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Die Kreuzzüge
Die Kreuzzüge waren kriegerische Unternehmen zugunsten der christlichen
Kirche, die im 12. Und 13 Jahrhundert stattfanden. Während der Kreuzzüge
kämpften Christen gegen Nichtchristen ( z.B. Mohammedaner ). Teilgenommen
wurde meist aus religiösem Fanatismus, Abenteuerlust, Beutegier oder
wirtschaftlichen Interessen.
Der 1.Kreuzzug startete im Mai 1096 in Köln und wurde von Peter
von Amiens, einem französischen Wanderprediger, angeführt. Peter
von Amiens wollte die Bauern durch das Rheinland nach Ungarn und über
Konstantinopel, die Hauptstadt des Oströmischen Reiches, nach Jerusalem
führen.
Etwa zur gleichen Zeit machte sich auch ein anderer großer Wanderprediger,
Walter der Arme , mit einer großen Zahl kampfbereiter, aber anständiger
und frommer Bauern auf den Weg. Doch bald gesellten sich zu diesen Bauern
immer mehr raublustige Diebe und Halsabschneider. Im Frühjahr 1096
schließlich, begannen die immer unruhiger werdenden Bauern, Gewalt
anzuwenden. Sie griffen alles an, was ihnen im Weg stand, plünderten
Geschäfte und verprügelten die Besitzer, brachen in Wohnhäuser
ein, zertrümmerten die Möbel und stahlen, was nicht Niet und
Nagelfest war. Besonders in Städten wie Worms und später in Prag
mußten vor allem die Juden, die schon vorher von den Christen gehaßt
wurden, viel unter den Bauernhorden leiden. Sie wurden ermordet oder ließen
sich in letzter Sekunde umtaufen, um ihrem sicheren Tod zu entgehen.
In Ungarn sollte das Morden fortgesetzt werden, doch die Ungarn
wehrten sich mit aller Kraft. Sie griffen die Kreuzfahrer an und töteten
somit Tausende von ihnen. Die Überlebenden, die sich ins Oströmische
Reich gerettet hatten, verwüsteten dort Äcker und Felder, die
zuvor eine Heuschreckenplage heimgesucht hatte.
Im August 1096 erreichten die Bauern Konstantinopel. Der Oströmische
Kaiser Alexios I. Komnenos ,der sie so schnell wie möglich wieder
loswerden wollte, stellte mehrere große Schiffe zusammen und ließ
seine ungebetenen Gäste über den großen Bosporus in die
Türkei bringen, wo sie im Hochsommer ankamen. Dort verstreuten sie
sich über das Land und wurden von den Türken gejagt und ermordet.
Peter von Amiens kehrte nach Konstantinopel zurück, da er unfähig
war, seinen Begleitern zu helfen. Walter der Arme starb am 21. Oktober
in der Schlacht von Nikaia. Die restlichen Überlebenden wurden von
Schiffen des Kaisers Alexios eingesammelt und nach Konstantinopel zurückgebracht.
1097 traf der Kreuzzug der Ritter mit 80.000 Mann in Konstantinopel
ein. Alexios, der sich noch gut an den Kreuzzug der Bauern im vergangenen
Jahr erinnerte, betrachtete die Ankömmlinge mißtrauisch.
Er fürchtete, die Schönheit und der Reichtum Konstantinopels
könnte die Ritter zu Raub und Gewalt verführen. Zum Schutz vor
Übergriffen mußten alle Kreuzzugführer den Vasalleneid
sprechen und versprechen, alles Land, das früher zu Ostrom gehörte
und welches die Türken erobert hatten, an Ostrom zurückzugeben,
wenn sie die Türken besiegen würden. Mit Versprechungen und Drohungen
überzeugte Alexios schließlich alle Kreuzritter, ihre Zusage
zu geben. Doch nicht alle hatten vor, sich an diesen Eid zu halten.
Ähnlich wie bei den Bauern stellte Alexios den Rittern alles was
sie brauchten zur Verfügung und schiffte sie schließlich nach
Kleinasien, wo sie 1097 ankamen. Dort eroberten sie die Stadt Nikaia und
brachen somit allen organisierten Widerstand der Türken entzwei. Langsam
marschierte der Zug auf das südtürkische Taurus-Gebirge zu. Es
war brütend heiß und die Ritter waren völlig erschöpft.
Sie kämpften mit knurrenden Mägen und schrecklichem Durst, den
sie oft nur durch das Kauen von Kameldornzweigen etwas löschen konnten.
Als sie schließlich einen Hilferuf von armenischen Christen empfingen,
machten sie sich trotz aller Leiden auf den Weg, um den bedrängten
Christen aus Edessa zu helfen. Graf Balduin von Boulogne vertrieb die Türken
und wurde zum Dank von dem Prinzen Thoros adoptiert. Balduin zettelte jedoch
eine Verschwörung an und ließ seinen Adoptivvater ermorden und
sich selbst zum Kaiser ernennen. Balduins Treulosigkeit in Edessa ermunterte
Bohemunt von Tarent das Gleiche in Antiochia zu machen.
Im Oktober 1097 kam er dort an und wollte die Stadt erobern, dachte
aber nicht daran, sie vertragsgemäß Kaiser Alexios zu übergeben,
der im Augenblick seine früheren Besitzungen in Kleinasien zurückeroberte.
Bohemund redete den anderen Heerführern ein, Alexios wolle sie betrügen,
und so stimmten sie im zu als er meinte, daß Antiochia dem Heerführer
gehören solle, der sie erobert. Nur Graf Raimund von Toulouse war
dagegen. Er bemerkte, das Bohemund einen Verrat im Schilde führte.
Bohemund hatte einen Helfer in der Stadt, der ihn bei der Eroberung
der Stadt unterstützen wollte. Am 5.Juni 1098 geschah dies dann auch.
Zwei Tage bevor ein Einsatztheer von König Kerbogha von Mossul eintraf.
Es umzingelte die Stadt mit den geschwächten Rittern und wartete darauf,
daß sie sich ergeben würden. Auch die Belagerten in Antiochia,
wo eine Pest wütete, warteten nur noch auf ein Wunder. Dieses geschah:
Ein fränkischer Priester träumte, daß die Lanze, mit der
einst Jesus am Kreuz durchbohrt wurde, in Antiochia verborgen sei. Man
fand die Lanze und gleichzeitig den Beweis, das Gott mit den Ritter war.
Am 28. Juni schlugen sie Kerboghas Truppen in die Flucht.
Nun stritten sich Raimund und Bohemund um die Stadt. Als nach sechs
Monaten immer noch kein Ende des Streites abzusehen war, stellten die genervten
Kreuzritter die nach Jerusalem wollten ihren Anführern ein Ultimatum:
Entweder wird der Marsch nach Jerusalem sofort begonnen, oder Antiochia
wird vernichtet.
Im November1098 marschierten die Kreuzfahrer gen Jerusalem und trafen
gegen Weihnachten in Palästina ein.
Einige Tage später, bevor Raimund ihn zur Rede stellen konnte,
machte Bohemund mit seinen Truppen kehrt und marschierte nach Antiochia
zurück um diese für sich zu erobern. Im Januar 1099 gründete
Bohemund den zweiten Kreuzfahrerstaat Antiochia und machte sich dort zum
König.
Als die anderen Kreuzritter von Raimund Bethlehem erreichten, liefen
ihnen christliche Pilger mit Kreuzen und Fahnen entgegen. Tränen rannen
über ihre Gesichter, während sie zu der Geburtskirche Jesu wanderten.
Dort knieten sie nieder und beteten.
Am 7.Juni 1099 waren es etwa 13.000 Kreuzritter, die von einem Berg
aus auf Jerusalem schauten. Für sie war ein Traum wahr geworden. Sie
beteten und nannten diesen Berg „Berg der Freude“.
Doch sie sahen auch, daß die Eroberung dieser Stadt nicht leicht
sein würde. Die Belagerung dauerte fünf Wochen und wurde
zu einem harten Kampf. Fast entmutigt wanderten sie um die Stadt, und hofften
auf ein Wunder wie in Jericho. Doch die Mauern stürzten nicht ein.
Schließlich ließen Raimund und Gottfried von Bouillin Belagerungsmaschinen
bauen, mit denen am sie 15.Juli Jerusalem eroberten. Dort mordeten sie
in blinder Wut drei Tage lang.
Der 2.Kreuzzug begann, als 1144 die Muslims die Grafschaft Edessa,
die sich Balduin von Boulogne durch die Ermordung seines Adoptivvaters
angeeignet hatte, zurückeroberten, und Bernhard von Clairvaux, Abt
einer bedeutenden Benediktinerabtei, auf einen neuen Kreuzzug drängte.
Er überredete den französischen König Ludwig VII. und den
deutschen König Konrad III. In Paris und Regensburg neue Heere
aufzustellen.
Doch schon auf dem Weg nach Süden wurden die vereinigten Heere
von den Muslims angegriffen und schwer verletzt. Die Armee, die 1148 bei
Akkon und Antiochia gelandet war, wurde fast halbiert. Hinzu kam, daß
die Kreuzritter den Fehler begangen, Damaskus anzugreifen. Damaskus war
zwar eine muslimische Stadt, hatte sich aber noch nicht Sultan Nurredins
heiligem Krieg angeschlossen. So hatten ihre Einwohner bisher immer noch
zu Jerusalem und seinen christlichen Einwohnern gehalten.
Nach vier Tagen brachen die Ritter die Belagerung wegen angeblichem
Wassermangel ab, und kehrten nach Europa zurück. Dort waren bereits
Gerüchte in Umlauf, daß sich die Kreuzritter bestochen
lassen hätten. Trotz alledem hat dieser Kreuzzug bewirkt, daß
sich Damaskus nun auf die Seite Sultans Nurredin schlug .
Als König Löwenherz 1189 König wurde, erhob er sofort
eine Steuer, um den 3.Kreuzzug zu finanzieren. Er verkaufte Regierungsposten,
erhob Landsteuern und empfing Befreiungssteuern von den Männern, die
nicht mitziehen wollten. Für
10.000 DM entließ er sogar den Schottenkönig William aus
dem Vasalleneid.
Mit diesem Geld und dem Erbe, das sein Vater ihm hinterlassen hatte,
rüstete Löwenherz eine beachtliche Armee aus. Im Juli 1190 stach
er in Richtung Palästina in See. Doch er war nicht der Einzige. Auch
König Philipp II. August von Frankreich marschierte auf Palästina
zu. Der deutsche König Barbarossa war schon früher aufgebrochen.
Trotzdem erreichte er sein Ziel nicht, da er am 10.Juni 1190 beim Baden
ertrank. Daraufhin kehrten die meisten seiner 10.000 Soldaten nach
Deutschland zurück.
Die beiden verbleibenden Führer des Kreuzzuges, Löwenherz
und Philipp, waren zwar Verbündete, nicht jedoch Freunde. Löwenherz
besaß in Frankreich die Grafschaft Anjou, die Philipp für die
französische Krone beanspruchte. Das Mißtrauen zwischen beiden
Herrschern war so groß, daß jeder nur dann das Kreuz nehmen
wollte, wenn der andere mit ihm in das heilige Land kam.
Sechs Monate nach Barbarossas Tod erreichten die beiden Sizilien um
dort zu überwintern. Am 20. April 1191 kam Philipp als erster
in Akkon an. Löwenherz verspätete sich um sieben Wochen, da er
noch Zypern, das somit zum fünften Kreuzfahrerstaat nach Edessa, Antiochia,
Jerusalem, und ? gemacht wurde erobern mußte.
Vier Jahre nach der Eroberung Jerusalems durch Saladin trafen Löwenherz
und Philipp dort ein. Sie standen nun vor einer schweren Aufgabe, denn
außer den Häfen Tyros und Tripolis sowie einigen kleinen Kastellen
hatten die Muslims das ganze, ehemals von Christen besetzte Gebiet
unter ihrer Kontrolle. Einige Kreuzritter-Kastelle waren ohne Kampf aufgegeben
worden, da die reichen Adligen die sie bewachen sollten Angst bekamen und
den anrückenden Muslims hohe Lösegelder zahlten, damit sie ungestört
nach Europa heimkehren durften. Die ärmeren Kreuzritter jedoch, die
sich nicht freikaufen konnten, saßen noch immer in ihren Kastellen
und verteidigten sich erbittert.
Das wichtigste Problem war die Eroberung von Akkon, das seit August
1189 von Guido von Lusignan, dem König von Jerusalem, belagert wurde.
Seine militärische Lage war schlecht, doch seine Truppen wurden wiederum
von denen Saladins eingeschlossen.
Zwei Jahre später gelang keiner Seite mehr ein entscheidender
Sieg. Es entstand sogar eine Art Freundschaft : Wenn sie müde vom
Kampf waren, saßen sie am Feuer, sangen, tranken und erzählten
Witze. Wenn der Kampf wieder begann, versuchten sich diese Leute trotzdem
gegenseitig zu töten.
Als jedoch die Truppen von Löwenherz und Philipp eintrafen, wurde
alles anders. Sie waren frisch und ausgeruht, und für sie waren die
Muslims wilde Feinde . Sofort griffen sie Akkon an, und kämpften sogar
in der Nacht weiter. Die Muslims erschraken, als sie die Kampfkünste
und die Panzer der Christen sahen und sie fühlten sich fast wehrlos.
Immer wieder versuchte Saladin, den Soldaten in der belagerten Festung
Akkon zu helfen, doch er schaffte es nicht. Als auch ein geheimer Plan
von den Christen durchkreuzt wurde, bot er eine Waffenruhe an. Er sollte
200.000 Goldstücke zahlen, und 2.500 Christen freilassen.
Am 12.Juli 1191 marschierten Löwenherz und Philipp in Akkon ein.
Sie rissen die Halbmonde, das Zeichen der Muslims von den Wänden,
und ersetzten sie durch Kreuze. Als Saldin das Lösegeld nicht
rechtzeitig bezahlte, wurden 300 Muslims hingerichtet.
Kurze Zeit später wollte Philipp nach Frankreich zurückkehren,
um den Kampf um Anjou fortzusetzen. Er täuschte gerissen eine Krankheit
vor und reiste am 31.Juli gegen den Willen der Ritter und Barone ab. Ihm
folgte der österreichische Herzog Leopold V., der sich an Löwenherz
rächen wollte. Dieser hatte bei einem Streit zwischen den beiden die
österreichische Stange zu Boden geworfen und Leopold schwer beleidigt.
Damals schwor er Rache, die er nun, beim Auszug aus Palästina mit
seinen Truppen, auskostete. Denn nun stand Löwenherz vor zwei Problemen.
Erstens hatte er durch Philipps und Leopolds Rückzug den größten
Teil des Heeres verloren, und zweitens wußte er, daß Philipp
nach Anjou wollte. Zu allem Überfluß begann auch noch Prinz
Johann, Löwenherz´ Bruder, in England Unruhe zu stiften. Außerdem
wollten die Ritter Akkon mit den guten Weinen und dem Luxus nicht mehr
verlassen. Trotzdem marschierte Löwenherz Ende August mit seinem unzufriedenem
Heer in Richtung Jerusalem, um es für die Christenheit neu zu erobern.
Saladins Truppen vor sich hertreibend zog er in brennender Hitze vorwärts.
Er eroberte Haifa, Caesarea und Jaffa. Am 7.September wurden Tausende
Muslime Saladins bei einer Niederlage getötet. Nun griff Saladin zur
Taktik der verbrannten Erde. Er zerstörte Äcker, Felder,
Brücken, Wege, Dörfer und Städte, um den Christen das Vorankommen
so schwer wie möglich zu machen.
Nach der Eroberung der Mittelmeerhäfen, marschierte Löwenherz
im Spätherbst auf Jerusalem zu. Als der Winter einbrach, stand er
nur noch wenige Kilometer vor der Heiligen Stadt. Er wartete noch bis zum
Sommer, um Jerusalem dann zu erobern. Doch die Angriffe seines immer noch
geschwächten Heeres wurden abgeblockt.
Inzwischen waren die Intrigen seines Bruders und die Bemühungen
Philipps um Anjou so groß geworden, daß Löwenherz dringend
nach Europa zurückkehren mußte. Widerwillig schloß er
Frieden mit Saladin. Die Küste von Tyros bis Jaffa sollte in
christlicher Hand bleiben. Dieser schmale Landstrich wurde das zweite Königreich
Jerusalem, obwohl sie die Stadt gar nicht in ihm befand. Der Waffenstillstand
sollte drei Jahre mindestens dauern.
Am 9.Oktober, fünf Wochen nach der Vereinbarung, trat Löwenherz
verbittert seine Heimreise an. Er hatte sich mehr erhofft von diesem Kreuzzug.
Schließlich wurde er in Wien von dem rachsüchtigen Leopold gefangen
und nach Schloß Dürnstein gebracht. Er blieb dort länger
als ein Jahr, genauer: bis zum Januar 1194. Erst gegen ein Lösegeld
von 150.000 DM wurde er entlassen. Das Geld bezahlten britische Bürger
mit ihren Steuern.
Als Saladin am 4.März 1193 in Damaskus starb, begann die Einigkeit
unter den Muslimen, die Saladin mühsam aufgebaut hatte, sofort wieder
zu zerspringen.
Die Christen, immer noch erbost über ihre Schlappe im 3.Kreuzzug,
kam dies gerade recht. 1199 planten sie den 4.Kreuzzug. Doch sie hatten
aus ihren Fehlern nicht gelernt, und so wurde der 4.Kreuzzug der größte
Mißerfolg von allen.
Die Anführer des Kreuzzuges entschlossen sich, den Transport der
Truppen und den Nachschub über Venedig abzuwickeln. Die Venetianer
erklärten sich dazu bereit, Schiffe für ein Jahr, gegen 85.000
Silbermark und die Hälfte der späteren Beute bereitzustellen.
Die Kreuzfahrer hatten jedoch nur 51.000 Silbermark und wurden deshalb
nicht mehr transportiert. So blieben die Kreuzfahrer, die schon im Frühling
1201 in der Dogen-Stadt eingetroffen waren, dort liegen und ließen
ihre Schulden von Tag zu Tag ansteigen. Diese konnten sie nur wieder loswerden,
wenn sie gegen die Städte Zara und Dalmatia kämpften und sie
vernichten würden. Dann würde ihre Schuld gelöscht sein.
Trotz des Protestes des Papstes ging der Anführer des Kreuzzuges,
der französische Markgraf Bonifatius von Montferrat, auf den Vorschlag
des Dogen von Venedig, Enrico Dandolo, ein.
Im November 1202 stürmten die Ritter die Stadt Zara und zerstörten
sie. Zur Strafe verbannte der Papst sie aus der Kirche . Doch es kam noch
schlimmer. Die hinterlistigen Venetianer überredeten die Ritter, eine
christliche Stadt auszurauben und zu zerstören.
Dies Widerfuhr Konstantinopel am 12 . April 1204. Die Stadt wurde gestürmt
und ausgeplündert. Nach diesem Überfall löste sich der 4.Kreuzzug
auf.
Der 5.Kreuzzug zeichnete sich besonders durch mangelnde
Führungskraft und Dummheit aus. Er wurde von König Andreas von
Ungarn und dem uns schon bekannten Leopold organisiert. Ihr Ziel war der
Hafen Damiette in Ägypten. Geführt wurde der Kreuzzug von Johann
Brienne, dem König von Jerusalem. Der mächtigste Mann dieses
Kreuzzuges war jedoch nicht er, sondern der dickköpfige und dumme
päpstliche Legat Kardinal Pelagius von Albano. Ohne ihn wäre
das Unternehmen vielleicht zum Erfolg geworden.
Im Juni 1218 begann die Belagerung des Hafens. Im November 1219 bot
Sultan al-Kamil die Übergabe des ganzen Königreichs Jerusalem
westlich des Jordans an. Als Gegenleistung sollten die Kreuzfahrer Ägypten
verlassen. So war das große Ziel schon greifbar nah, doch Pelagius
sagte „nein“. Er wollte auch Ägypten haben.
Damiette fiel am 5.November 1219, doch von nun an wehrten sich die
Ägypter so kräftig, daß Pelagius weit davon entfernt war,
seine Pläne verwirklichen zu können.
Beendet wurde der Kreuzzug im August 1221. Das Heer ertrank im Flußdelta
des Nils bei einer Nilflut.
Der 5.Kreuzzug begann 1228. Bei ihm wurde klar, daß die
Kreuzfahrer nicht mehr für die Befreiung Jerusalems, sondern für
die reiche Beute kämpften. Führer dieses Kreuzzuges war Friedrich
II. . Den römischen Kaisertitel erkaufte er sich mit einem Eid, den
5. Kreuzzug zu Unternehmen. Da ein erfolgreicher Kreuzzug für ihn
Herrschaft über Jerusalem bedeutete, fiel ihm dieser Eid nicht schwer.
1227 stach Friedrich von Italien aus in See, doch da Friedrich seekrank
war, kehrte sein Schiff bald darauf um. Der Rest der Flotte segelte weiter
nach Akkon. Papst Gregor IX. gefiel das gar nicht, und so stieß Friedrich
einfach aus der Kirche aus. Doch das war nicht alles. Er verdammte ihn
als leibhaftigen Antichristen, Ketzer und Freigeist. Aber das änderte
nichts an Friedrichs Plänen. Ein Jahr später segelte er ein zweites
Mal los und kam sogar bis nach Palästina.
Für die Christen war es einfach unglaublich, daß ein Ausgestoßener
einen Kreuzzug führte. Trotzdem erreichte er sein Ziel, denn nach
ein paar kleinen Gefechten und Verhandlungen mit Sultan al-Kamil bekam
er das gleiche Angebot wie damals Pelagius. Der Vertrag wurde am 18.Februar
1229 unterzeichnet. So waren die heiligen Städte Jerusalem, Bethlehem
und Nazareth wieder im Besitz der Christen. Die Christen jedoch waren gar
nicht so erfreut, da Friedrich ja schließlich kein Christ mehr war.
Deshalb schickte der Papst seine eigenen Truppen nach Sizilien, wo Friedrich
nun König war, und verdammte alle Christen aus Jerusalem.
Als Friedrich nach Jerusalem kam, marschierte er schnurstracks auf
die Grabeskirche zu, setzte sich die Königskrone auf -- und
war König von Jerusalem.
Als Friedrich am 1.Mai 1229 in Akkon eintraf, wurde er von den Europäern
nur verspottet. Die Kreuzritter die in Palästina blieben, vergaben
alle ihre Vorteile, die Friedrich ihnen verschafft hatte und bekämpften
sich gegenseitig oder gingen Bündnisse mit den Muslims ein.
Inzwischen näherten sich aus Zentralasien die Mongolen mit ihrem
Führer Dschingis Khan, dem mächtigsten und blutgierigsten Eroberer
dieser Zeit.
1253 kamen sie in die Nähe der Kreuzfahrerstaaten und des Muslimreiches.
Um das Muslimreich zu retten und die Macht der Christen in Palästina
ins Wanken zu bringen, verbündeten sich die Ägypter 1244 mit
den Syrern gegen die Mongolen und die Christen. Der Erfolg blieb nicht
aus. Die Muslims eroberten Jerusalem zurück und ein Jahr später
hatten die Christen fast alles in Palästina verloren.
1260 machten die Ägypter zusammen mit den Syrern die Mongolen
platt und bewahrten so das Land vor Eindringlingen aus dem Westen.
Im Mai 1212 wanderte ein junger Hirte namens Stephan von Frankreich
von Dorf zu Dorf, und forderte alle Kinder auf, mit ihm nach Palästina
zu ziehen um das heilige Land zu befreien.
Tausende von Jugendlichen folgten ihm, um sich an dem Mittelmeerstrand
von Marseille zu postieren. Sie warteten auf die Teilung des Mittelmeers,
damit sie trockenen Fußes nach Palästina kamen. Doch natürlich
geschah das nicht. Statt dessen kamen Guillaume das Schwein und
Hugo der Eiserne, die behaupteten von Gott geschickt worden zu sein,
um sie nach Palästina zu segeln. Die Kinder waren natürlich total
begeistert, doch sie wurden nicht nach Palästina, sondern nach Kleinasien
gebracht um dort als Sklaven zu arbeiten.
Den zweiten Kinderkreuzzug führte der Kölner Junge Nikolaus
an. Doch auch ihnen erging es nicht viel besser. Viele von ihnen erfroren
bei der Überquerung der Alpen, verhungerten oder starben an Erschöpfung.
Sie gehorchten zwar, als der Bischof von Brindisi sie nach Hause schickte,
aber nur noch ein paar kamen lebend dort an.Das war der Kreuzzug der Kinder.
Am 1.Juli 1270 stach Kaiser Friedrich IX., der ein paar Jahre zuvor
schon einmal einen Kreuzzug gegen die Ägypter geführt und verloren
hatte, in See um den 7.Kreuzzug anzuführen. Selbst sein bester Freund
konnte ihn nicht daran hindern. Er segelte von Aigues-Mortes nach Tunis,
um von dort aus seinen zweiten Versuch Ägypten zu erobern zu starten.
Doch eine Beulenpest brach in der Armee aus und tötete am 25.August
Friedrich, der 27 Jahre später heilig gesprochen wurde.
Ludwigs Tod hatte einen tragischen Hintergrund: Sein Bruder König
Karl I. von Sizilien und Neapel hatte ihn dazu überredet in Tunis
seinen Kreuzzug zu beginnen, weil Karl mit dem ägyptischen Sultan
Baibars befreundet war. Der mochte es gar nicht, daß Tunis immer
mächtiger wurde. Karl dachte sich : Wenn mein Bruder Tunis besiegt,
weil ich ihm geraten habe dort den Kreuzzug zu beginnen, wird sich der
Sultan bei mir erkenntlich zeigen.
Nachdem Baibars 1265 die Kreuzfahrer aus Caesarea, Haifa und Arsuf
, 1266 aus Safed und 1268 aus Jaffa, Belfort und Antiochia geworfen hatte,
war das zweite Königreich Jerusalem, das Löwenherz entlang der
Küste aufgebaut hatte, vernichtet. Eigentlich mußte Baibars
jetzt nur noch ein paar kleine Städte und Dörfer der restlichen
Kreuzfahrer erobern, doch um Ludwig IX., der den 7.Kreuzzug vorbereitete,
nicht unnötig zu reizen, gönnte er sich und den Christen in Palästina
noch eine kleine Atempause. Doch Ludwig starb, und bald waren auch
die restlichen Bastionen der Kreuzfahrer erobert oder vernichtet.
Verena W.
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