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Wilhelm Richard Wagner

 

Wilhelm Richard Wagner wurde am 22 Mai 1813 in Leipzig geboren. Er war das neunte Kind des Polizeiaktuars Friedrich Wagner und Johanna Rosine. Als in Leipzig eine Typhusepedemie ausbrach starb Friedrich Wagner im Alter von 43 Jahren. Ein Dreivierteljahr später heiratete Johanna, Ludwig Geyer. Er war Schauspieler, schrieb auch Dramen und erwarb sich als Porträtmaler einen guten Ruf. Er war aber auch ein sehr guter Tenor, den Carl Maria von Weber mehrmals nach Dresden verpflichtete. Dieses Familiäre Umfeld fördert Richards künstlerische Entwicklung. Richard vermutete, dass Ludwig Geyer sein wirklicher Vater war, aber er weigerte sich dessen Vaterschaft öffentlich anzuerkennen. Richard glaubte, dass er möglicherweise Jüdischer Abstammung sein könnte, und er litt bis zu seinem Tode darunter. Für diese Behauptungen fehlen aber bis heute eindeutige Beweise. Ludwig Geyer starb 1821. Für den achtjährigen begann eine Wanderzeit. Kurz lebte er bei Geyers Bruder in Eisleben. 1822 kehrte er nach Dresden zurück und bekam unter dem Namen Geyer erstmals Klavierunterricht in der Kreuzschule. 1827 besuchte er das Nicolai - Gymnasium in Leipzig und nannte sich von da an Richard Wagner. 1828 schrieb er das Trauerspiel "Der Leupald". Er versuchte seine Verse durch Musik aufzuwerten, weil sein Onkel Adolf, ein angesehener Philologe meinte, dass "Der Leupald" ein mißglückter Versuch eines Möchtegern Literaten wäre. Er nahm bei Christian Gottlieb Müller Harmonielehreunterricht. Im Sommer 1829 komponierte er ein Streichquartett. Ende 1830 brachte er seine Orchesterovertüre "B - Dur" im Leipziger Theater zur Uraufführung. Zwar war es ein Mißerfolg, aber Richard ließ sich nicht Entmutigen. Im Februar 1831 schrieb er sich an der Leipziger Universität für das Fach Musik ein. Der Student genoß die akademische Freiheit, er trieb sich in Kneipen und gar in Bordellen herum. Trotzdem verfolgte er seine künstlerischen Ziele. Eifrig komponierte er Ouvertüren, Sonaten und anderes. 1832 entstand "Die Sinfonie in C - Dur" Der Kritiker Friedrich Rochlitz war überrascht von der Jugend des Komponisten und dessen Satztechnischer Perfektion. Mit dieser Sinfonie endete seine Musikalische Gesellenzeit und er begab sich auf die Walz. Er reiste nach Wien, kehrte auf Schloß Pravionien ein und besuchte Prag. Hier kam es zur Uraufführung der "Sinfonie in C - Dur" und er vollendete sein erstes Operntextbuch, "Die Hochzeit". Wieder in Leipzig vertonte er zahlreiche Nummern des Schauspiels. Seine Schwester fand die Komposition für zu Düster und so brach er sie ab. Er hatte ein Ziel erreicht, zugleich Dichter und Komponist seiner Opern zu sein. Er formierte sich gegen Meister, wie Claudio Monteverdi, Georg Friedrich Händel, oder W. A. Mozart zu einer neuen Kunstbahn, "Dem Musikalischen Gesamtwerk". Unmittelbar danach schrieb er die Oper "Die Feen". Seine Werke handeln von der von der Gesellschaft verachteten Liebe und Fragen der Identität. Sein Bruder Albert verschaffte ihm eine Stelle als Choreinstudierer beim Würzburger Theater und er übersiedelte. Er vertont "Die Feen" in beachtlichem Tempo und kehrt nach Leipzig zurück. Selbstbewußt bot er seine Oper, "Die Feen", an. Doch das Direktorium lehnte ab, weil das Werk der Oper "Der Vampir" von Heinrich Marscher zu ähnlich wäre. Dann komponierte er die Oper "Das Liebesverbot", welche eine künstlerische Kurskorrektur Wagners darstellte. Er verband die südliche Sinnlichkeit der italienische Musik mit dem germanischen Geist. Zur gleichen Zeit führte ihn Heinrich Laube in die Gedankenwelt der sogenannten Jungdeutschen ein. Mit 21 Jahren wurde Wagner Musikdirektor in Magdeburg. Er machte Schulden und begann zu Trinken und zu Spielen. Bald verliebte er sich in Minna Planer. Diese war verzweifelt wegen seiner Schulden und half ihm aus der Bedrängnis. Sie erwirkte in Königsberg, wo sie ein Engagement als Schauspielerin annahm für Wagner einen Posten als Kapellmeister. Die beiden heirateten am 24 November 1836. Doch die Theaterdirektion kürzte die Honorare und so konnte Richard seine Gläubiger nicht befriedigen. Minna verließ Richard und kehrte mit einer neuen Stelle für ihn zurück. So wurde Wagner Direktor des Stadttheaters in Riga. Als Wagner mit seiner nächsten Oper "Rienzi" anfing geriet er in Streit mit dem Intendanten Karl von Hoteil. Prompt erhält er im März 1839 die Kündigung. Seine Schulden Wachsen weiter. Plötzlich klagten die Gläubigerschar aus Magdeburg und Königsberg ihre Rechte ein. Er flüchtete mit Minna nach Paris. Sie machten einen abenteuerlichen Umweg über England. Wagner setzte die Flucht in der Oper "Der Fliegende Holländer" um. In Paris lebte er von der Hand in den Mund und mußte Arbeiten verschiedenster Art annehmen. Dort begegnet ihm auch Franz von Liszt. Im Oktober 1840 kam Wagner in Schuldhaft. Nachdem Minna einen Brief an einen gemeinsamen Freund geschickt hatte, kam die große Wende, denn sie erhalten Geld. Richard durfte das Gefängnis verlassen und schrieb den "Rienzi" fertig. Er bat den König von Sachsen um die Premiere im Dresdener Hoftheater. So wurde "RIENZI" zum ersten mal aufgeführt. Bald entdeckte er die Legenden von "TANNHÄUSER" und "LOHENGRIN" und geriet in einen Leserausch. 1842 wurde der "FLIEGENDE HOLLÄNDER" in Berlin angenommen, und so zog er mit Minna wieder nach Deutschland. Am 20. Oktober wurde RIENZI in Dresden sehr erfolgreich uraufgeführt. Nun bemühte sich der Theaterdirektor auch um die Premiere des FLIEGENDEN HOLLÄNDER. Leider war diese Premiere nicht sehr erfolgreich und die Oper verschwand nach vier Vorstellungen vom Spielplan. Trotz struktureller Schwächen birgt die Oper vielseitige Qualitäten. Ein Monat danach bekam Wagner die Ernennungsurkunde zum königlich sächsischen Hofkapellmeister. So nahm er das Amt von Carl Maria von Weber ein, der als Schöpfer der Deutschen Oper galt. Durch einige Interpretationen von Beethovens Sinfonien begründete Wagner seinen internationalen Ruf als Dirigent. Am 19 Oktober 1845 kommt in Dresden die große Romantische Oper "Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg" zur Uraufführung. Sie hinterließ ein verwirrtes und enttäuschtes Publikum. Aber am 30 Oktober wurde sie stürmisch bejubelt. Am 17 November laß Wagner sein nächstes Projekt den "Lohengrin" vor und irritierte die Zuhörer. Zu seinen engsten Vertrauten zähle August Röckel, der ihn in die sozialrevolutionären Lehren einführte. Wagner äußerte sich zu politischen Fragen und war dadurch von der Regierung Verfolgungen ausgesetzt. Seine Werke wurden vom Spielplan gestrichen. Durch Röckel lernte er den russischen Anarchisten Michail Bakunnin kennen und entwickelte sich zum potentiellen Revolutionär. Nach Ausschreitungen wurde Wagner Steckbrieflich gesucht, aber er floh in die Schweiz. Dort hatte er keine Aussicht auf eine Aufführung seiner Opern und arbeitete daher Journalistisch. Um sein Einkommen aufzubessern dirigierte er in Zürich regelmäßig die allgemeine Musikgesellschaft und so bekam er auch seinen ersten Schüler den er unterrichtete, Hans von Bülow. Er traf auch auf Otto und Mathilde Wesendonck. Beide waren vom Genie des Dirigenten überzeugt. 1851 schrieb Richard den "NIBELUNGENRING". 1854 laß Wagner Arthur Schopenhauers Buch, die Welt als Wille und Vorstellung. Er stellt fest, dass dessen Entsagungsphilosophie seinem Weltbild nahekam. Bald verliebt er sich in Mathilde Wesendonck. Minna und Richard haben sich in den Jahren des Exils sehr verfremdet. Wagner stand unter sehr großer Belastung. Er unterbrach seine Arbeit am "Ring" und entschloß sich eine neue Oper mit den Schopenhauer Erfahrungen zu schreiben. So entstand "Tristan und Isolde". Die Oper erzählt nicht nur die Beziehung Richard Mathilde, sondern sie Enthält auch ein Schuldgeständnis. Es werden Konturen Otto Wesendoncks sichtbar. 1857 zogen Richard und Minna in das Nachbarhaus der Wesendoncks ein. Minna fand einen Liebesbrief von Mathilde der für Richard bestimmt war. Darauf beschloß sie eine Kur zu machen. Richard reiste nach Venedig um dort die Oper "Tristan und Isolde" weiterzuschreiben. Er wurde aber aus der Lagunenstadt gewiesen und kehrte in die Schweiz zurück. Dort verkaufte Wagner an Wesendonck um 6000 Franken die Publikationsrechte für den "Nibelungenring". Mit Minna wieder versöhnt reiste er wieder nach Paris und hoffte die Oper "Tannhäuser" aufführen zu können. Mehrere geglückte Konzerte und der Musikkritiker Gasperini öffneten ihm die Türen zur Pariser Gesellschaft. Kaiser Napoleon III erlaubte den "Tannhäuser" in der Grand Opéra aufzuführen. Wagner aber provozierte den Anti Deutsch gesinnten Jocke Club und so kam es bei der Aufführung zu einem Krawall. Die Oper wurde zurückgezogen. 1861 sollte "Tristan und Isolde" in Wien Premiere haben. Aber es kam nicht dazu, da das Stück zu schwierig war. Wagner entschloß sich eine Populärere Oper zu schreiben. Im Februar 1862 kommt es zur Scheidung zwischen Minna und Richard und schon im März umwirbt er Mathilde Mayer, die er zum Vorbild für seine "Meistersinger - Eva" kürt. Im Sommer 1862 näherte er sich Cosima, der ältesten Tochter von Liszt, die mit Hans von Bülow vermählt war. Doch bevor sie ihren Liebesweg gemeinsam gingen eilte Richard quer durch Europa um als Dirigent Geld zu verdienen. Von Wien floh er wegen drohender Schuldhaft über die Schweiz nach Stuttgart. Hier fand ihn der Hofrat von Pfistermeier, der ihn im Auftrag des neuen Bayrischen Königs suchte. König Ludwig II erklärte sich bereit Wagner zu unterstützen. Er bezahlte seine ganzen Schulden und rettet so den "Nibelungenring". Bei der ersten Begegnung bat König Ludwig II Richard in das Haus Pellet einzuziehen, welches nahe dem königlichen Schloßberg liegt. Wagner schwärmt von seinem König und gestaltet seine neue Welt mit erschreckender Konsequenz wie er es wollte. So lud er die Familie von Bülow zu sich ein um die Ferien bei ihm zu verbringen. Richard und Cosima trafen sich immer heimlich und wurden intim. Als Herr Bülow das erfuhr erlitt er einen Schlaganfall und lag Wochenlang im Bett. Als kleine Gegenleistung bot Richard Wagner ihm an, Vorspieler bei Ludwig II zu werden. Im April bringt Cosima eine Tochter zur Welt. Sie wurde Isolde genannt und war das Kind der Beziehung zu Wagner. Um den Schein zu wahren nahm Hans von Bülow die Vaterschaft an. 1866 starb Minna, Richards erste Frau. Nach einer Anstandszeit heirateten Richard und Cosima in Luzern. Er strapaziert auch sein Verhältnis zu seinem König. In München staffierten beide ihr Haus so aus, dass es der reinste Luxus war. Sie bezahlten alles aus der königlichen Staatskasse. Wagner ließ den Architekten Gottfried Semper nach München rufen, der ihm ein Festspielhaus erbauen sollte, welches nur für Wagnersche Werke sein sollte. 1868 kam es aber zum Bruch zwischen den Architekten und Ludwig II. Der Plan scheiterte. Richard Wagners inniger Kontakt zum König stach so manchen Einflußreichen ins Auge und es kam zu Angriffen in der Presse gegen ihn. Doch Richard gelang es den König weiter zu begeistern. Am 10 Juni 1865 kam es im Münchner Hof und Nationaltheater zur Uraufführung von "Tristan und Isolde". Die Aufführung wurde nicht begeistert aufgenommen. Nur der König jubelte. Er bat Richard seine Autobiographie zu schreiben. Dieser aber brachte "Parsifal" zu Papier und widmete die Erzählung dem königlichen Freund. Diese Freundschaftliche Beziehung wurde aber bald getrübt, als herauskam, dass Wagner 40000 Taler als Vorschuß aus der Bayrischen Kabinettskasse erhalten hatte. Der Staatsminister meinte, dass Richard Wagner staatsbedrohend sei und forderte Ludwig II auf, seinen Liebling aus dem Lande zu verweisen. So ging Wagner 1865 abermals in die Schweiz und bat dort um Asyl. Erneut schienen nun alle seine Hoffnungen gescheitert zu sein, denn seine Frau Cosima mußte aus gesellschaftlichen Gründen in München bleiben. Doch er rappelt sich wieder auf und wendet sich der Musik zu. Im März 1866 legte er den ersten Akt der Oper "Die Meistersinger" vor. Ludwig II bezahlte ihm die Miete einer Villa am Vierwaldstättersee und so konnte Cosima mit ihren Kindern folgen. Am 17 Februar 1867 kam Eva, das 2 Kind Richards, zur Welt. Im Herbst 1866 vollendete Wagner die Partitur seiner "Meistersinger" und am 21 Juni 1868 wurde die Oper unter der Leitung von Hans von Bülow in Nürnberg zur Uraufführung gebracht. Es war ein großartiger Erfolg. Noch während der Vorstellung ließ Ludwig II, Wagner zu sich in die Königsloge holen, damit er den Applaus des Publikums hören konnte. Die Presse allerdings teilte diese Meinung nicht und nannte Richard einen Halbmusiker und einen Halbpoeten. In den "Meistersingern" geht es um den Konflikt zwischen Künstler und Gesellschaft. Im Oktober 1868 informierte Wagner Ludwig II, dass er sich nun offiziell mit Cosima trauen lassen würde. Cosima begann an ihrem Tagebuch zu schreiben, welches erst ein Jahrhundert später erschienen ist. Am 6 Juni 1869 brachte Cosima Wagners drittes Kind zur Welt. Der Bub wurde Siegfried getauft. Bald darauf befahl Ludwig II gegen den Willen Richard Wagners die bereits vollendeten Teile des "Nibelungenringes", nämlich "Rheingold" und "Walküre" in München Uraufzuführen. Wagner gefiel das nicht und er schaute nach anderen Spielstätten für die Uraufführung des gesamten "Ringes" und mit ihr verbundene Festspiele. Er schielt nach Preußen. Denn die Preußen sind mit Otto von Bismarck auf dem besten Wege Deutschlands führende Macht zu werden. Als auch noch König Wilhelm I von Preußen zum Deutschen Kaiser ausgerufen wurde schlug sich Wagner auf die Seite der neuen Machthaber. Er komponierte für das Militärorchester den "Kaisermarsch". Als Richard mit seiner Frau Cosima im April 1871 Bayreuth besuchten beschloß er, hier ein Festspielhaus zu erbauen. Froh gelaunt ziehen Richard und Cosima im April 1872 nach Bayreuth. Die Stadt stellte ihnen ein Grundstück zur Verfügung. In den Jahren bis zur Eröffnung des Festspielhauses mußte sich Richard auf bestimmte Ziele konzentrieren. Die Fertigstellung des "Nibelungenringes" drängte. Er hatte viel zu tun, denn er mußte ein Ensemble zusammenstellen und mußte sich Geld beschaffen indem er wieder zu dirigieren begann. Richard war in ziemlicher Geldnot, doch plötzlich hilft ihm Ludwig II mit einem Kredit über 100000 Talern für die Festspiele und schenkte ihm noch 25000 Taler für den Erbau einer Villa. 1876 ist es endlich so weit. Das Festspielhaus ist Fertiggestellt. Vom 13 - 30 August 1876 fand im Bayreuther Festspielhaus die Uraufführung vom "Ring des Nibelungen" statt. Die ersten Bayreuther Festspiele brachten ein großes Defizit. Wieder stand Wagner vor dem finanziellen Ruin. Er griff abermals zum Taktstock. Er dirigierte in London Ausschnitte seiner Oper und er ließ sich von Königin Viktoria auf Schloß Windsor empfangen. Außerdem gründet er die Bayreuther Blätter. Wie schon so oft bat er wieder Ludwig II zur Kasse. Nach der Anstrengung reisen Richard und Cosima Wagner nach Italien zur Erholung. In den Monaten nach seinem Italienaufhalt konnte er zwar den Finanziellen Ruin der Festspiele verhindern, aber keine neue Inszenierung des "Ringes" machen. So sammelte er sich die Kräfte für die Vollendung des "Parsifal", den er sollte bei den nächsten Festspielen uraufgeführt werden. Am 26 Juli 1882 war es so weit. Mitten in der letzten Aufführung übernahm Wagner vom Dirigenten Levi, vom Publikum unbemerkt den Dirigentenstab, ein stiller Abschied. Nach den Festspielen war er sichtbar gealtert und wurde immer öfter von Herzattaken heimgesucht. Er spürte sein Ende. Nochmals reiste er mit Cosima nach Venedig, entwickelt sich zum nörgelnden Widerling und machte sich und anderen das Leben schwer. Am 13 Februar 1883 starb Wilhelm Richard Wagner im Palazzo Vendramin - Calergi, als er an einem Manuskript "Über das Weibliche im Menschlichen" arbeitete.

 

ENDE