Gratis Newsletter !
Der Schultreff-Newsletter informiert Dich stets über neue Arbeiten und mehr rund um Schultreff.
Du kannst Dich jederzeit wieder abmelden.
 

Achtung: Teile dieser Arbeit könnten aus dem Microsoft® Encarta® stammen!!

Ägyptisches Reich des Altertums

 

Werbung

 

Die Ursprünge der altägyptischen Kultur lassen sich nicht mit Sicherheit angeben. Archäologische Funde weisen darauf hin, dass die frühen Bewohner des Niltales von den Kulturen Vorderasiens abstammen. Wenn man die Entwicklung der ägyptischen Kultur und ihrer Grundlagen beschreiben möchte, ist man größtenteils auf archäologische Funde wie Ruinen, Gräber und Monumente angewiesen. Hieroglypheninschriften haben wertvolle Informationen geliefert.

Die Grundlage für das Studium der dynastischen Zeit der ägyptischen Geschichte zwischen der 1. Dynastie und der ptolemäischen Zeit bildet die Aegyptiaca von Manetho. Dabei handelt es sich um einen ptolemäischen Priester aus dem 3. Jahrhundert v. Chr., der die Herrscher des Landes in 30 Dynastien einteilte, die in etwa den jeweiligen Herrscherfamilien entsprechen. Einigkeit herrscht im Allgemeinen über die Einteilung der ägyptischen Geschichte bis zu den Eroberungen von Alexander dem Großen: das Alte, das Mittlere und das Neue Reich mit den entsprechenden Zwischenzeiten, gefolgt von der Spätzeit und der ptolemäischen Zeit.

 

Vorzeit

 

Seit etwa 60 000 Jahren tritt der Nil alljährlich über die Ufer und hinterlässt fruchtbares Schwemmland. Die Gebiete in der Nähe der Überschwemmungsebene wurden eine wichtige Wasser- und Nahrungsmittelquelle. Mit der Zeit schränkten Klimawechsel und längere Trockenzeiten das Siedlungsgebiet immer weiter auf das Niltal ein. Vom Chalkolithikum (die Kupferzeit, die etwa 4000 v. Chr. begann) bis zum Beginn des Alten Reiches nutzten die Menschen offenbar weitere Landstriche über das Niltal hinaus.

Im 7. Jahrtausend v. Chr. herrschten in Ägypten angenehme klimatische Bedingungen; in den Wüstengebieten Oberägyptens und Unterägyptens wurden Siedlungen aus dieser Zeit gefunden. Auch in der Nubischen Wüste im heutigen Sudan wurden ähnliche Siedlungsreste gefunden. Anhand der in Gräbern gefundenen Keramik aus dem 4. Jahrtausend v. Chr. (der prädynastischen Zeit) lässt sich eine relativ stimmige zeitliche Abfolge rekonstruieren. Die prädynastische Zeit wird eingeleitet durch die Einigung des Landes unter einem König. Sie wird im Allgemeinen in drei Abschnitte unterteilt, die sich jeweils auf den Fundort bedeutenden archäologischen Materials beziehen: Badari, Amrati (Negade I) und Gerze (Negade II und III). In den nördlichen Ausgrabungsstätten (aus der Zeit um etwa 5500 v. Chr.) wurde datierbares archäologisches Material zutage gefördert, das auf eine gewisse kulturelle Kontinuität schließen lässt.

 

Frühe dynastische Zeit (Vorzeit)

Archäologische Funde deuten darauf hin, dass gegen Ende der gerzeanischen Zeit (etwa 3200 v. Chr.) eine beherrschende politische Macht aufkam, die das erste vereinigte Reich des alten Ägypten errichtete. Die frühesten bekannten Inschriften in Hieroglyphenform stammen aus dieser Zeit, auf den Monumenten aus dieser Zeit finden sich die Namen der ersten Herrscher. Diese Zeit begann mit der Dynastie 0, repräsentiert durch 13 Herrscher, sie endete mit König Narmer (etwa 3100 v. Chr.). Darauf folgten die 1. und die 2. Dynastie (um 3100 bis 2755 v. Chr.) mit mindestens 17 Königen. Während der 1. und 2. Dynastie wurden auch die ersten gewaltigen Begräbnisanlagen (Vorläufer der Pyramiden) in Sakkara und Abydos angelegt.

 

Altes Reich

 

Das Alte Reich (um 2755 bis 2255 v. Chr.) umfasste fünf Jahrhunderte, von der 3. bis zur 6. Dynastie. Die Hauptstadt war Memphis im Norden. Die Herrscher standen an der Spitze eines streng organisierten Beamtenstaates. Eine wichtige Rolle spielte die Religion, wie sie durch die ägyptische Mythologie überliefert ist. Die Staatsform war eine Theokratie, in der die Pharaonen, wie die Herrscher genannt wurden, sowohl absolute weltliche Herrscher waren als auch als Götter verehrt wurden.

 

Goldenes Zeitalter

Die 3. Dynastie wurde repräsentiert durch das Haus Memphis, dessen zweiter Herrscher Djoser (Regierungszeit um 2737 bis 2717 v. Chr.) den Bestand der nationalen Einheit in den Vordergrund rückte. Sein Architekt Imhotep verwendete Steinblöcke statt der traditionellen Lehmziegel und gestaltete damit den ersten monumentalen Steinbau. Dessen zentrales Element, die Stufenpyramide, war Djosers Grab. Zur Regelung der Staatsangelegenheiten und der Bauprojekte entwickelte der König eine effektive Bürokratie. Eine kulturelle Blütezeit begann.

Die 4. Dynastie begann mit König Snofru, zu dessen Bauprojekten die ersten Pyramiden in Dahschur (südlich von Sakkara) gehörten. Snofru war der erste Kriegerkönig, über den umfangreiche Dokumente erhalten sind, er führte Feldzüge in Nubien und Libyen sowie auf der Halbinsel Sinai. Durch die Förderung von Handel und Bergbau vergrößerte sich der Wohlstand im Reich. Der Nachfolger Snofrus war sein Sohn Khufu (oder Cheops), der die Große Pyramide in Gise erbauen ließ. Obwohl von seiner Regierungszeit kaum etwas bekannt ist, legt dieses Bauwerk nicht nur Zeugnis von seiner Macht ab, sondern beweist auch die Effektivität der Verwaltung. Khufus Sohn Redjedef, der etwa von 2613 bis 2603 v. Chr. regierte, führte das Sonnensymbol (Ra oder Re) in den königlichen Titel und die Religion ein. Khafre (oder Chephren), ein weiterer Sohn Khufus, folgte seinem Bruder auf dem Thron und ließ in Gise eine Nekropole erbauen. Zu den weiteren Herrschern der Dynastie gehörte Menkaure (oder Mykerinos), dessen Regierungszeit auf etwa 2578 bis 2553 v. Chr. datiert wird. Er ist insbesondere durch die kleinste der drei großen Pyramiden in Gise bekannt.

Unter der 4. Dynastie gelangte die ägyptische Kultur zu ihrer Blütezeit, die sich auch noch auf die 5. und 6. Dynastie erstreckte. Die hervorragenden Leistungen auf dem Gebiet der Baukunst wurden durch Fortschritte auf fast allen anderen Gebieten ergänzt: in der Architektur, der Bildhauerei, der Malerei, der Navigation, des Kunsthandwerkes und der Wissenschaft sowie der Astronomie. Astronomen der Memphis-Dynastie entwickelten den ersten Sonnenkalender, der das Jahr in 365 Tage einteilte. Die Ärzte des Alten Reiches verfügten auch über beträchtliche medizinische Kenntnisse und chirurgische Fähigkeiten.

 

Beginn des Niedergangs

Auch wenn in der 5. Dynastie der Wohlstand durch extensiven Außenhandel und militärische Vorstöße nach Asien gewahrt bleiben konnte, wurde die Abnahme der königlichen Macht durch übermäßige Bürokratisierung und Machtzuwachs der nichtköniglichen Verwalter offenkundig. In den Grabkammern des letzten Königs dieser Dynastie in Sakkra, Unas (2428-2407 v. Chr.), fand man Zauberformeln, die in die Wände eingemeißelt wurden. Derartige Texte fand man auch in den Königsgräbern der 6. Dynastie. Mehrere Inschriften von Beamten der 6. Dynastie weisen auf den abnehmenden Einfluss der Monarchie hin, es gibt sogar Anzeichen für eine Konspiration gegen König Pepi I. (Regierungszeit um 2395 bis 2360 v. Chr.), an der seine Gemahlin beteiligt war. Man nimmt an, dass in den letzten Regierungsjahren von Pepi II. (Regierungszeit um 2350 bis 2260 v. Chr.) die Macht in den Händen eines Ministers lag. Die zentrale Gewalt über die Wirtschaft wurde durch die Gewährung von Steuerbefreiungen untergraben. Die Nomes (Bezirke) wurden rasch mächtiger, als die Nomarchs (Statthalter) nicht mehr länger von Zeit zu Zeit in verschiedene Nomes versetzt wurden.

 

Erste Zwischenzeit

Die 7. Dynastie markiert den Beginn der Ersten Zwischenzeit. Da es in dieser Zeit zu sozialen Unruhen kam, weiß man über die 7. und 8. Dynastie sehr wenig. Sicher ist nur, dass beide Dynastien, die in Memphis ihren Regierungssitz hatten, nur etwa 25 Jahre Bestand hatten. Zu dieser Zeit hatten die mächtigen Nomarchen ihre Bezirke fest unter Kontrolle, und Splittergruppen aus dem Norden und Süden rangen um die Macht. Während der Herakleopolitenzeit (9. und 10. Dynastie) weiteten die Nomarchen nahe Herakleopolis ihre Macht nach Norden hin bis nach Memphis (sogar bis in das Nildelta) und im Süden nach Asyut (Lycopolis) aus. Die rivalisierenden Nomarchen aus Theben errichteten die 11. Dynastie, indem sie das Gebiet von Abydos bis Elephantine in der Nähe von Syene (dem heutigen Assuan) kontrollierten. Der erste Teil dieser Dynastie – die erste des Mittleren Reiches – überschneidet sich mit dem letzten Teil der 10. Dynastie.

 

Mittleres Reich

 

Ohne Zentralregierung war die Verwaltung nicht mehr effektiv, und die einzelnen Regionen verfolgten ihre eigenen Ziele. Die ägyptische Kunst wurde regionaler, und es wurden keine größeren Nekropolen mehr angelegt. Auch die Religion wurde demokratisiert, da die Bürger Privilegien beanspruchten, die bislang allein dem Monarchen vorbehalten waren. So konnten sie beispielsweise Zauberformeln, die von den königlichen Pyramidentexten abgeleitet waren, auf ihren eigenen Särgen und Gräbern anbringen.

 

Wiedervereinigung

Zwar schließt das Mittlere Reich (2134-1784 v. Chr.) die gesamte 11. Dynastie mit ein, genau genommen beginnt es aber erst mit der Wiedervereinigung des Landes unter Mentuhotep II. (Regierungszeit 2061-2010 v. Chr.). Die ersten Herrscher dieser Dynastie versuchten, ihre Kontrolle von Theben aus sowohl nach Norden als auch nach Süden auszudehnen, aber es sollte schließlich Mentuhotep überlassen bleiben, den Wiedervereinigungsprozess etwa um 2047 v. Chr. abzuschließen. Mentuhotep regierte mehr als 50 Jahre lang und konnte trotz gelegentlicher Aufstände das ganze Reich unter Kontrolle halten. Er ersetzte einige Nomarchen und beschnitt die noch immer beträchtliche Macht der Nomes. Die Hauptstadt war Theben, und sein Grabtempel in Deir el Bahri enthielt sowohl traditionelle als auch regionale Elemente.

Die Regierungszeit des ersten Königs der 12. Dynastie, Amenemhet I., verlief friedlich. Er errichtete seine Hauptstadt in der Nähe von Memphis und stellte im Gegensatz zu Mentuhotep seine Verbindung zu Theben zugunsten der nationalen Einheit in den Hintergrund. Dennoch behielt der wichtige thebanische Gott Amun die Vorherrschaft gegenüber den anderen Gottheiten. Amenemhet forderte Loyalität von den Nomes, baute die Verwaltung wieder auf und förderte die Ausbildung von Schriftgelehrten und Verwaltungsbeamten. Während der letzten zehn Jahre seiner Regierungszeit herrschte Amenemhet zusammen mit seinem Sohn. In der zeitgenössischen Erzählung "Die Geschichte von Sinuhe" wird darauf angespielt, dass der König ermordet wurde.

Amenemhets Nachfolger führten seine Programme fort. Sein Sohn Sesostris I. (Regierungszeit 1962-1928 v. Chr.) legte in ganz Nubien Festungen an und förderte den Handel mit anderen Ländern. Er schickte Gouverneure nach Palästina und Syrien und führte im Westen Krieg gegen die Libyer. Sesostris II. (Regierungszeit 1895-1878 v. Chr.) beanspruchte Land im Gebiet von El Faiyum. Sein Nachfolger Sesostris III. (Regierungszeit 1878-1843 v. Chr.) ließ einen Kanal am ersten Nilkatarakt graben, stellte ein stehendes Heer auf (das er gegen die Nubier einsetzte) und baute neue Festungen an der Südgrenze. Er teilte die Verwaltung in drei mächtige geographische Einheiten ein, die jeweils von einem dem Wesir unterstehenden Beamtenstab kontrolliert wurden, und weigerte sich, die Provinzadeligen anzuerkennen. Amenemhet III. führte die Politik seiner Vorgänger fort und weitete die Landreform aus.

Unter den thebanischen Königen erfolgte eine kulturelle Renaissance. Architektur, Kunst und Schmuck dieser Zeit weisen ein außergewöhnlich hohes Maß an Kunstfertigkeit auf; zudem gilt diese Periode als das goldene Zeitalter der ägyptischen Literatur.

 

Zweite Zwischenzeit

Die Herrscher der 13. Dynastie – etwa 50 im Lauf von 120 Jahren – waren zwar schwächer als ihre Vorgänger, konnten aber dennoch die Kontrolle über Nubien und die Verwaltung der Zentralregierung aufrechterhalten. Am Ende ihrer Herrschaft wurde ihre Macht aber nicht nur durch die rivalisierende 14. Dynastie herausgefordert, die die Kontrolle über das Deltagebiet übernahm, sondern auch von den aus dem westlichen Asien kommenden Hyksos. Zu Beginn der 13. Dynastie gab es eine große Hyksos-Bevölkerung in Nordägypten. Als die Zentralregierung immer schwächer wurde, ermöglichte ihre Anwesenheit die Zuwanderung von Völkern der Küste Phönikiens und Palästinas und die Errichtung einer Hyksos-Dynastie. Mit dieser wird der Beginn der Zweiten Zwischenzeit markiert, eine Phase der Unruhe und Uneinigkeit, die etwa 215 Jahre anhielt. Die Hyksos der 15. Dynastie regierten von ihrer im östlichen Delta gelegenen Hauptstadt Avaris aus und behielten dabei die Kontrolle über die mittleren und nördlichen Teile des Landes. Zur selben Zeit existierte im Deltagebiet und in Mittelägypten bereits die 16. Dynastie, die aber vermutlich von den Hyksos abhängig war. Unabhängig davon gab es eine dritte Macht, die zur selben Zeit existierte, nämlich die thebanische 17. Dynastie, die in dem Gebiet zwischen Elephantine und Abydos herrschte. Der thebanische Herrscher Kamose (Regierungszeit um 1576 bis 1570 v. Chr.) bekämpfte die Hyksos erfolgreich, seinem Bruder Ahmose I. gelang es schließlich, sie zu unterwerfen und Ägypten wieder zu vereinigen.

 

Neues Reich

 

Die Vereinigung des Landes und die Gründung der 18. Dynastie unter Ahmose I. markiert den Beginn des Neuen Reiches (1570-1070 v. Chr.). Ahmose stellte die Grenzen, Staatsziele und die Verwaltung des Mittleren Reiches wieder her und nahm das Landnahmeprogramm wieder auf. Mit Unterstützung der Streitkräfte, die entsprechend entlohnt wurden, sorgte er für ein Machtgleichgewicht zwischen den Nomarchen und der Zentralgewalt. Der Einfluss der Frauen im Neuen Reich zeigt sich an den hohen Titeln und Machtpositionen, die die Mütter und die Frauen der Könige innehatten.

 

Die Könige der 18. Dynastie

Als Amenophis I. (Regierungszeit 1551-1524 v. Chr.) die volle Regierungsgewalt erhielt – er war zuvor fünf Jahre lang Mitregent gewesen –, begann er die Grenzen Ägyptens nach Nubien und Palästina vorzuschieben. Amenophis, der gewaltige Bauwerke in El-Karnak in Auftrag gab, trennte sein Grab im Gegensatz zu seinen Vorgängern von seinem Begräbnistempel. Mit ihm setzte der Brauch ein, die letzte Ruhestätte der Pharaonen zu verbergen. Unter Thutmosis I. wurden die Fortschritte des neuen imperialen Zeitalters fortgesetzt und die Vorrangstellung des Gottes Amun betont. Er hatte das erste Grab im Tal der Könige. Thutmosis II., ein von einer Nebenfrau geborener Sohn, war sein Nachfolger. Er hatte die Prinzessin Hatschepsut geheiratet, um seine Ansprüche auf den Thron zu unterstreichen, und führte das Werk seiner Vorfahren fort. Als er 1504 v. Chr. starb, war sein Erbe Thutmosis III. noch im Kindesalter, und so führte Hatschepsut für ihn die Reichsgeschäfte. Binnen Jahresfrist übernahm sie die Pharaonenwürde, später regierten Mutter und Sohn gemeinsam. Als Thutmosis III. nach Hatschepsuts Tod 1483 v. Chr. die Alleinherrschaft übernahm, verfolgte er zunächst das Ziel, Syrien und Palästina zurückzuerobern, die während der gemeinsamen Herrschaft abgefallen waren, und sorgte für eine Vergrößerung seines Herrschaftsgebiets. Seine Annalen im Tempel bei Karnak weisen auf viele seiner Kriegszüge hin. Fast 20 Jahre nach dem Tod von Hatschepsut ordnete er die Entfernung ihres Namens und ihres Bildes aus sämtlichen Aufzeichnungen an. Amenophis II. (Regierungszeit 1453-1419 v. Chr.) und Thutmosis IV. versuchten die in Asien eroberten Gebiete gegen die immer stärker werdenden Mitanni und Hethiter zu halten.

Amenophis III. (Regierungszeit 1386-1349 v. Chr.) sorgte für eine fast vier Jahrzehnte dauernde Friedensperiode, während der Kunst und Architektur eine Blüte erlebten. Durch Diplomatie erhielt er ein Gleichgewicht der Kräfte mit den ägyptischen Nachbarstaaten und sorgte für den Bau des großen Amuntempels in Luxor. Sein Sohn und Nachfolger Echnaton (Amenophis IV.) war ein religiöser Reformer, der sich der Macht der Amunpriester widersetzte. Echnaton verließ die Hauptstadt Theben und gründete mit Akhenaton eine neue Hauptstadt (das heutige siehe Amarna) zu Ehren von Aton, des Sonnengottes, der im Zentrum seiner monotheistischen Religion stand. Zum Ende seiner Herrschaft wurde die religiöse Erneuerung nach und nach rückgängig gemacht, und sein Schwiegersohn Tutanchamun verlegte die Hauptstadt wieder nach Theben. Tutanchamun ist heute vor allem wegen seines reich ausgestatteten Grabmals bekannt, das von den britischen Archäologen Howard Carter und George Herbert, dem 5. Earl von Carnarvon, 1922 fast unversehrt aufgefunden wurde. Die 18. Dynastie endete mit Haremheb (Regierungszeit 1321-1293 v. Chr.).

 

Die Ramessidenzeit

Der Begründer der 19. Dynastie, Ramses I. (Regierungszeit 1293-1291 v. Chr.) hatte seinem Vorgänger als Befehlshaber der Armee gedient. Nach einer Regierungszeit von nur zwei Jahren folgte ihm sein Sohn Sethos I. (Regierungszeit 1291-1279 v. Chr.) nach. Dieser unternahm Kriegszüge gegen Syrien und Palästina sowie gegen die Libyer und Hethiter. Er baute ein Heiligtum in Abydos. Wie sein Vater favorisierte er die Hauptstadt Pi-Ramesse (das heutige Qantir) im Deltagebiet. Sein Nachfolger war einer seiner Söhne, Ramses II., der fast 67 Jahre lang regierte. Er war für einen Großteil der Bauten in Luxor und Karnak verantwortlich und gab auch das Ramesseum (seinen Begräbnistempel in Theben), die Felsentempel von Abu Simbel sowie heilige Stätten in Abydos und Memphis in Auftrag. Nach Kämpfen mit den Hethitern schloss Ramses einen Friedensvertrag und heiratete eine hethitische Prinzessin. Sein Sohn Mernephtah (Regierungszeit 1212-1202 v. Chr.) besiegte die Invasoren aus der Ägäis, die im 13. Jahrhundert in Vorderasien einfielen. Aus Quellen geht hervor, dass dabei das Gebiet des heutigen Israel verwüstet wurde. Die späteren Herrscher mussten sich immer wieder mit Aufständen unterworfener Völker auseinander setzen.

Der zweite Herrscher der 20. Dynastie war Ramses III. Seine militärischen Siege sind auf den Wänden seines Totentempels in Medinet Habu in der Nähe von Theben dargestellt. Nach seinem Tod zerfiel das Reich, hauptsächlich aufgrund der zunehmenden Macht der Amunpriesterschaft und des Militärs. Ein hoher Priester und Militärbefehlshaber ließ sich sogar mit den königlichen Insignien darstellen.

 

Dritte Zwischenzeit

Die Dritte Zwischenzeit beginnt mit der 21. Dynastie und endet mit der 24. Dynastie. Die Könige rangen von der Hauptstadt Tanis im Norden des Landes aus mit einer Reihe von Hohepriestern im südlichen Theben, mit denen sie verwandt waren, um die Macht. Die Herrscher der 21. Dynastie dürften zum Teil libysche Vorfahren gehabt haben, die 22. Dynastie wurde jedenfalls von libyschen Fürsten begründet. Als die Herrschaft der Libyer Schwächen zeigte, wurde sie von mehreren Mächten herausgefordert. Die nächsten beiden Dynastien, die 23. und die 24. Dynastie, herrschten teilweise zeitgleich mit der 22. Dynastie, und die 25. Dynastie (Kuschiten) kontrollierte gegen Ende der 22. und 24. Dynastie große Teile Ägyptens.

 

Spätzeit

Die so genannte Spätzeit beginnt mit der Herrschaft der 25. Dynastie und endet mit der 31. Dynastie. Die Kuschiten regierten von etwa 767 v. Chr. an, bis sie 671 v. Chr. von den Assyrern vertrieben wurden. Zu Beginn der 26. Dynastie wurde die Fremdherrschaft durch Psammetich I. wieder beseitigt. Die Kultur erlebte noch einmal eine Blütezeit, die an frühere Epochen erinnerte. Nach der Niederlage des letzten ägyptischen Königs gegen Kambyses II. 525 v. Chr. wurde Ägypten unter der 27. Dynastie persische Provinz. Zwar gelang es den Ägyptern während der 29. und der 30. Dynastie ihre Unabhängigkeit wieder herzustellen, aber die Könige der 30. Dynastie waren endgültig die letzten ägyptischen Pharaonen. Bei der 31. Dynastie, die in dem Geschichtswerk Manethos nicht aufgeführt ist, handelt es sich bereits um die zweite persische Herrschaft.

 

Griechische und römische Zeit

 

Die Besetzung Ägyptens durch die Truppen Alexanders des Großen 332 v. Chr. beendete die Perserherrschaft. Alexander ernannte Cleomenes von Naucratis, einen Ägypter griechischer Abstammung, sowie seinen makedonischen General, den späteren Ptolemaios I., zu Statthaltern des Landes. Obwohl auch zwei ägyptische Gouverneure eingesetzt wurden, riss Ptolemaios die Herrschaft an sich und regierte das Land nach wenigen Jahren mit absoluter Macht.

 

Das Haus der Ptolemäer

Nach dem Tod Alexanders 323 v. Chr. konnte sich Ptolemaios in Ägypten gegen die rivalisierenden Generäle durchsetzen, die das Reich Alexanders unter sich aufteilen wollten. 305 v. Chr. nahm er den Königstitel an und begründete das Haus der Ptolemäer, dem er seinen Namen gab. Das ptolemäische Ägypten gehörte zu den Großmächten der hellenistischen Welt und konnte zuweilen seine Macht bis nach Syrien, Kleinasien, Zypern, Libyen und Phönikien ausdehnen.

Da den einheimischen ägyptischen Herrschern während der ptolemäischen Herrschaft größtenteils nur eine untergeordnete Rolle zufiel, kam es immer wieder zu Rebellionen, die jedoch allesamt rasch unterdrückt werden konnten. Während der Regierungszeit von Ptolemäus VI. wurde Ägypten nach Eroberung durch Antiochos IV. 169 v. Chr. syrisches Protektorat. Die Römer zwangen Antiochos jedoch zur Aufgabe des Landes, es wurde in der Folgezeit zwischen Ptolemaios VI. und seinem jüngeren Bruder Ptolemaios VIII. aufgeteilt. Nach dem Tod des älteren Bruders 145 v. Chr. übernahm jener die Alleinherrschaft.

Die folgenden Ptolemäer konnten zwar Reichtum und Status Ägyptens halten, verloren aber zunehmend Territorium an Rom. Kleopatra VII. war die letzte Ptolemäerin. In einem Versuch, die drohende Besetzung Ägyptens durch römische Truppen zu verhindern, verbündete sie sich zunächst mit Julius Caesar und später mit Antonius, konnte das Ende aber nur kurzzeitig aufhalten. Nachdem ihre Streitkräfte den römischen Legionen unter Oktavian (dem späteren Kaiser Augustus) unterlegen waren, beging Kleopatra 30 v. Chr. Selbstmord.

 

Christoph Barth

 

Geschichte (UIII); Ägyptisch; Geschichte (UII)