Gratis Newsletter !
Der Schultreff-Newsletter informiert Dich stets über neue Arbeiten und mehr rund um Schultreff.
Du kannst Dich jederzeit wieder abmelden.
 

Ignatius von Loyola (1491-1556)

Ignatius von Loyola wurde 1491 in Azpeitia in der Baskischen Provinz Guipuzcoa im Norden Spaniens geboren. Die Eltern gaben ihm den Namen "Inigo". Er war das jüngste von dreizehn Kindern. Im Alter von etwa dreizehn Jahren kam er als Page an den Hof von J. V. De Cullar, zu Juan Vel Ezquez, dem Schatzmeister des Königreiches von Kastilien. Damit hatte er auch Zugang zu Bildung und gesellschaftlichem Leben am königlichen Hof. Er war ein leidenschaftlicher Spieler, hatte ein Auge für schöne Frauen und kämpfte gerne mit dem Schwert. Ignatius wurde am Hofe von J.V.De Cullar nach ritterlichen Idealen erzogen, und war nicht sehr religiös, sprich er interessierte sich nicht sehr für Religion. Ehrgeiz und Hoffnung , am Hofe zu glänzen, führten ihn in den Offiziersdienst.

 

Mit 26 Jahren trat er in den Dienst des kastilischen Vizekönigs zu Navarra und war mit politisch-militärischen Aufgaben betraut. Im Alter von dreißig Jahren, im Mai 1521, war Inigo als Offizier bei der Verteidigung der Festung von Pamplona

gegen die Franzosen dabei. Pamplona war die treibende Kraft des Widerstandes gegen die französische Herrschaft. Die spanischen Soldaten waren zahlenmäßig stark unterlegen und ihre Situation war aussichtslos. Der spanische Kommandant wollte sich ergeben, doch Ignatius versuchte ihn umzustimmen: "Wenn wir schon

nicht siegen, so retten wir wenigstens die Ehre Spaniens." Die Franzosen beschossen die Festung und Inigo wurde am Bein verletzt. Der französische Kommandant war vermutlich vom Draufgängertum Inigos beeindruckt, denn er ließ ihn von Soldaten auf einer Bahre in die Heimat auf Schloß Loyola bringen, anstatt ihn in Kriegsgefangenschaft zu nehmen. Sein Bein wurde verarztet, doch es heilte nicht.

Es ging ihm immer schlechter und die Ärzte gaben ihm kaum Überlebenschancen. Schlußendlich verbesserte sich sein Zustand. Das Bein heilte, aber unter dem Knie stand ein Stück Knochen vor und dadurch war ein Bein etwas kürzer als das andere. Das störte Inigo sehr und lieber wäre er gestorben, als mit dieser Entstellung weiterleben zu müssen. Wie sollte er so die höfischen Stiefel und Beinkleider tragen? Er wollte, daß die Ärzte das häßliche Knochenstück abschneiden und das Bein solange strecken, bis es wieder so lange wie das andere war. Das ging aber nicht gut und Inigo hatte von nun an ein leichtes Humpeln in seinem Gang.

Werbung

 

Die Zeit, in der sich Ignatius änderte:

 

Während seiner Genesung war ihm langweilig und er wollte einen Ritter- oder Liebesroman lesen. Statt dessen fand er ein Buch über Heilige und eines über das Leben Jesu und er begann drauflos zu lesen. Je mehr er las, umso besser gefiel es ihm. Oft träumte er auch nur so in den Tag hinein und er stellte sich vor wie es ist,

wenn man berühmt und erfolgreich wird. Wenn er etwas über die Heiligen oder über Jesus las, war er ruhig und zufrieden. Nach seinen langen Tagträumen fühlte er sich aber unruhig und unzufrieden. Dieser Unterschied ging ihm nicht mehr

aus dem Kopf. Später nennt er ihn die Unterscheidung der Geister". Nach dieser Entdeckung und nachdem er wieder halbwegs gesund war, verließ er das Schloß im März 1522. Er wollte nach Jerusalem gehen und dort leben, wo Jesus gelebt hatte, da ihm auch eine Darstellung von Jesus Leben in die Hände gefallen war während er krank war, und er von dieser sehr überzeugt wurde. Als Erstes ging er nach Barcelona. Sein Leben hat sich zwar verändert, aber er wußte noch nicht recht, wie er als wirklicher Christ leben soll. Ein großes Problem Ignatius wares, sich vom alten Leben, das er führte, abzuwenden, bzw sich von seiner Vergangenheit loszureissen.Er glaubte, er habe zu wenig gebeichtet und Gott würde ihm nicht verzeihen. Er sah sich als Sünder und wollte sich vor Gott gerecht machen. Ignatius war der Ansicht er glaube , jedoch nicht mit genügend Hingabe. Danach setzte er seine Reise zum Wallfahrtsort Montserrat fort. Dort beichtete er und kniete die ganze Nacht vor dem Altar. Inigo legte seine Waffen ab, ging hinaus und schenkte seine teuren Kleider einem Armen, hüllte sich in Lumpen, zog sich Sandalen an, nahm einen Wanderstock und zog weiter. Nun wollte er ein " Ritter Christi" werden. Er fastete streng, demütigte sich durch betteln und versuchte im Gebet zu erkennen, was Gott mit ihm vorhabe. Diese "göttlichen Übungen" beschreibt er in seinen Exerzitienbüchlein.

 

Die Erfahrung in Manresa

 

Er wanderte weiter Richtung Barcelona und am Fluß Cardoner, in der Nähe von Manresa, rastete er. Er fand eine Höhle als Unterschlupf und wollte dort einige Tage bleiben. Schließlich wurden zehn Monate daraus. Täglich betete er und sonst arbeitete er in einem Krankenhaus in Manresa. Am Ufer des Flusses Cardoner geschah für Ignatius etwas ganz Eindrucksvolles. Es war eine Erleuchtung in der er viele Dinge verstand. Diese Erleuchtung wird Vision genannt. Kurz vor seinem Tod sagte Ignatius, daß wenn er alles was er bisher in seinem Leben gelernt und verstanden hat zusammenzählt, dann ist es immer noch weniger als das, was er am Cardoner erlebte. Dieses Ereignis prägte ihn für sein ganzes Leben. Ignatius sagte niemals genauer, worum es in der Vision ging, aber es war vielleicht eine Gotteserfahrung. Eine Erfahrung die ihn befähigte, Gott in allen Dingen zu finden. Diese Gabe, Gott in allen Dingen zu finden, ist die eigentliche Stärke der Jesuiten.

 

 

 

 

 

Während der Zeit in Manresa wollte es Ignatius den Heiligen nachmachen und er hielt strenge Bußübungen ab. Es ist möglich daß er sich bei einer dieser Übungen, vielleicht beim Fasten, den Magen schädigte, denn sein ganzes Leben plagten ihn immer wieder Magenschmerzen. Er wußte noch immer nicht, was Gelassenheit und rechtes Maßhalten bedeutet. Das ist wahrscheinlich der Grund, warum die Jesuiten keine vorgeschriebenen Bußübungen haben, wie sie für andere Orden der damaligen Zeit üblich waren. Als er Barcelona erreichte, nahm er dort ein Schiff nach Italien, ging nach Rom, und suchte beim Papst um die Erlaubnis zur Pilgerreise in das Heilige Land an. Dort angekommen, wollte Ignatius auch bleiben, aber er wurde von den Franziskanern wieder zurückgeschickt, weil die Lage zu gefährlich war. Damals war das Heilige Land von den Türken besetzt. Ignatius wollte nicht zurück, aber als ihm die Exkommunikation angedroht wurde, reiste er doch ab.

 

Die Rückkehr auf die Schulbank

 

Ignatius war 33 Jahre alt, als er sich zum Studium entschloß. Er wollte Priester werden. Da Latein Voraussetzung war, mußte er zurück nach Barcelona und lernte dort in einer Schule mit den jungen Leuten. Seinen Lebensunterhalt erbettelte er sich. Nach zwei Jahren ging er auf die Universität in Alcala. Dort brachte ihn seine religiöse Begeisterung in Schwierigkeiten. Er sammelte Studenten und Erwachsene, erklärte ihnen das Evangelium und lernte ihnen beten. Das zog die Aufmerksamkeit der Inquisition auf sich und Ignatius wurde unter Verdacht auf Häresie für 42 Tage ins Gefängnis geworfen. Nach seiner Entlassung verbot man ihm das Unterrichten. Die spanische Inquisition war willkürlich und Priester oder Nichtpriester waren verdächtig. Ignatius konnte aber nicht leben ohne den Menschen zu helfen und so ging er an die Universität nach Salamanca. Innerhalb von zwei Wochen warfen ihn dort die Dominikaner ins Gefängnis. Obwohl an seinen Aktivitäten und in seinen Reden nichts häretisches gefunden werden konnte, mußte er zuerst Theologie studieren. Dazu ging Ignatius nach Paris an die Universität. Dort studierte er Lateingrammatik, Literatur, Philosophie und Theologie. Jeden Sommer arbeitete er einige Monate in Flandern um Geld für sein Studium zu verdienen. In Paris lernte er Franz Xaver und Peter Faber kennen, die seine ersten Gefährten wurden. Ignatius gab ihnen die "Geistlichen Übungen". In Paris legten sechs Männer und Ignatius die Gelübde der Keuschheit und der Armut ab. Danach wollten sie ins Heilige Land reisen. Sollte das nicht möglich sein, dann wollten sie nach Rom gehen und für den Papst arbeiten. Damals dachten sie noch nicht an die Gründung eines religiösen Ordens. Sie warteten ein Jahr auf die Überfahrt. Da aber zwischen Moslems und Christen Krieg war, fand sich keine Gelegenheit dazu. Während ihrer Wartezeiten arbeiteten sie in Spitälern und gaben Religionsunterricht in Städten Norditaliens. In dieser Zeit ließ Ignatius sich zum Priester weihen. Seine erste Messe wollte er erst in Jerusalem lesen, in dem Land, in dem Jesus lebte.

 

 

 

 

 

 

 

Ignatius, Peter Faber und Lainez brachen nach Rom auf. In der Kapelle bei La Storta, kurz vor Rom hatte Ignatius wieder ein wichtiges Erlebnis. Während sie beteten sagte Gott zu ihm, daß er ihnen in Rom beistehen wird. Der Papst freute sich über ihr großzügiges Angebot und schickte sie predigen und Religion unterrichten. In der Fastenzeit 1539 versammelten sich die Gefährten in Rom. Sie hatten ursprünglich nicht die Absicht eine religiöse Gemeinschaft zu gründen. Als es mit der Jerusalemfahrt nichts wurde, mußten sie sich fragen, wie es weitergehen soll. Nach langen Gesprächen beschlossen sie eine Gemeinschaft zu gründen, an

deren Spitze ein Generaloberer stehen soll. Sie sollte vom Papst bestätigt werden. Dann werden sie sich dem Papst zur Verfügung stellen und dort arbeiten, wo er es für wichtig hält, und einen besonderen Gehorsam dem Papst erweisen. Die offizielle Bestätigung des neuen Ordens erfolgte durch Papst Paul III. am 27. September 1540. Sie sahen sich als Gefährten Jesu und wollten sich auch so nennen. Der Orden wurde bekannt als Gesellschaft Jesu, in Latein Societas Jesu mit der Abkürzung SJ. Der Wahlspruch war " Alles zu Ehren Jesu " . In der ersten Wahl wurde Ignatius zum Generaloberen gewählt, aber er lehnte die Wahl ab und bat die Gefährten um eine Neuwahl. Die zweite Wahl endete wieder einstimmig für Ignatius. Er wollte die Wahl immer noch nicht annehmen. Deshalb redete er mit einem Franziskaner, den er gut kannte und der überzeugte ihn, daß Gott es so wollte. Ignatius stimmte zu. Am Karfreitag dem 22. April 1541 legten die Gefährten der neu gegründeten Gesellschaft Jesu die Gelübde ab.

 

 

 

Ignatius liebte den Umgang mit Kindern und Erwachsenen. Er fühlte sich bei den Armen und Kranken in den Spitälern wie zu Hause. Diese Leidenschaft muß er die nächsten 15 Jahren, bis zu seinem Tod, dem Generalsamt unterordnen. Von zwei kleinen Räumen aus, einem Schlaf- und Arbeitsraum,leitet er den Orden und seine

Sendung in die ganze Welt. Über Jahre bis zu seinem Tod arbeitet er an den Konstitutionen der Gesellschaft Jesu und er schreibt Tausende von Briefen an seine Leute in alle Winkel der Erde. Von seinen kleinen Räumen in Rom aus erlebt er noch, wie die Gesellschaft Jesu von acht auf tausend Mitglieder anwächst. Es entstehen Jesuitenhäuser in ganz Europa bis hin nach Brasilien und Japan. Einige der ersten Jesuiten werden vom Papst als Theologen zum Konzil von Trient gesandt, einem Ereignis, das eine wichtige Rolle in der Katholischen Gegenreformation spielte. Anfänglich schrieb Ignatius alle Briefe selber. Der Orden wurde größer und die

Mitglieder verstreuten sich über die Erdteile. Jetzt konnte Ignatius nicht mehr jeden Brief selber schreiben. 1547 wird Pater Polanco sein Sekretär. Ignatius hat im Laufe seines Lebens 7000 Briefe geschrieben, den Großteil davon als Generaloberer. Er legte viel Wert darauf, daß die Jesuiten durch Briefe miteinander in Verbindung bleiben, denn sie waren über die ganze Welt verstreut. Für den Zusammenhalt und die Leitung des Ordens stellten sich viele Probleme.

 

 

Deshalb schrieb Ignatius an alle Häuser des Ordens und forderte die Regionaloberen in allen Teilen der Welt auf, regelmäßig nach Rom zu schreiben und ihn über die Ereignisse zu informieren. In seinen Briefen versuchte er auf jeden einzeln einzugehen. Mit den größten Sorgenkindern war er am Geduldigsten und mit denen, die gut unterwegs waren, ging er manchmal rauh um. Vielleicht weil er wußte, daß sie seine Art verstanden und ihn mochten. Pater Lainez, aus dem Kreis der ersten Jesuiten war Provinzial in Norditalien. Er drehte einige Dinge und ging Verpflichtungen ein, die Ignatius nicht erfüllen konnte. Weiters kritisiert er öffentlich Personalentscheidungen von Ignatius. Nach einem sehr ernsthaften Brief an Lainez waren jedoch die Streitigkeiten der beiden beigelegt. Es ist sogar Lainez, der Ignatius als zweiter Generalobere der Gesellschaft Jesu folgt. Für Rom waren die wöchentlichen Situationsberichte aus den Regionen sehr wichtig, was aber nicht jedem Verantwortlichen einleuchtete und woran sich nicht jeder hielt. Mit Einfühlungsvermögen um nicht die Gefühle der Vorgesetzten zu verletzen, aber doch in einem gewissen Unterton schrieb Ignatius: Es wird Sie zwar nicht sehr

überraschen aber Sie werden sich darauf einstellen müssen, daß sie von Rom aus öfter beanstandet werden und das in entsprechender Weise. Sie täten also gut daran uns den wöchentlichen Bericht zu schicken. Was Sie dabei beachten sollten ist, daß nachdem der Brief geschrieben ist, Sie jemanden finden, der ihn uns auch verläßlich überbringt. Ignatius liebte es, den Menschen etwas von Gott zu erzählen und ihnen im geistlichen Leben zu helfen. Dabei blieb er ein einfacher und praktisch veranlagter Mensch mit ausgeprägtem Gemeinschafssinn.

Es gab einen Bischof, der den Orden nicht mochte. Er wollte mit allen Mitteln verhindern, daß er in seiner Diözese Fuß fasste. Dabei drohte er jeden zu exkommunizieren, der die Geistlichen Übungen macht. Er war bei den Jesuiten bekannt unter dem Namen Bischof Cilicio was soviel wie Büßer-Bischof heißt. Ignatius riet denen, die sich vom Bischof fürchteten, locker zu bleiben, denn Bischof Cilicio ist schon ein alter Mann und die Gesellschaft Jesu ist noch jung. Wir können warten.

 

Die Jesuiten und die Schulen

 

Die Jesuiten sind bekannt für ihre Bildungsarbeit, die sie im Laufe der Geschichte in vielen Bereichen leisteten. Für Ignatius war das nicht von Anfang an klar, denn die Vereinbarung der ersten Jesuiten war, daß sie für den Papst arbeiten und zwar dort, wo sie am dringendsten gebraucht werden. Bis 1548 eröffnete Ignatius zur

Ausbildung von Jesuiten Schulen in Italien, Portugal, Holland, Spanien, Deutschland und Indien. Auf Anfrage der Stadtbehörden von Messina schickte er fünf Leute, die eine öffentlich zugängliche Schule einrichteten. Darauf kamen viele Anfragen von Herrschern, Bischöfen und Stadtpolitikern. Es zeigte sich, daß diese

Einrichtungen das wirkungsvollste Mittel gegen die herrschende Korruption im Klerus waren und eine zuverlässige Stärkung um den Verfall der Kirche im Angesicht der Reformation entgegenzuwirken und so dem Motto der Gesellschaft Jesu gerecht zu werden:" Ad Majorem Die Gloriam", alles zur Größeren Ehre Gottes.

 

 

 

Katholische Fürsten schätzten die Klugheit der Jesuiten und suchten ihren Rat. So wurden sie die Vorkämpfer der Gegenreformation. Ihr großer Einfluss, ihr Erfolge und die umstrittenen Methoden der Seelsorge, trugen ihnen auch Mißtrauen und Feindschaft ein. Im 18.Jhdt. hob der Papst den Orden auf. Am Anfang des 19.Jhdts. jedoch wird der Orden neu gegründet. Heute zählt er zu den größten Orden der Welt innerhalb der katholischen Kirche. Gegenwärtig ringen die Jesuiten um eine zeitgemäße Auslegung des Glaubens und um der Prinzipien ihres Gründers.

 

 

Seine letzten Jahre

 

Seit seiner Studienzeit in Paris litt Ignatius an Magenschmerzen, die ihm in Rom ständig mehr zu schaffen machten. Im Sommer 1556 wurde sein Gesundheitszustand schlechter, aber sein Arzt meinte, daß er den Sommer wie schon einige andere überstehen wird. Ignatius aber glaubte, daß das Ende nahe war. Am Nachmittag des 30. Juli bat er Polanco, daß er zum Papst gehe und um den Segen bitte, denn sein Tod stehe kurz bevor. Polanco glaubte der Aussage des Arztes mehr und sagte zu Ignatius, daß er heute noch viele Briefe schreiben und verschicken muß. Er wird den Papst morgen um den Segen bitten. Ignatius sagte, daß ihm der Segen heute noch lieber wäre, aber er bestand nicht darauf. Kurz nach Mitternacht verschlechterte sich sein Zustand. Polanco lief in den Vatikan um den päpstlichen Segen, aber es war schon zu spät. Der frühere Höfling, Ritter und Soldat der sein Leben änderte und sich einem anderem Hof und einer anderen Art des Kampfes zuwandte, legte seine Seele in dieser Nacht für immer in die Hand Gottes. Ignatius wurde am 27. Juli 1609 seliggesprochen und am 12. März 1622 zusammen mit Franz Xaver von Papst Gregor XV heiliggesprochen. Das Ignatiusfest wird von der Kirche am 31. Juli gefeiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Jesuitenorden

 

 

Wer wir sind:

Die Jesuiten sind ein kirchlicher Orden.

Das Fundament des Ordenslebens bildet der persönliche Glaube und die persönliche Bindung an Jesus Christus.

In den Geistlichen Übungen, den Exerzitien, meditiert jeder Jesuit das Leben Jesu; im Gebet stellt er sich die Frage, ob Gott ihn zum Ordensleben in der Nachfolge Jesu berufen hat. Daher der Name des Ordens:

Gesellschaft Jesu (lat. Societas Jesu, abgekürzt SJ). Mit ihren Gelübden binden sich die Jesuiten an Jesus Christus und versprechen Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam.

Was wir wollen :

Die Jesuiten sind ein apostolischer Orden.

Gemäß ihrem Selbstverständnis nehmen die Jesuiten mit ihrer Arbeit und durch ihr Gebet teil an der Sendung Jesu. Ignatius und die ersten Jesuiten sprechen davon, daß sie den Seelen helfen (lat. animas iuvare). Das Ziel der Jesuiten ist also die Seelsorge im weitesten Sinn. Dazu zählen vor allem die Verkündigung des Glaubens und der Einsatz für soziale Gerechtigkeit.

Wie wir vorangehen :

Die Jesuiten sind ein mobiler Orden. Das Vorangehen der Jesuiten ist geleitet von der Suche nach dem Magis - nach dem, was Gott und den Menschen mehr (lat. magis) dient. Darum waren die ersten Jesuiten Wanderprediger und Missionare. Bis heute leben die Jesuiten deshalb nicht stabil in Klöstern, sondern in Kommunitäten an wechselnden Orten. Viele Kommunitäten sind einem bestimmten Werk, beispielsweise einer Pfarrei oder einer Schule, angegliedert. Weil die Mitglieder derselben Kommunität oft in ganz verschiedenen Bereichen arbeiten, gibt es kein gemeinsames Chorgebet. Sie tragen überdies auch kein Ordensgewand.

Was wir tun :

Die Jesuiten sind ein internationaler Orden. Der Orden ist derzeit in 119 Ländern der Erde vertreten. Ihm gehören derzeit etwa 22.000 Mitglieder an. Die Jesuiten leben und arbeiten in ganz verschiedenen Bereichen. Aufgrund ihres besonderen Gelübdes der Seelsorge für die Jugend sind sie vor allem in Schulen und Universitäten, in der Jugend- und Studentenarbeit tätig. Darüber hinaus arbeiten sie in Pfarreien, Krankenhäusern und Gefängnissen, in der Flüchtlings- und Sozialarbeit, in Exerzitienhäusern und Beratungsstellen, bei kirchlichen Verbänden, im Fernsehen und im Radio; sie geben Zeitschriften heraus.

 

 

 

 

 

Wie alles anfängt:

 

Die Jesuiten sind ein Priester- und Brüderorden. Die Ausbildung eines Jesuiten beginnt mit einer zweijährigen Probezeit, dem Noviziat. Danach trifft der einzelne

eine Vorentscheidung, ob er als Bruder oder als Priester im Orden leben möchte. An das Noviziat schließen sich in der Regel die Studien der Philosophie und der Theologie an. Sie werden unterbrochen von längeren Praktikumszeiten in verschiedenen Bereichen. Meistens folgt - je nach dem späteren Arbeitsfeld - ein Aufbau-oder Spezialstudium. Wer sich für den Weg des Bruders entscheidet, kann jedoch ebensogut einen Ausbildungsberuf erlernen. Am Ende der Ausbildung, nach zwölf bis fünfzehn Jahren, folgt eine weitere Probezeit, das Terziat. Erst danach legen die Jesuiten ihre Letzten feierlichen Gelübde ab.

 

Abweichung von den üblichen Ordensregeln:

 

Es gibt keine festgelegten Gebetszeiten, ihr ganzes Leben zu Gott hin in allen Dingen ist Gebet. Das regelmäßige Gebet wird aber nicht ausgeschlossen. Aber die Absicht , das Chorgebet nicht zu beten führte bei der Gründung zu erheblichen Schwierigkeiten. Das bedeutete eine arge Abwendung der damals üblichen Ordensgepflogenheiten, zumal Ignatius das Chorgebet als Hindernis für die Tätigkeit des Ordens sah.

 

In seiner Gesamtheit ist der Jesuitenorden ein sehr streng ausgelegter Orden, der strickte Disziplin, unbedingten Gehorsam und ausgeprägtes Elitedenken von seinen Mitgliedern fordert.