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Justus Möser

 

 

Sein Leben

 

1720 in Osnabrück geboren, studierte Rechtswissenschaft in Jena. Anschießend Advokat (Rechtsanwalt) in Osnabrück. 2 wichtige Ämter: advocatus patriae und Syndikus der Ritterschaft (siehe "Möser als Staatsmann"). Mösers Haus war Mittelpunkt edler Geselligkeit. Er führte ein insgesamt glückliches Familienleben, das jedoch überschattet wurde durch den Tod seines einzigen Sohnes (im Duell getötet) Möser starb 1794. Seien letzten Worte: ich bin müde und möchte schlafen.

 

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Sein Grab in der Marienkirche im südlichen Chorumgang. Noch heute findet sich dort die Grabplatte. Sein Denkmal auf dem Domhof zu Osnabrück, von Drake, dem Schöpfer der Siegessäule in Berlin: Möser Geburtshaus steht am Markt, wurde im 2. Weltkrieg zerstört und ist jetzt wieder aufgebaut. Mösers Wohnhaus, in dem er die letzten 19 Jahre seines Lebens verbrachte, stand auf einem Teil des Grundstückes, auf dem 1902 die Möser- Realschule – Innenstadt (ehemals als Bürgerschule errichtet wurde.

 

 

 

 

Möser als StaatsmannMöser war advocatus patriae, d.h. Anwalt des Vaterlandes. Mit "Vaterland" ist das damalige Fürstbistum Osnabrück gemeint (es entspricht in etwa dem heutigen südlichen Teil des Regierungsbezirks Weser – Ems). Der Westfälische Frieden von 1648, im Rathaus zu Osnabrück mit den Schweden geschlossen, enthielt die merkwürdige Bestimmung, dass im Fürstbistum Osnabrück abwechselnd ein katholischer und ein evangelische Bischof Landesherr sein sollte, der evangelische Bischof aber stets aus dem welfischen Fürstentum Braunschweig – Lüneburg stammen mußte. Diesem Fürstengeschlecht, dem ältesten Deutschlands, gehörte u.a. Georg III., Kurfürst von Hannover und König von England, an, der damit den Anspruch auf den Bischofssitz Osnabrück hatte, wenn ein Evangelischer an der Reihe war. Nach dem Tode des katholischen Bischofs zögerte Georg III. die Verhandlungen über den neuen evangelischen Bischof so lange heraus, bis in London sein zweiter Sohn geboren wurde, der als Bischof von 0snabrück Landesherr und fürstlicher Souverän werden sollte.

 

So geschah es, daß ein halbjähriger Säugling zum Bischof von 0snabrück gewählt wurde. Die Regentschaft während seiner Minderjährigkeit wurde Möser übertragen,

der wegen seiner großen staatsmännischen Klugheit beim König von England in hoher Gunst stand.

 

Als advocatus patriae vertrat Möser die Interessen der bischöflichen Regierung, auch gegenüber den Ständen des

Landes. Von diesen wählte ihn die Ritterschaft zu ihrem Sekretär und Syndikus (Rechtsberater). Die Vereinigung dieser Ämter

in einer Person war nur einem außerordentlich begabten Manne

möglich.

 

Möser lenkte die Finanzverwaltung des Fürstbistums Osnabrück so meisterhaft, dass die Stände am Ende des Siebenjährigen Krieges die gesamte Kriegsschuld von 600.000 Talern abbezahlen konnten, ohne daß eine besondere Steuer erhoben zu werden brauchte.

 

 

Möser als Schriftsteller

 

Ein wichtigstes Werk: "Patriotische Phantasien" . Das waren 287 Aufsätze, in denen Möser seien Landsleute mit den Absichten der Regierung bekannt machen, ihr Interesse für deren Maßnahmen wecken, ihr Vertrauen zur Obrigkeit gewinnen wollte. Möser schrieb hier über Ehe, Haushalt, Erziehung, Gewerbe, Wohnwesen, Gesundheitspflege usw. Diese Aufsätze waren die Summe seiner praktischen Lebenserfahrung.

 

Herder, gleich Möser ein großer Verehrer Shakespeares, hatte den jungen Goethe in Straßburg zum erstenmal auf Möser hingewiesen. Mösers "Patriotische Phantasien" waren das Hauptthema bei der ersten Begegnung zwischen Goethe und dem Herzog Karl August von Weimar in Frankfurt. Dieses Gespräch leitete die entscheidende Wende in Goethes Leben ein, seien Übersiedlung nach Weimar, wohin er nicht nur als Dichter gerufen wurde, sondern wo er auch das höchste Staatsamt bekleidete, im Geiste Mösers. Großen Einfluß hatte Möser auch auf die Entstehung von Goethes "Egmont" (besonders auf das Staatsgespräch im 4. Akt zwischen Alba und Egmont). In seiner letzten großen Schrift (

 

 

 

(gegen die Verurteilung der deutschen Literatur durch

Friedrich den Großen) lobt Möser besonders Goethes "Götz von Berlichingen", an dem Friedrich der Große kein gutes Haar ließ.

Goethe sagt über Möser:"Gern erwähne ich dieses trefflichen

Mannes, der sehr großen Einfluß auf meine Bildung gehabt hat".

Goethe nennt ihn einen unvergleichlichen Mann", bei dem man

"zugleich den Geist, den Verstand, die Leichtigkeit, Gewandtheit, den Geschmack und den Charakter bewundern muß.

 

So ist Möser als Vorläufer der Klassiker einer

der großen Anreger Goethes gewesen.

 

 

Die Möser - Medai11e

 

Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Möser - Medaille gestiftet. Sie wird Persönlichkeiten verliehen, die sich um die Stadt Osnabrück verdient gemacht haben oder die in enger Beziehung zu Mösers geistigem Erbe stehen. Träger der Möser - Medaille waren u.a. Bundespräsident Theodor Heuss, die Osnabrücker Schriftsteller Ludwig Bäte und Erich Maria Remarque.