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Die Kreuzzüge

Die Kreuzzüge waren kriegerische Unternehmen zugunsten der christlichen Kirche, die im 12. Und 13 Jahrhundert stattfanden. Während der Kreuzzüge kämpften Christen gegen Nichtchristen ( z.B. Mohammedaner ). Teilgenommen wurde meist aus religiösem Fanatismus, Abenteuerlust, Beutegier oder wirtschaftlichen Interessen.

Der 1.Kreuzzug startete im Mai 1096 in Köln und wurde von Peter von Amiens, einem französischen Wanderprediger, angeführt. Peter von Amiens wollte die Bauern durch das Rheinland nach Ungarn und über Konstantinopel, die Hauptstadt des Oströmischen Reiches, nach Jerusalem führen.
Etwa zur gleichen Zeit machte sich auch ein anderer großer Wanderprediger, Walter der Arme , mit einer großen Zahl kampfbereiter, aber anständiger und frommer Bauern auf den Weg. Doch bald gesellten sich zu diesen Bauern immer mehr raublustige Diebe und Halsabschneider. Im Frühjahr 1096 schließlich, begannen die immer unruhiger werdenden Bauern, Gewalt
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anzuwenden. Sie griffen alles an, was ihnen im Weg stand, plünderten Geschäfte und verprügelten die Besitzer, brachen in Wohnhäuser ein, zertrümmerten die Möbel und stahlen, was nicht Niet und Nagelfest war. Besonders in Städten wie Worms und später in Prag mußten vor allem die Juden, die schon vorher von den Christen gehaßt wurden, viel unter den Bauernhorden leiden. Sie wurden ermordet oder ließen sich in letzter Sekunde umtaufen, um ihrem sicheren Tod zu entgehen.
 In Ungarn sollte das Morden fortgesetzt werden, doch die Ungarn wehrten sich mit aller Kraft. Sie griffen die Kreuzfahrer an und töteten somit Tausende von ihnen. Die Überlebenden, die sich ins Oströmische Reich gerettet hatten, verwüsteten dort Äcker und Felder, die zuvor eine Heuschreckenplage heimgesucht hatte.
Im August 1096 erreichten die Bauern Konstantinopel. Der Oströmische Kaiser Alexios I. Komnenos ,der sie so schnell wie möglich wieder loswerden wollte, stellte mehrere große Schiffe zusammen und ließ seine ungebetenen Gäste über den großen Bosporus in die Türkei bringen, wo sie im Hochsommer ankamen. Dort verstreuten sie sich über das Land und wurden von den Türken gejagt und ermordet. Peter von Amiens kehrte nach Konstantinopel zurück, da er unfähig war, seinen Begleitern zu helfen. Walter der Arme starb am 21. Oktober  in der Schlacht von Nikaia. Die restlichen Überlebenden wurden von Schiffen des Kaisers Alexios eingesammelt und nach Konstantinopel zurückgebracht.
 
 

1097 traf der Kreuzzug der Ritter  mit 80.000 Mann in Konstantinopel ein. Alexios, der sich noch gut an den Kreuzzug der Bauern im vergangenen Jahr  erinnerte, betrachtete die Ankömmlinge mißtrauisch. Er fürchtete, die Schönheit und der Reichtum Konstantinopels könnte die Ritter zu Raub und Gewalt verführen. Zum Schutz vor Übergriffen mußten alle Kreuzzugführer den Vasalleneid sprechen und versprechen, alles Land, das früher zu Ostrom gehörte und welches die Türken erobert hatten, an Ostrom zurückzugeben, wenn sie die Türken besiegen würden. Mit Versprechungen und Drohungen überzeugte Alexios schließlich alle Kreuzritter, ihre Zusage zu geben. Doch nicht alle hatten vor, sich an diesen Eid zu halten.
Ähnlich wie bei den Bauern stellte Alexios den Rittern alles was sie brauchten zur Verfügung und schiffte sie schließlich nach Kleinasien, wo sie 1097 ankamen. Dort eroberten sie die Stadt Nikaia und brachen somit allen organisierten Widerstand der Türken entzwei. Langsam marschierte der Zug auf das südtürkische Taurus-Gebirge zu. Es war brütend heiß und die Ritter waren völlig erschöpft. Sie kämpften mit knurrenden Mägen und schrecklichem Durst, den sie oft nur durch das Kauen von Kameldornzweigen etwas löschen konnten.
Als sie schließlich einen Hilferuf von armenischen Christen empfingen, machten sie sich trotz aller Leiden auf den Weg, um den bedrängten Christen aus Edessa zu helfen. Graf Balduin von Boulogne vertrieb die Türken und wurde zum Dank von dem Prinzen Thoros adoptiert. Balduin zettelte jedoch eine Verschwörung an und ließ seinen Adoptivvater ermorden und sich selbst zum Kaiser ernennen. Balduins Treulosigkeit in Edessa ermunterte Bohemunt von Tarent  das Gleiche in Antiochia zu machen.
Im Oktober 1097 kam er dort an und wollte die Stadt erobern, dachte aber nicht daran, sie vertragsgemäß Kaiser Alexios zu übergeben, der im Augenblick seine früheren Besitzungen in Kleinasien zurückeroberte. Bohemund redete den anderen Heerführern ein, Alexios wolle sie betrügen, und so stimmten sie im zu als er meinte, daß Antiochia dem Heerführer gehören solle, der sie erobert. Nur Graf Raimund von Toulouse war dagegen. Er bemerkte, das Bohemund einen Verrat im Schilde führte.
Bohemund hatte einen Helfer in der Stadt, der ihn bei der Eroberung der Stadt unterstützen wollte. Am 5.Juni 1098 geschah dies dann auch. Zwei Tage bevor ein Einsatztheer von König Kerbogha von Mossul eintraf. Es umzingelte die Stadt mit den geschwächten Rittern und wartete darauf, daß sie sich ergeben würden. Auch die Belagerten in Antiochia, wo eine Pest wütete, warteten nur noch auf ein Wunder. Dieses geschah: Ein fränkischer Priester träumte, daß die Lanze, mit der einst Jesus am Kreuz durchbohrt wurde, in Antiochia verborgen sei. Man fand die Lanze und gleichzeitig den Beweis, das Gott mit den Ritter war. Am 28. Juni schlugen sie Kerboghas Truppen in die Flucht.
Nun stritten sich Raimund und Bohemund um die Stadt. Als nach sechs Monaten immer noch kein Ende des Streites abzusehen war, stellten die genervten Kreuzritter die nach Jerusalem wollten ihren Anführern ein Ultimatum: Entweder wird der Marsch nach Jerusalem sofort begonnen, oder Antiochia wird vernichtet.
Im November1098 marschierten die Kreuzfahrer gen Jerusalem und trafen gegen Weihnachten in Palästina ein.
Einige Tage später, bevor Raimund ihn zur Rede stellen konnte, machte Bohemund mit seinen Truppen kehrt und marschierte nach Antiochia zurück um diese für sich zu erobern. Im Januar 1099 gründete Bohemund den zweiten Kreuzfahrerstaat Antiochia und machte sich dort zum König.
Als die anderen Kreuzritter von Raimund Bethlehem erreichten, liefen ihnen christliche Pilger mit Kreuzen und Fahnen entgegen. Tränen rannen über ihre Gesichter, während sie zu der Geburtskirche Jesu wanderten. Dort knieten sie nieder und beteten.
Am 7.Juni 1099 waren es etwa 13.000 Kreuzritter, die von einem Berg aus auf Jerusalem schauten. Für sie war ein Traum wahr geworden. Sie beteten und nannten diesen Berg „Berg der Freude“. Doch sie sahen auch, daß die Eroberung dieser Stadt nicht leicht sein würde.  Die Belagerung dauerte fünf Wochen und wurde zu einem harten Kampf. Fast entmutigt wanderten sie um die Stadt, und hofften auf ein Wunder wie in Jericho. Doch die Mauern stürzten nicht ein.
Schließlich ließen Raimund und Gottfried von Bouillin Belagerungsmaschinen bauen, mit denen am sie 15.Juli Jerusalem eroberten. Dort mordeten sie in blinder Wut drei Tage lang.

Der 2.Kreuzzug  begann, als 1144 die Muslims die Grafschaft Edessa, die sich Balduin von Boulogne durch die Ermordung seines Adoptivvaters angeeignet hatte, zurückeroberten, und Bernhard von Clairvaux, Abt einer bedeutenden Benediktinerabtei, auf einen neuen Kreuzzug drängte. Er überredete den französischen König Ludwig VII. und den deutschen  König Konrad III. In Paris und Regensburg neue Heere aufzustellen.
Doch schon auf dem Weg nach Süden wurden die vereinigten Heere von den Muslims angegriffen und schwer verletzt. Die Armee, die 1148 bei Akkon und Antiochia gelandet war, wurde fast halbiert. Hinzu kam, daß die Kreuzritter den Fehler begangen, Damaskus anzugreifen. Damaskus war zwar eine muslimische Stadt, hatte sich aber noch nicht Sultan Nurredins heiligem Krieg angeschlossen. So hatten ihre Einwohner bisher immer noch zu Jerusalem und seinen christlichen Einwohnern gehalten.
 

Nach vier Tagen brachen die Ritter die Belagerung wegen angeblichem Wassermangel ab, und kehrten nach Europa zurück. Dort waren bereits Gerüchte in  Umlauf, daß sich die Kreuzritter bestochen lassen hätten. Trotz alledem hat dieser Kreuzzug bewirkt, daß sich Damaskus nun auf die Seite Sultans Nurredin schlug .

Als König Löwenherz 1189 König wurde, erhob er sofort eine Steuer, um den 3.Kreuzzug zu finanzieren. Er verkaufte Regierungsposten, erhob Landsteuern und empfing Befreiungssteuern von den Männern, die nicht mitziehen wollten. Für
10.000 DM entließ er sogar den Schottenkönig William aus dem Vasalleneid.
Mit diesem Geld und dem Erbe, das sein Vater ihm hinterlassen hatte, rüstete Löwenherz eine beachtliche Armee aus. Im Juli 1190 stach er in Richtung Palästina in See. Doch er war nicht der Einzige. Auch König Philipp II. August von Frankreich marschierte auf Palästina zu. Der deutsche König Barbarossa war schon früher aufgebrochen. Trotzdem erreichte er sein Ziel nicht, da er am 10.Juni 1190 beim Baden ertrank.  Daraufhin kehrten die meisten seiner 10.000 Soldaten nach Deutschland zurück.
Die beiden verbleibenden Führer des Kreuzzuges, Löwenherz und Philipp, waren zwar Verbündete, nicht jedoch Freunde. Löwenherz besaß in Frankreich die Grafschaft Anjou, die Philipp für die französische Krone beanspruchte. Das Mißtrauen zwischen beiden Herrschern war so groß, daß jeder nur dann das Kreuz nehmen wollte, wenn der andere mit ihm in das heilige Land kam.
Sechs Monate nach Barbarossas Tod erreichten die beiden Sizilien um dort zu überwintern. Am 20. April 1191  kam Philipp als erster in Akkon an. Löwenherz verspätete sich um sieben Wochen, da er noch Zypern, das somit zum fünften Kreuzfahrerstaat nach Edessa, Antiochia, Jerusalem, und ? gemacht wurde erobern mußte.
Vier Jahre nach der Eroberung Jerusalems durch Saladin trafen Löwenherz und Philipp dort ein. Sie standen nun vor einer schweren Aufgabe, denn außer den Häfen Tyros und Tripolis sowie einigen kleinen Kastellen hatten die Muslims  das ganze, ehemals von Christen besetzte Gebiet unter ihrer Kontrolle. Einige Kreuzritter-Kastelle waren ohne Kampf aufgegeben worden, da die reichen Adligen die sie bewachen sollten Angst bekamen und den anrückenden Muslims hohe Lösegelder zahlten, damit sie ungestört nach Europa heimkehren durften. Die ärmeren Kreuzritter jedoch, die sich nicht freikaufen konnten, saßen noch immer in ihren Kastellen und verteidigten sich erbittert.
Das wichtigste Problem war die Eroberung von Akkon, das seit August 1189 von Guido von Lusignan, dem König von Jerusalem, belagert wurde. Seine militärische Lage war schlecht, doch seine Truppen wurden wiederum von denen Saladins eingeschlossen.
Zwei Jahre später gelang keiner Seite mehr ein entscheidender Sieg. Es entstand sogar eine Art Freundschaft : Wenn sie müde vom Kampf waren, saßen sie am Feuer, sangen, tranken und erzählten Witze. Wenn der Kampf wieder begann, versuchten sich diese Leute trotzdem gegenseitig zu töten.
Als jedoch die Truppen von Löwenherz und Philipp eintrafen, wurde alles anders. Sie waren frisch und ausgeruht, und für sie waren die Muslims wilde Feinde . Sofort griffen sie Akkon an, und kämpften sogar in der Nacht weiter. Die Muslims erschraken, als sie die Kampfkünste und die Panzer der Christen sahen und sie fühlten sich fast wehrlos.
Immer wieder versuchte Saladin, den Soldaten in der belagerten Festung Akkon zu helfen, doch er schaffte es nicht. Als auch ein geheimer Plan von den Christen durchkreuzt wurde, bot er eine Waffenruhe an. Er sollte 200.000 Goldstücke zahlen, und 2.500 Christen freilassen.
Am 12.Juli 1191 marschierten Löwenherz und Philipp in Akkon ein. Sie rissen die Halbmonde, das Zeichen der Muslims von den Wänden, und ersetzten sie durch  Kreuze. Als Saldin das Lösegeld nicht rechtzeitig bezahlte, wurden 300 Muslims hingerichtet.
Kurze Zeit später wollte Philipp nach Frankreich zurückkehren, um den Kampf um Anjou fortzusetzen. Er täuschte gerissen eine Krankheit vor und reiste am 31.Juli gegen den Willen der Ritter und Barone ab. Ihm folgte der österreichische Herzog Leopold V., der sich an Löwenherz rächen wollte. Dieser hatte bei einem Streit zwischen den beiden die österreichische Stange zu Boden geworfen und Leopold schwer beleidigt. Damals schwor er Rache, die er nun, beim Auszug aus Palästina mit seinen Truppen, auskostete. Denn nun stand Löwenherz vor zwei Problemen. Erstens hatte er durch Philipps und Leopolds Rückzug den größten Teil des Heeres verloren, und zweitens wußte er, daß Philipp nach Anjou wollte. Zu allem Überfluß begann auch noch Prinz Johann, Löwenherz´ Bruder, in England Unruhe zu stiften. Außerdem wollten die Ritter Akkon mit den guten Weinen und dem Luxus nicht mehr verlassen. Trotzdem marschierte Löwenherz Ende August mit seinem unzufriedenem Heer in Richtung Jerusalem, um es für die Christenheit neu zu erobern.
Saladins Truppen vor sich hertreibend zog er in brennender Hitze vorwärts. Er eroberte Haifa, Caesarea und Jaffa. Am 7.September  wurden Tausende Muslime Saladins bei einer Niederlage getötet. Nun griff Saladin zur Taktik der verbrannten Erde. Er zerstörte Äcker, Felder, Brücken, Wege, Dörfer und Städte, um den Christen das Vorankommen so schwer wie möglich zu machen.
Nach der Eroberung der Mittelmeerhäfen,  marschierte Löwenherz im Spätherbst auf Jerusalem zu. Als der Winter einbrach, stand er nur noch wenige Kilometer vor der Heiligen Stadt. Er wartete noch bis zum Sommer, um Jerusalem dann zu erobern. Doch die Angriffe seines immer noch geschwächten Heeres wurden abgeblockt.
Inzwischen waren die Intrigen seines Bruders und die Bemühungen Philipps um Anjou so groß geworden, daß Löwenherz dringend nach Europa zurückkehren mußte. Widerwillig schloß er Frieden mit Saladin.  Die Küste von Tyros bis Jaffa sollte in christlicher Hand bleiben. Dieser schmale Landstrich wurde das zweite Königreich Jerusalem, obwohl sie die Stadt gar nicht in ihm befand. Der Waffenstillstand sollte drei Jahre mindestens dauern.
Am 9.Oktober, fünf Wochen nach der Vereinbarung, trat Löwenherz verbittert seine Heimreise an. Er hatte sich mehr erhofft von diesem Kreuzzug. Schließlich wurde er in Wien von dem rachsüchtigen Leopold gefangen und nach Schloß Dürnstein gebracht. Er blieb dort länger als ein Jahr, genauer: bis zum Januar 1194. Erst gegen ein Lösegeld von 150.000 DM wurde er entlassen. Das Geld bezahlten britische Bürger mit ihren Steuern.

Als Saladin am 4.März 1193 in Damaskus starb, begann die Einigkeit unter den Muslimen, die Saladin mühsam aufgebaut hatte, sofort wieder zu zerspringen.
Die  Christen, immer noch erbost über ihre Schlappe im 3.Kreuzzug, kam dies gerade recht. 1199 planten sie den 4.Kreuzzug. Doch sie hatten aus ihren Fehlern nicht gelernt, und so wurde der 4.Kreuzzug der größte Mißerfolg von allen.
Die Anführer des Kreuzzuges entschlossen sich, den Transport der Truppen und den Nachschub über Venedig abzuwickeln. Die Venetianer erklärten sich dazu bereit, Schiffe für ein Jahr, gegen 85.000 Silbermark und die Hälfte der späteren Beute bereitzustellen. Die Kreuzfahrer hatten jedoch nur 51.000 Silbermark und wurden deshalb nicht mehr transportiert. So blieben die Kreuzfahrer, die schon im Frühling 1201 in der Dogen-Stadt eingetroffen waren, dort liegen und ließen  ihre Schulden von Tag zu Tag ansteigen. Diese konnten sie nur wieder loswerden, wenn sie gegen die Städte Zara und Dalmatia kämpften und sie vernichten würden. Dann würde ihre Schuld gelöscht sein. Trotz des Protestes des Papstes ging der Anführer des Kreuzzuges, der französische Markgraf Bonifatius von Montferrat, auf den Vorschlag des Dogen von Venedig, Enrico Dandolo, ein.
Im November 1202 stürmten die Ritter die Stadt Zara und zerstörten sie. Zur Strafe verbannte der Papst sie aus der Kirche . Doch es kam noch schlimmer. Die hinterlistigen Venetianer überredeten die Ritter, eine christliche Stadt auszurauben und zu zerstören.
Dies Widerfuhr Konstantinopel am 12 . April 1204. Die Stadt wurde gestürmt und ausgeplündert. Nach diesem Überfall löste sich der 4.Kreuzzug auf.
 
 

Der 5.Kreuzzug  zeichnete sich besonders durch mangelnde Führungskraft und Dummheit aus. Er wurde von König Andreas von Ungarn und dem uns schon bekannten Leopold organisiert. Ihr Ziel war der Hafen Damiette in Ägypten. Geführt wurde der Kreuzzug von Johann Brienne, dem König von Jerusalem. Der mächtigste Mann dieses Kreuzzuges war jedoch nicht er, sondern der dickköpfige und dumme päpstliche Legat Kardinal Pelagius von Albano. Ohne ihn wäre das Unternehmen vielleicht zum Erfolg geworden.
Im Juni 1218 begann die Belagerung des Hafens. Im November 1219 bot Sultan al-Kamil die Übergabe des ganzen Königreichs Jerusalem westlich des Jordans an. Als Gegenleistung sollten die Kreuzfahrer Ägypten verlassen. So war das große Ziel schon greifbar nah, doch Pelagius sagte „nein“. Er wollte auch Ägypten haben.
Damiette fiel am 5.November 1219, doch von nun an wehrten sich die Ägypter so kräftig, daß Pelagius weit davon entfernt war, seine Pläne verwirklichen zu können.
Beendet wurde der Kreuzzug im August 1221. Das Heer ertrank im Flußdelta des Nils bei einer Nilflut.

Der 5.Kreuzzug  begann 1228. Bei ihm wurde klar, daß die Kreuzfahrer nicht mehr für die Befreiung Jerusalems, sondern für die reiche Beute kämpften. Führer dieses Kreuzzuges war Friedrich II. . Den römischen Kaisertitel erkaufte er sich mit einem Eid, den 5. Kreuzzug zu Unternehmen. Da ein erfolgreicher Kreuzzug für ihn Herrschaft über Jerusalem bedeutete, fiel ihm dieser Eid nicht schwer.
1227 stach Friedrich von Italien aus in See, doch da Friedrich seekrank war, kehrte sein Schiff bald darauf um. Der Rest der Flotte segelte weiter nach Akkon. Papst Gregor IX. gefiel das gar nicht, und so stieß Friedrich einfach aus der Kirche aus. Doch das war nicht alles. Er verdammte ihn als leibhaftigen Antichristen, Ketzer und Freigeist. Aber das änderte nichts an Friedrichs Plänen. Ein Jahr später segelte er ein zweites Mal los und kam sogar bis nach Palästina.
Für die Christen war es einfach unglaublich, daß ein Ausgestoßener einen Kreuzzug führte. Trotzdem erreichte er sein Ziel, denn nach ein paar kleinen Gefechten und Verhandlungen mit Sultan al-Kamil bekam er das gleiche Angebot wie damals Pelagius. Der Vertrag wurde am 18.Februar 1229 unterzeichnet. So waren die heiligen Städte Jerusalem, Bethlehem und Nazareth wieder im Besitz der Christen. Die Christen jedoch waren gar nicht so erfreut, da Friedrich ja schließlich kein Christ mehr war. Deshalb schickte der Papst seine eigenen Truppen nach Sizilien, wo Friedrich nun König war, und verdammte alle Christen aus Jerusalem.
Als Friedrich nach Jerusalem kam, marschierte er schnurstracks auf die Grabeskirche zu,  setzte sich die Königskrone auf -- und war König von Jerusalem.
Als Friedrich am 1.Mai 1229 in Akkon eintraf, wurde er von den Europäern nur verspottet. Die Kreuzritter die in Palästina blieben, vergaben alle ihre Vorteile, die Friedrich ihnen verschafft hatte und bekämpften sich gegenseitig oder gingen Bündnisse mit den Muslims ein.
Inzwischen näherten sich aus Zentralasien die Mongolen mit ihrem Führer Dschingis Khan, dem mächtigsten und blutgierigsten Eroberer dieser Zeit.
1253 kamen sie in die Nähe der Kreuzfahrerstaaten und des Muslimreiches. Um das Muslimreich zu retten und die Macht der Christen in Palästina ins Wanken zu bringen, verbündeten sich die Ägypter 1244 mit den Syrern gegen die Mongolen und die Christen. Der Erfolg blieb nicht aus. Die Muslims eroberten Jerusalem zurück und ein Jahr später hatten die Christen fast alles in Palästina verloren.
1260 machten die Ägypter zusammen mit den Syrern die Mongolen platt und bewahrten so das Land vor Eindringlingen aus dem Westen.

Im Mai 1212 wanderte ein junger Hirte namens Stephan von Frankreich von Dorf zu Dorf, und forderte alle Kinder auf, mit ihm nach Palästina zu ziehen um das heilige Land zu befreien.
Tausende von Jugendlichen folgten ihm, um sich an dem Mittelmeerstrand von Marseille zu postieren. Sie warteten auf die Teilung des Mittelmeers, damit sie trockenen Fußes nach Palästina kamen. Doch natürlich geschah das nicht. Statt dessen kamen Guillaume das Schwein und Hugo der Eiserne, die behaupteten von Gott geschickt worden zu sein, um sie nach Palästina zu segeln. Die Kinder waren natürlich total begeistert, doch sie wurden nicht nach Palästina, sondern nach Kleinasien gebracht um dort als Sklaven zu arbeiten.
Den zweiten Kinderkreuzzug führte der Kölner Junge Nikolaus an. Doch auch ihnen erging es nicht viel besser. Viele von ihnen erfroren bei der Überquerung der Alpen, verhungerten oder starben an Erschöpfung. Sie gehorchten zwar, als der Bischof von Brindisi sie nach Hause schickte, aber nur noch ein paar kamen lebend dort an.Das war der Kreuzzug der Kinder.
 

Am 1.Juli 1270 stach Kaiser Friedrich IX., der ein paar Jahre zuvor schon einmal einen Kreuzzug gegen die Ägypter geführt und verloren hatte, in See um den 7.Kreuzzug anzuführen. Selbst sein bester Freund konnte ihn nicht daran hindern. Er segelte von Aigues-Mortes nach Tunis, um von dort aus seinen zweiten Versuch Ägypten zu erobern zu starten.  Doch eine Beulenpest  brach in der Armee aus und tötete am 25.August  Friedrich, der 27 Jahre später heilig gesprochen wurde.
Ludwigs Tod hatte einen tragischen Hintergrund: Sein Bruder König Karl I. von Sizilien und Neapel hatte ihn dazu überredet in Tunis seinen Kreuzzug zu beginnen, weil Karl mit dem ägyptischen Sultan Baibars befreundet war. Der mochte es gar nicht, daß Tunis immer mächtiger wurde.  Karl dachte sich : Wenn mein Bruder Tunis besiegt, weil ich ihm geraten habe dort den Kreuzzug zu beginnen, wird sich der Sultan bei mir erkenntlich zeigen.
Nachdem Baibars 1265 die Kreuzfahrer aus Caesarea, Haifa und Arsuf , 1266 aus Safed und 1268 aus Jaffa, Belfort und Antiochia geworfen hatte, war das zweite Königreich Jerusalem, das Löwenherz entlang der Küste aufgebaut hatte, vernichtet. Eigentlich mußte Baibars jetzt nur noch ein paar kleine Städte und Dörfer der restlichen Kreuzfahrer erobern, doch um Ludwig IX., der den 7.Kreuzzug vorbereitete, nicht unnötig zu reizen, gönnte er sich und den Christen in Palästina noch eine kleine Atempause. Doch Ludwig  starb, und bald waren auch die restlichen Bastionen der Kreuzfahrer erobert oder vernichtet.

Verena W.