für 1980 eine eigene Liga zusammenzustellen, um einen neuen Verband, den American Football Verband (AFV) gründen zu können, dessen Endspiele 1980 und 1981 von den Düsseldorfern vor 8000 bzw. 11000 Zuschauern gewonnen wurden. Zeitgleich holte noch einmal Frankfurt und einmal Ansbach den Meistertitel in der „offiziellen“ AFBD-Liga.


Die Spaltung war nur durch Gegensätze auf der Funktionärsebene verursacht worden. Den Spielern auf dem Feld war das ganze hin und her zwischen den beiden Konkurrenzorganisationen herzlich egal. Unabhängig von der Verbandszugehörigkeit interessierte die Aktiven die Frage nach dem sportlich besten Team Deutschland, so dass der Wunsch nach einer gemeinsamen Liga oder zumindest gemeinsamen Playoffs unüberhörbar wurde.


Die Selbstauflösung des alten „offiziellen“ Dachverbandes AFBD kam dem entgegen. Der AFV konstituierte sich am 16. Oktober 1982 in Essen als neuer bundesdeutscher Dachverband und hat im gleichen Jahr auch für die Durchführung einer gemeinsamen Endrunde der stärksten Teams gesorgt.


Doch nicht nur in Deutschland wurde diese Sportart populär, sondern sie breitete sich in ganz Europa aus.


1991 wurde die World League of Football gegründet. An der ersten Saison nahmen zehn Teams teil, darunter die Frankfurt Galaxy als deutscher Vertreter. Erster World Bowl Sieger wurden im Wembley Stadion die London Monarchs.


1997 wurde der Footballverein Düsseldorf RheinFire gegründet. Die Spiele fanden bis zum Jahr 2002 im Düsseldorfer Rheinstadion statt und erfreuten sich zunehmender Beliebtheit, was auch an den Zuschauerzahlen zu sehen war. Kamen zum ersten Spiel 1997 gerade einmal 8000 Zuschauer, so fanden sich zum klassischen „internen Duell“ Frankfurt Galaxy vs. Düsseldorf RheinFire im Jahre 2002 über 53000 Zuschauer im Rheinstadion ein.


Bisher konnte RheinFire zweimal den Worldbowl nach Düsseldorf holen.

Zur Zeit wird das Rheinstadion neu gebaut und RheinFire musste auf die Schalke Arena ausweichen. Doch ab dem Jahr 2005 wird es im Düsseldorfer Rheinstadion wieder heißen: FIRE GO!!!!





(Worldbowl)








Footballsprache



Wenn eingefleischte Footballfans sich unterhalten oder gar Amerikaner über ihren Nationalsport debattieren, dann ist dies für unbefangene Zuhörer nicht zu verstehen. Wer glaubt, sich bei der Lektüre amerikanischer Sportzeitungen oder beim Versuch TV- oder Radiokommentatoren in den USA zu verstehen, mit dem Wörterbuch zu helfen zu können, irrt. Die dort gefundenen Übersetzungen verwirren eher noch mehr, denn selbstverständlich haben die Amerikaner es im jahrhundertlangem Umgang mit „ihrem“ Spiel geschafft, Wörter aus der Alltagssprache im Football ganz spezifischen Bedeutungen zuzuweisen, bei denen selbst hochqualifizierte Dolmetscher nur noch „Bahnhof“ verstehen.


Nun folgt eine kleine „Einweihung“ in die Footballsprache:


Batting

Wegschlagen des Balls, besonders dann, wenn ein Pass geworfen wurde, der durch jede Richtungsänderung in den meisten Fällen nicht mehr zu fangen ist.


Call

Bekanntgabe des Spielzuges durch den Quarterback.


Catch

Fangen des Passes


Complete Pass

Ein Pass, der aus der Luft gefangen und auch sicher festgehalten wurde.


Conversion

Möglichkeit nach dem Touchdown mit einem Spielzug, bei dem aus drei Yards Entfernung die Endzone erneut erreicht werden muss, zwei Extrapunkte zu erzielen.


Dead Ball

Offizielle Bezeichnung dafür, dass ein Spielzug abgepfiffen wurde, weil der Ballträger zu Boden gebracht wurde, ins Aus gelaufen ist oder der Ball bei einem Pass den Boden berührt hat.


Dive

Laufspielzug, bei dem der Ballträger durch eine freigeblockte Lücke in der Abwehrlinie des Gegners in der Feldmitte „hindurchtaucht“.


Fake

Vortäuschung eines anderen Spielzuges als den tatsächlich gespielten durch die Angriffsmannschaft.


Forward Pass

Jeder Pass, der eine deutliche Vorwärtsrichtung hat. Vorwärtspässe sind nur erlaubt, wenn sie hinter der Anspielposition des Balles abgeworfen werden. Pro Spielzug darf es nur einen Vorwärtspass geben.


Fumble

Fallen gelassener Ball eines Angriffspielers.


Huddle

Die Besprechung des Spielzuges auf dem Spielfeld durch die Mannschaft.


Incomplete Pass

Pass, der nicht gefangen wurde, bevor er den Boden berührt hat oder ins Aus geht.


Interception

Abfangen eines gegnerischen Vorwärtspasses aus der Luft.


Offside

Abseits beim Football. Die Defence ist abseits, wenn sie während des Anspiels einen Spieler in der „neutralen Zone“ hat oder einen Angreifer berührt.

Ist die Offence offside, heißt es regelrecht „Encroachment“.


Pro Bowl

Auswahlspiel zwischen zwei Auswahlteams des AFC und NFC, die sich aus den besten Spielern aller Mannschaften der Saison zusammensetzen. Einmal jährlich, eine Woche nach dem Superbowl findet in Honolulu (Hawaii) der Pro Bowl statt. Er ist eine Auszeichnung für die besten Spieler von AFC und NFC. Beim Pro Bowl geht es mehr um Show und Fun als um den Sieg.


Tackle

Zubodenbringen des gegnerischen Ballträgers. Nur am Ballträger ist ein Tackle erlaubt.


Cheerleading


Da auch das Cheerleading, das Einheizen des Publikums und das anfeuern der eigenen Mannschaft, ein wichtiger und interessanter Bestandteil des American Footballs ist, möchte ich darauf noch separat eingehen.




Geschichte des Cheerleadings

Ähnlich rasant wie die Entwicklung des Footballs in Deutschland ist die des Cheerleadings. Ende der siebziger Jahre wußte bei uns kaum jemand, was Football, geschweige denn was Cheerleading ist.

Inzwischen haben sich in den meisten Städten Footballteams gegründet. Für viele von ihnen gehört es mit dazu, eine Cheerleadergruppe aufzubauen. Obwohl sie mit Elan und Engagement an die Sache herangehen, ist es oft schwierig, genügend qualifizierte Mädchen zu finden- von Männern ganz zu schweigen.

Deshalb sind die meisten deutschen Teams noch weit vom US Leistungsstandard entfernt. Einige werden ihn auch nie erreichen. Das liegt unter anderem daran, daß sie keinen Trainer haben und meist eines der Mädchen, die sich gerade zusammengefunden haben, diese Aufgabe übernimmt. Cheerleader-Trainer sind bei uns immer noch rar.

Nach amerikanischem Vorbild werden mittlerweile auch in Deutschland regionale und nationale Meisterschaften ausgetragen, aber in den USA blickt man auf eine mehr als hundertjährige Geschichte des Cheerleadings zurück. Dabei war Cheerleading ursprünglich eine reine Männerangelegenheit.

1898 traten die ersten Cheerleader als "Einheizer" vor das Publikum und forderten die Zuschauer mit ihren Schlachtrufen auf, die eigene Mannschaft anzufeuern.

In den 20er Jahren wurden zunehmend Megaphone benutzt und tänzerische Elemente in die Darbietung eingebaut.

Daraufhin fand auch das weibliche Geschlecht Zugang in die Gruppen.

An der Oregon State University entwickelte sich das Flash-Card Cheering, bei dem die Zuschauer mit quadratischen Kartons, die verschiedenfarbige Seiten aufwiesen, ausgerüstet wurden. Auf ein Zeichen eines Cheerleaders wurden die Kartons auf bestimmte Seiten gedreht, so daß regelrechte Farbspiele und Bilder entstanden. Ende der 20er Jahre kam das erste Trainingsbuch für Cheerleader heraus: "Just Yells!" (Nur Schreie).

In den 30er Jahren erschienen die ersten farbigen Pompons, die sich schnell zum Markenzeichen der Cheerleader entwickelten. Waren sie anfangs noch aus Papier oder Wolle und handgefertigt, so sind sie heute maschinell aus Vinyl oder aus Metallfolie hergestellt.

In den 40er und 50er Jahren begann die Blütezeit des Cheerleadings in den USA. Der ersten Schule für Cheerleader folgte mit der "American Cheerleader Association" der erste Verband. Cheerleading wurde zur Massenbewegung. Ab 1967 traten die amerikanischen Cheerleader zu einer Art Meisterschaft an, wobei die Siegerinnen noch durch eine Umfrage ermittelt wurden. Seit 1978 findet jedoch jährlich eine echte Meisterschaft statt, "National Collegiate Cheerleading Championship" genannt.

Bei uns wurden die Cheerleader vor wenigen Jahren noch als Hupfdohlen bezeichnet, doch gewinnen die Programme inzwischen an Qualität und bestehen aus einer guten Mischung aus Akrobatik, Entertainment und Gesang. Die regionalen und nationalen Meisterschaften werden durch strenge Regularien nach amerikanischen Muster ausgetragen.

Im Rahmen des German Bowl wurde 1988 in Berlin erstmals die Performance der Gruppen bewertet. Erster deutscher Cheerleader-Meister wurden die "Pantherettes" aus Düsseldorf, die ihren Vorsprung an Erfahrung nutzen konnten. Die äußeren Bedingungen waren bei dieser ersten Meisterschaft denkbar ungünstig, so daß ein anderer Weg gefunden werden mußte, um die beste Cheerleadergruppe zu ermitteln.

Mit dem Spirit-Bowl wurde 1991 ein Experiment gewagt, eine Veranstaltung nur für Cheerleader. Der Erfolg verpflichtete zum Weitermachen. So wurde 1992 die zweite deutsche Meisterschaft in gleicher Form als eigenständige Veranstaltung in Düsseldorf ausgerichtet. Erstmals setzte sich mit den "Ladies of spirit" von den Bremen Wolverines bei den reinen Damenteams ein Squad vor die "Pantherettes". Sie sorgten damit für eine Wachablösung im deutschen Cheerleading. Deutscher Meister der Mixed Squads wurden die Bayreuth Broncos. Gleichzeitig erkannten die Veranwortlichen, daß aufgrund der ständig steigenden Teilnehmerzahl eine Zugangsberechtigung zur Meisterschaft her mußte.


So wurden im Herbst 1992 erstmals Landesausscheidungen ausgerichtet, wobei nur die beiden Erstplazierten zur deutschen Meisterschaft nach Flensburg reisen durften. 19 Gruppen kämpften um die deutschen Meisterschaft. Die amtierenden Meister brauchten sich nicht zu qualifizieren. Da der Mixed Team-Wettbewerb wegen fehlender Konkurrenz nicht ausgetragen werden konnte, durften die Bayreuth Broncos und die Cologne Crocodiles am Damen-Wettbewerb teilnehmen. In der Pflicht dominierte der Titelverteidiger aus Bremen. Außerdem machte der Neuling Wolfsburg Honeybees eine sehr gute Figur und erhielt die Ehrung des "Most Spirit Teams" für die beste Einstellung überreicht.

Vor 1500 Zuschauern und zahlreichen Fernsehstationen konnten die "Ladies of spirit" ihren Titel souverän verteidigen.

Um die deutschen Cheerleader mehr und mehr an den Standard in Übersee heranzuführen, finden mittlerweile auch hierzulande Camps statt. Dort wird unter Anleitung professioneller Trainer 3-4 Tage lang von morgens bis abends intensiv geprobt, getanzt und gelernt. Am Ende des letzten Tages steht ein großer Wettbewerb auf dem Programm, um die besten Teams zu ermitteln und die anderen Gruppen zu motivieren. Die dort gewonnenen Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen werden dazu beitragen, daß sich auch bei uns die Leistungsunterschiede der einzelnen Gruppen ständig verringern.

Die "Cheeky Welps" von den Spandau Bulldogs bei den Damenteams und die "Gold Flash" der Cologne Crocodiles bei den Mixed Teams wurden deutsche Meister bei den vierten deutschen Meistreschaften in Koblenz. 2000 Zuschauer verfolgten das Spektakel in der Sporthalle Oberwerth am 8. März 1994. Insgesamt traten 20 Damen- und drei Mixed Teams bei der Meisterschaft an.

Im Juni 1994 wurde ein entscheidener Schritt in Richtung Europameisterschaft getan. In Stuttgart wurde mit den "Eurobowl Stuttgart Classics 94" ein internationaler Wettbewerb ausgerichtet. Als Sieger gingen die Harburg Rubberducks hervor. Daß in den einzelnen Länder zu recht unterschiedlichen Bedingungen gearbeitet wird, zeigten die Salzburg Bulls, eine der neun angetretene Gruppen. Sie hatten noch nie zuvor einen Wettbewerb absolviert.

Die fünfte deutschen Meisterschaft im Cheerleading fand in Folge des Rückzuges des LV Baden-Württemberg, in der Wilhelm-Dopatka-Halle in Leverkusen statt. Die Cheerleaderbeauftragte des AFVD Petra Gronau beauftragte eine Kölner Agentur mit der Organisation. Die guten Rahmenbedingungen, die die Halle bietet, wurden schlichtweg ignoriert. Neben den Fehlern der letzten Veranstaltungen bezüglich Moderator und Pausen, kamen schlechte Beleuchtung, zu laute Beschallung sowie eine fehlplazierte Pressetribüne hinzu. Dem zum Trotz boten die Cheerleader-gruppen sehr guten Sport, die Damengruppe "Canes Cheerleader" und das Mixed Team "Gold Flash" nutzten den Heimvorteil aus und wurden in ihren Sparten deutsche Meister. Die "Canes Cheerleader" krönten mit dem Titelgewinn, die kontinuierliche Leistungssteigerung in den letzten Jahren. Die Solingen Hurricanes hatten für die Vorbereitung eigens aus den Vereinigten Staaten von Amerika eine Trainerin engagiert. Ungewöhnlich ist, daß die Purple Jewels aus Ludwigshafen auf den Einsatz von Pompons verzichtete.

Die sechste Auflage der deutschen Meisterschaft fand in der Berliner Sporthalle Charlottenburg statt. die 2300 Zuschauer erlebten eine deutsche Meisterschaft im Cheerleading mit einer strittigen Entscheidung. "Cheeky Welps" bei den Damen und "Blue Angels" bei den Mixed Teams sind die neuen deutschen Meister. Den "Cheeky Welps" reicht ein mäßiges Programm, das zudem noch unsicher vorgetragen wurde, um sich den deutschen Meisterschaftstitel zu sichern. In einigen Gruppen erregte die Juryleistung für heftige Diskussionen. Bei einigen Cheerleadern löste sich der Frust durch Tränen nur geringfügig. Der amtierende Meister "Canes Cheerleader" erlebte ein Horror-Wochenende. Zweimal sind Ihnen die Pyramiden eingestürzt, so erreicht sie nur einen elften Rang, trotz des hohen Schwierigkeitsgrades ihres Programms. Die Munich Cowboys Cheerleader sprachen im ersten Frust über den neunten Platz, sogar davon nie mehr an einer Meisterschaft auftreten zu wollen. Das Squad war direkt von Florida nach Berlin gereist. In den Staaten wurde zwei Wochen hart für die deutsche Meisterschaft trainiert. Sie galten insgeheim als der deutsche Meister. Das sportliche Niveau insgesamt ist erwartungsgemäß gestiegen, so daß jede Gruppe das Letzte herausholte mußte, was zu häufig in Abstürze endete, da die meistens Mädchen nicht kräftig genug sind.

Die Jury erlebte 1996 ihre größte Veränderung. Zu den Landesmeisterschaften 1996 waren nur ausgebildete Juroren zugelassen.

Die Wolfsburg Honeybees wurden neuer deutscher Cheerleading-Meister der Damen-Squads bei der siebten Austragung der deutschen Meisterschaften. Sie deklassierten am 8. März 1997 die restlichen 19 Teams vor 2700 Zuschauer im Mannheimer Kultur- und Kongresszentrum Rosengarten mit 527 Punkten deutlich. Auf Rang zwei und ebenfalls für die Europa-Meisterschaft qualifiziert sind die Harburg Rubberducks (478 P.). Der Titelverteidiger Spandau Cheeky Welps landete hinter den Bremen Bravehearts auf Rang vier. Die NRW-Squads plazierten sich mit den Solingen Canes Cheerleader auf Rang fünf und Bochum Blue Stars auf Rang acht und bildeten den drittbesten Landesverband hinter Niedersachsen und Hamburg.


Auch bei den Mixed Teams kam es zur Wachablösung. Den Titel holten sich die Bremen Bravehearts Mixed vor dem Titelverteidiger Hamburg Blue Angels. Sie werden beide Deutschland bei der Europa-Meisterschaft im Juli 1997 vertreten. Die Cheerleader des deutschen Basketball-Meister TSV 04 Bayer Leverkusen erreichten einen fünften Rang. Die vier der sechs neuausgeschriebenen Jugendtitel gingen ebenfalls in nördliche Richtung. Den Bambini- und den Jugend 1-Titel gingen an die Wolfsburg Blue Wings, die mit drei Titel, die Hälfte aller Titel, zum Top-Team des Jahres avancierten. Der Bambini Mixed-Titel ging an die PeeWee Angels der Hamburg Blue Devils und die Jugend 2-Krone nahmen die Berlin Sparrows entgegen. Für zwei Jugend-Kategorie gab es noch keine Teams (Jugend 1-Mixed, Jugend 2-Mixed). Die Zuschauer erlebten hervorragenden Sport, der durch eine schwache Veranstaltungsorganisation etwas getrübt wurde


Die Ausrichtungen der Deutschen Meisterschaften 1998 bis 2000 (Damen- und Mixed-Teams) wurde vom American Football Verband Deutschland (AFVD) an den Veranstalter Hanseatische Sportmarketing GmbH (HSM), Bremen vergeben. In der Vergangenheit hatten sich die Cheerleader-Vertreter eher für einen wechselnden Austragungsort eingesetzt. Als Folge dieser Entscheidung werden in den nächsten Jahren die Südsquads benachteiligt, denn alle drei Meisterschaften sollen in Bremen stattfinden, einen Ausgleich wie einen Reisekostenzuschuß sind nicht bekannt. Die Entscheidung des AFVD einen drei Jahresvertrag mit festem Standort abzu-schließen, wird in Insiderkreisen als Entscheidung gegen die Interessen der Cheerleader und die Fans des Sportes Cheerleading gewertet. Die Squads der Hamburg Blue Devils nahmen ohne Erklärung nicht am Wettbewerb teil. Nicht nur das Fehlen der Hamburger trübte die DM weitere Squads mußten wegen Verletzungen mit einer Darbietung passen. Auch das erhoffte Duell der Damengruppen aus Spandau und Wolfsburg blieb aus. Den Cheeky Welps fehlte nach internen Querelen Personal.

Die Deutschen Jugendmeisterschaften 1998 richteten die Neuwied Rockets aus. Die deutschen Meisterschaften 1998 in Bremen und Neuwied dominierten die Gruppen von den Wolfsburg Blue Wings. Insgesamt elf deutsche Squads wurden vom AFVD für die EM 1998 in Schweden nominiert.

Auch die Europa-Meisterschaften stecken in der Krise. Nachdem die Regeln für 1998 bekannt wurden, haben schon Teams aus Großbritannien und Finnland den Boykott angedroht. Die Regel beinhalten keine Sicherheitsbestimmungen mehr wie maximale Bauhöhe von Pyramiden und den Pflichteinsatz von Spotter. Außerdem sollen keine geschulten Jurymitglieder eingesetzt werden. Bereits 1997 kam es nur durch einen Kraftakt der Stuttgart Bats in Zusammenarbeit mit einer amerikanischen Cheerleader-Organisation zu einer Ausrichtung der Meisterschaft.




Grundbegriffe des Cheerleadings


Auch im Cheerleading gibt es Fachausdrücke, deren Kenntnis den Zugang zu diesem Sport vereinfachen. Die folgende Zusammenstellung gibt einen Überblick der wichtigsten Begriffe.



Base
Der auf dem Boden stehende
Cheerleader eines Stunts oder einer Pyramide; bei Mixed-Squads übernimmt diese Rolle meist das männliche Geschlecht. Die richtige Technik sowie perfekte Körperspannung sind die wichtigsten Voraussetzungen, um die Stunts/Pyramiden zu 'halten'.


Chant
Sprechgesang. Eine Anfeuerung, die aus zwei bis acht Worten besteht. Diese werden mehrmals wiederholt. Die Anzahl der Wiederholungen wird durch einen nachgestellten Zahlenbegriff angezeigt, z. B. three more, two more,... oder last time. Ein Chant beginnt nie mit 'ready' oder 'okay', sondern der Headcheerleader sagt die Worte an oder trägt den Chant einmal vor. Anschließend setzt der Rest der Gruppe sowie im Idealfall auch das Publikum ein.


Charting
umsetzen der Musikhöhepunkte in den Tanz (Bewegung). Bewertungs- kriterium für das Element 'Tanz'.


Cheer
Anfeuerung. Ein Cheer ist eine Kombination aus Worten und Bewegungen und besteht aus mehreren Zeilen, die sich meist reimen. Er wird hauptsächlich bei Spielunterbrechungen angestimmt, um die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf die
Cheerleader zu lenken.


Cheerleader
Einpeitscher. Ein Cheerleader ist eine Person, die den Sport
Cheerleading ausübt. Männlich wie weiblich. Der Begriff ist geschlechts- und mengenneutral.
Einzelzahl: der Cheerleader; Mehrzahl: die Cheerleader.

Wichtig !!!: Nur im Genetiv wird ein s angehängt.


Cheerleading
Das ist der Sport des Anfeuerns. Im Laufe der Geschichte haben viele Elemente das reine Anfeuern ergänzt. Es sind tänzerische und akrobatische Einlagen hinzugekommen. Seit 1950 ist Cheerleading auch ein Lehrfach an US-High Schools und Colleges. Auch hierzulande gibt es bereits die ein oder andere Arbeitsgemeinschaft für den Sport "Cheerleading". In Meisterschaften wird jährlich die beste Gruppe in der Region, im Land und auf dem Kontigent ermittelt.

Cheerobics
Wortkombination aus Aerobics und Cheerleading. Es handelt sich um Aerobics mit Cheerleading
Motions. Bildet die Basis bei Training und Camps zum Warm machen (Warm up) des Körpers.



Choreographie
Künstlerische Gestaltung und Festlegung der Schritte und Bewegungen eines Showprogramms.

Formationen
Formation beschreibt den Charakter der Aufstellung. So können sich zehn
Cheerleader in einer Reihe, in zwei Reihen mit fünf Personen oder auch als Oval aufstellen.

Gymnastics
Gymnastik, Turnen. Im Cheerleading werden auch Elemente aus der Gymnastik integriert, wie Spagat oder Flickflack. Meist am Beginn beziehungsweise Ende eines
Cheers, wenn das eigene Team punktete. Außerdem werden sie oft in Pompon Routinen, Pyramiden und Stunts eingebaut.


Jump



Sprung. Im Cheerleading gibt es bestimmte Jumps, die besonderes Training erfordern. Sie sind bei
Cheerleadern sehr beliebt, um einen Cheer temperamentvoll abzuschließen oder der Begeisterung über die Leistungen des eigenen Teams Ausdruck zu verleihen.


Kick
Tritt, Stoß, Schwung. Unter einem Kick versteht man das
"Beinewerfen". Hierbei gibt es verschiedene Möglichkeiten, z. B. Knee-Kick, Herbie-Kick, Side-Kick. Allen bestens bekannt und vom Publikum immer wieder gern gesehen - Kickline.




Level
Auf gleicher Höhe. Level ist die festgelegte Höhe der Arme bei
Motions und der Beine bei Kicks.




Most Spirit Team

Besondere Auszeichnung einer Cheerleadergruppe.




Motion

(Punch)


Bewegung. Motion ist die Bezeichnung für die Bewegung und Haltung der Arme beim Cheerleading. Eines der wichtigsten Bewertungskriterien bei Meisterschaften.



Mounter
Bei einem
Partnerstunt der Cheerleader, der von der Base gehoben oder gehalten wird.


Pompon
Knäuelartige Wuschel aus Kunststoff, Metallfolie, Papier oder Wolle. Das Pompon hat sich zum Markenzeichen des Cheerleading entwickelt.



Pompon Routine

Bezeichnung für die Aneinanderreihung von mehreren Motions zu einer Bewegungssequenz. Zur Einübung wird das komplexe Gesamtwerk in einzelne Takte unterteilt.


Pyramide


Eine besondere Attraktion im Cheerleading ist die Pyramide. Die Höhe ist aus Sicherheitsgründen bei Meisterschaften auf 2,5 Körperlängen beschränkt.
Base und Mounter müssen über eine perfekte Körperspannung verfügen, damit der Aufbau so "spielend leicht" aussieht.


Sharpness
Schärfe, Strenge. Die Bewegungen der Arme können fließend, wie vielfach im "Klassischen Ballett", oder stakkato, das heißt, nur die jeweiligen Endpositionen sind zu sehen, ausgeführt werden. Im Cheerleading ist die abrupte Ausführung gewünscht.

Sign


Zeichen; Schild. Schilder, die das Publikum zum Anfeuern animieren sollen. Meist einfache Anfeuerungsrufe werden auf die meist rechteckigen Gebilde gechrieben oder gedruckt.


Spirit
Geist; Elan, Schwung; Stimmung, Laune. Die Gabe seine eigene Freude und Spaß dem Mitmenschen zu übertragen.


Spotter
Beobachter, Kontrolleur. Helfer, die sich hinter
Pyramiden und Partnerstunts postieren, um eventuelle Stürze abzufangen.


Stunt

Kunststück. Hebefigur, die von zwei oder mehreren Cheerleadern ausgeführt wird.

Eine Pyramide setzt sich aus einzelnen Stunts zusammen.


Synchronität
Gleichzeitiger Verlauf. Zum Beispiel gleichzeitiger Auf- und Abbau von Pyramiden und Partnerstunts.


Toss
Wurf. Ein Toss wird meist als Teilelement einer Pyramide gezeigt.


Tumbling



Bodenakrobatik



Voice Protection

Stimmkontrolle. Die Stimmen sollen klar, laut und natürlich sein.




Zeitlimit
Cheerleader müssen ihre Darbietung in der Regel innerhalb einer bestimmten Zeit vortragen. Bei Spielen während der kurzen Unterbrechungen oder bei Meister-schaften ein zeitbegrenztes Programm. Aus technischen Gründen wird jeder Gruppe eine Karenzzeit von 10 Sekunden eingeräumt. Zeitüberschreitungen werden mit 5 Strafpunkten je Sekunde und je Jury-Mitglied geahndet.




Fertigstellung: 10.05.2004








Quellenangabe:


Buch:

American Football

Autoren:

Michael Auerbach, Claus Goslar, Dieter Hoch

Verlag:

Sportverlag Berlin

ISBN-Nummer: 3-328-00497-1



Magazin:

Huddle

Ausgaben:

Nr. 3/04, 7/04, 15/04, 16/04

Verlag:

Huddle Verlag GmbH

ISSN-Nummer: 0340-3718



Internetseite:

http://members.chello.at

(American Football)







Cheerleading:


Eigene Kenntnisse