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Hl. Therese von Lisieux

Therese kam am 2.Jänner 1873 in Alencon ,einer Kleinstadt etwa 2000 Kilometer westlich von Paris, als fünftes Mädchen der Familie Martin zur Welt. Sie war ein reizendes, aufgewecktes, fröhliches Kind und der Liebling der ganzen Familie. Sie wuchs in einer Atmosphäre der Geborgenheit auf. Von klein auf lernte sie beten und übte es täglich.

Doch am 28.August 1877 starb die Mutter an Brustkrebs. Aus dem lebhaften, glücklichem Kind wurde ein schüchternes, verschlossenes Mädchen. Ihre ältere Schwester Pauline wurde für sie zur Ersatzmutter. Die Martins zogen von Alencon 80 Kilometer weiter nördlich nach Lisieux, wo der Bruder von Frau Martin mit seiner Familie lebte. In dem großen Haus "Les Buisonnetes" mit Garten fanden sie ein neues Zuhause, in dem Therese wieder auflebte. Ihre Ängstlichkeit, ihr überscheues Wesen aber behielt sie.

Der nächste, folgenschwere Einschnitt kam am 2.Oktober 1882:ihre Schwester Pauline trat in den Karmel von Lisieux ein. Therese "reagierte" auf den Verlust mit ständigen Kopfschmerzen, Halluzinationen traten auf, sogar Anzeichen von Geisteskrankheit. Die Seele des Kindes war bis ins Innerste verwundet. Als die Familie vor einer Marienstatue um die Genesung von Therese betete, sah das Mädchen die Muttergottes lächeln. Die Güte und Zärtlichkeit im Gesicht Mariens machten die Zehnjährige, die, der Zeit entsprechend an einen gerechten und fordernden Gott glaubte, vor dem ein sündiger Mensch Angst haben mußte, so "glücklich", daß sie die fehlende Mutterbindung überwand. Drei Jahre nach ihrer Genesung erlebte Therese an Weihnachten 1886 nach eigenen Worten die "Gnade der Bekehrung" .Sie überwand ihre Weinerlichkeit und fand ihre Seelenstärke wieder. Therese übergab Jesus ihr Leben und nahm sich selber an – mit ihren Schwächen. Ihn zu lieben sah sie als ihre einzige Lebensaufgabe an, auch stellvertretend für die, die ihn nicht lieben konnten oder wollten. Immer klarer wurde ihr, wo ihr Platz war, wo Gott sie haben wollte: im Karmel, in dem mittlerweile schon zwei ihrer Schwestern, Pauline und Marie, eingetreten waren.

Therese sehnte sich nach dem Leben im Kloster, um mit ihrem Gebet "die ganze Welt aus den Angeln zu heben", durch ihr Beispiel andere Gott so lieben zu lehren, wie sie ihn liebte, betend und opfernd für die Menschen, besonders für die Priester, Sünder und Ungläubigen da zu sein. Schweren Herzens gab der Vater seiner "kleinen Königin" die Zustimmung zum Eintritt. Doch Therese war erst 14, viel zu jung, und weder der Superior des Ordens noch der zuständige Bischof hatten Verständnis für die Ungeduld Thereses, mit der sie förmlich in den Karmel drängt, immer mit dem Argument: Gott ruft mich. Therese reiste sogar mit ihrem Vater nach Rom, um vom Papst die Erlaubnis zum Eintritt zu bekommen – vergeblich. Schließlich schrieb Therese an Bischof Hugonin von Bayeux – und die Antwort war positiv. Am 9. April 1888 trat Therese in den Karmel von Lisieux ein, erhielt die Namen "Therese vom Kinde Jesus und vom heiligsten Antlitz", am 10. Jänner 1889 wurde sie eingekleidet, zwei Jahre und fünf Monate nach ihrem Eintritt legt sie die ewigen Gelübde ab. Die Einkleidung war das letzte Fest, an dem ihr Vater dabeisein konnte. Kurze Zeit später wurde er in eine Anstalt für Geisteskranke eingeliefert, wo er 1894 starb.

Das alltägliche Leben im Karmel war geprägt von Arbeit und Gebet. Das Essen war karg, es gab nur wenig Freizeit. Und das Zusammenleben war nicht einfach. Da gab es sympathische und unsympathische Mitschwestern, Eifersüchteleien, Nadelstiche gegen die Jüngste. Ob es nun der Dienst in der Wäschekammer oder an der Pforte war, ob sie Böden wusch, der Novizenmeisterin half oder eine alte Schwester betreute, Therese verrichtete alle Dienste fröhlich und heiter. In jeder noch so kleinen Handlung sah Therese die Möglichkeit, Gott zu begegnen, ihn zu lieben und die Mitmenschen seiner Liebe anzuvertrauen. Selbst wenn sie mit einer Schwester gar nicht zurechtkam, schenkte sie ihr ein Lächeln. Ihre Gedanken faßte sie in Gedichte und Gebete. Der von ihr verehrten Jeanne d’Arc widmete sie ein Theaterstück. Auf Anregung ihrer Schwester Pauline, damals Priorin des Karmel, notierte sie ihre Kindheitserinnerungen und die Gedanken zu den Exerzitien in Schulhefte. Therese, mit der Berufung zur Liebe, wäre gerne Missionarin geworden. Jetzt bekam sie zwei Missionare als Brüder, Maurice Belliere und Adolphe Roulland. Sie wandten sich als Seminaristen mit der Bitte um Gebetshilfe an den Karmel von Lisieux, und Therese wurde ihnen als Bezugsperson zugeteilt. Belliere reiste nach Afrika, Roulland nach China. Der Briefkontakt mit Therese blieb aufrecht, war herzlich, und beide wußten, wie sehr Therese für die Mission betete und litt. Ihr Gebet erreichte die ganze Welt.

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Therese wußte, daß zur Liebe das Kreuz gehört. Aber wie schwer dieses werden würde, erfuhr sie in den letzten 18 Monaten ihres Lebens. In der Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag 1896 erlitt Therese in ihrer Zelle den ersten Blutsturz. Von da an hatte sie starke Schmerzen. Immer wieder brach sie Blut, konnte kaum essen, sich nur schwer aufrecht halten, zuletzt benützte sie den Rollstuhl. Zum körperlichen Leiden kam das seelische: die "Nacht des Lebens". Der Glaube war ihr kein Licht und kein Trost mehr. Therese sprach von Prüfung und Versuchungen, "ob es einen Himmel gäbe", nie aber von Zweifeln. Der Himmel war verschlossen, ihre Seele in Dunkel gehüllt. Therese hielt das Kreuz umklammert und "glaubte an das, was sie glauben wollte". Ihr war auch kein erbauliches Sterben vergönnt. Nach einem zweitägigen, schmerzhaften Todeskampf starb sie am 30. September 1897 mit den Worten: "Oh! Ich liebe ihn! Mein Gott! Ich liebe dich!"

1923 wurde die "größte Heilige der Neuzeit", so Papst Pius X., selig gesprochen, 1925 heilig, 1927 erklärte die Kirche sie neben Franz Xaver feierlich zur Missionspatronin, und 1997 fiel die Entscheidung, sie als nunmehr erst dritte Frau neben Teresa von Avila und Katharina von Siena zur Kirchenlehrerin zu erheben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Elisabeth Peirhofer

4.c 1997/98

 

Hausarbeit

Zum Thema:

 

Die heilige Therese von Lisieux

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"Die Botschaft der heiligen Therese, einer jungen Heiligen, paßt besonders zu euch Jugendlichen: in der Schule des Evangeliums öffnet sie euch den Weg zur christlichen Reife. Sie ruft euch zu einer endlosen Großzügigkeit auf. Sie lädt euch ein, im Herzen der Kirche leidenschaftliche Zeugen der Liebe Christi zu sein."

 

Papst Johannes Paul II.

beim Angelus in Paris,

24. August 1997