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Die Kosovo-Krise
 
 
 
 
 
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Übersicht über die Region Kosovo
 
 

Das Kosovo besitzt den Status einer Provinz innerhalb der Bundesrepublik Jugoslawien. Bis 1913 gehörte es zur Türkei. Nach Ende des 1. Balkankrieges (1912-1913) wurde die Provinz unter Serbien und Montenegro aufgeteilt. Von 1946 bis 1986 war das Kosovo eine autonome Provinz. Es hat Grenzen zu den Nachbarstaaten Albanien und Mazedonien. Auf die Fläche von 10.887 km² kommen 1.9 Millionen Bewohner. Davon sind 90 % Albaner. Der Rest setzt sich aus den Bevölkerungsminderheiten der Serben und Montenegriner zusammen. Die bedeutendsten Städte sind die Provinzhauptstadt Pristina, Pec und Prizren. Trotz der zahlreichen Bodenschätzen, wie z.B. Magnesit, Chromit, Zink und Blei zählt das Kosovo zu den ärmsten Regionen Europas.
 
 
 
 

HISTORISCHER HINTERGRUND

 

 
 
 
 
 

Die Kosovo-Krise ergibt sich aus den dramatischen Verwerfungen des 14. Jahrhunderts. Der Niedrgang des Byzantinischen Reiches ist mit dem Aufstieg Serbiens zu einem regionalen Machtzentrum auf dem Balkan verbunden. Balken bedeutet übersetzt aus dem Türkischen "Gebirge". So wurde diese Region bezeichnet, da sie den Osmanen den Weg nach Nordwesten versperrte. Unter dem serbischen König Dusan (1331-1355) erlebte Serbien den Höhepunkt seiner Macht. Das Herzland dieses mächtigen Reiches war das Kosovo- die Region um Pristina. Hier stehen berühmte altserbische Kloster in denen der orthodoxe Glaube gepflegt wird. Dadurch das der König Dusan nur eine künstliche balkanische Einheit durch seine starke Persönlichkeit geschaffen hatte zerfiel sein Reich nach seinem Tod. So zerfiel das Reich in viele kleine Fürstentümer, die sich erbittert bekämpften –diese Entwicklung ist mit dem Tod nach Tito (1980) vergleichbat. Das zerfallende Reich wird für die Osmanen interessant. Die Osmanen hatten eines der gewaltigsten und dauerhaftestem Reiche der Geschichte. Somit setzten sie ihre Armeen in gang, um das zerfallende Reich zu erobern. Nach dem ersten Opfer der Osmanen, Mazedonien, schließen sich die Serben auf Grund dieser tödlichen Gefahr unter dem Fürsten Lazar zu einer Abwehrfront zusammen. Am 28. Juni 1389 (dem Veitstag oder Vivodan) treten auf dem Amselfeld, dem Kosovo Polje, Lazar´s Krieger gegen das türkische Heer unter Sultan Murad an. Am Ende diese Kampfes sind beide Heerführer tot und die gesamte serbische Ritterschaft ist vernichtet. Aufgrund dieses Schicksalsschlages genau im Kosovo, "der Wiege der serbischen Nation", wird dieses Amselfeld in den Sagen und Mythen des geschlagenen Volkes zu einem heiligen Boden ernannt. In jenen funklen Zeiten entsteht das nis heute virulente Bild eines einsamen Serbien, das ohne Hilfe gegen eine Übermacht steht. In den Tiefen der serbischen Seele findet sich also die Antwort auf die Frage, warum der jugoslawische Präsident Slobodan Milosevic der gesamten NATO die Stirn bietet kann. Auch während der Herrschaft der Osmanen bleibt das Kososvo serbisches Kernland. Doch die Religion wird auf dem Balkan zunehmend Schlüssel zur Macht. Während Albaner und Bosniaken den Islam, dem Glauben der neuen Herren, teils freiwillig, teils gezwungenermaßen übernehmen , um gesellschaftlich aufsteigen zu können, hielten die Serben an ihrer christlich-orthodoxen Überzeugung fest. Ihre Oposition um Osmanischen Reich wird damit zunehmend schwierig. Als Truppen des Habsburger Reiches – dem großen Rivalen der Osmanen – weit in in den türkisch besetzten Balkan vordringen nutzten die frustrierten Serben dieses zur Möglichkeit zur Rebellion. Doch die Österreicher ziehen sich zurück und die Serben fürchteten die Rache der Türken. Von 1969 an wanderten die Serben daher in großen scharen aus ihrem einstigen Kernland Kosovoaus und nahmen das Angebot des Hasburger Reiches an, sich als Wehrbauern an der militärisch stark gesicherten Reichsgrenze anzusiedeln. Auch das mächtige Venedig rief serbische Wehrbauern ins Land und überläßt ihnen die Gebiete um die Festung Knin an der dalmatischen-bosnischen Grenze.

In die nun freiwerdenden Gebiete im Kosovo strömen Albaner aus dem Süden. Die Serben gerieten allmählich in die Minderheit, aber diese demographische Veränderung hat sich sehr langsam vollzogen. Noch am Ende des Zweiten Weltkrieges waren die Bevölkerungsgruppen etwa gleich stark. Doch die höhere Geburtenrate der Albaner und die Siedlungspolitik unter Tito veränderte das Gleichgewicht. Heute stellen die Albaner rund 90 Prozent der Zwei-Millionen-Bevölkerung im Kosovo. Hier ist nun der Kern der aktuelle Krise zu finden. Die Serben argumentieren, das Kosovo sei die Wiege ihrer Nation und daher ungeachtet dr albanischen Einwanderung noch immer Bestandteil Serbiens. Die Albaner wiederum berufen sich auf noch ältere Rechte: Sie seien Nachfahren des indogermanischen Bauernvolkes der Illyrer, die bereits lange vor den Serben im Kosovo gesessen hätten und vom siebten Jahrhundert an von diesen verdrängt worden wären.

Zum Verhältnis der Serben und Albaner um Kososvo muß man wissen, daß es auf Grund der unterschiedlichen Religion, der verschiedenen Sprachen und der gegensätzlichen Kultur kaum Vermischungen im Sinne von Eheschließungen gibt. Nach dem Tot Titos, der dem Kosovo eine weitreichende Autonomie innerhalb Jugoslawiens eingeräumt hatte, forderten albanische Nationalisten den Status einer eigenen Republik.

Slobodan Milosovic, damals noch serbischer Präsident, instrumentalisiert die Ängste der serbischen Minderheit, um die Autonomie der Provinz aufzuheben. Den Widerstand der Albaner ließ er 1989 und 1990 blutig niederschlagen. 100 000 Albaner verloren in der Folge ihre Stellungen in Wirtschaft und Verwaltung. Als Konsequenz der serbischen Unterdrückungspolitik entstand die albanische Befreiungsarmee UCK, die seit 1992 in bürgerkriegsähnlichen Gefechten mit der jugoslawischen Armee verwickelt sind.

Die bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen der UCK und serbisch-jugoslawischen Kräften erreichten im Sommer/Herbst 1998 ihren Höhepunkt. Nachdem die UCK Mitte 1998 fast 40% des Kosovo faktisch kontrollierte, wurde sie durch Gegenoperationen der serbisch-jugoslawischen Kräfte zurückgedrängt, aber nicht zerschlagen. Diese überschritten dabei streckenweise daß Maß militärisch erforderlicher Gewalt; es kam zu Plünderungen und Brandschatzungen.

Ergebnis der bewaffneten Auseinandersetzungen war, daß für die Kosovo-Albaner ein Zusammenleben mit den Serben nun kaum mehr vorstellbar ist. Eine Lösung sehen die Kosovo-Albaner nur noch in staatlicher Unabhängigkeit. Der Status einer gleichberechtigten Republik neben Serbien und Montenegro innerhalb der BR Jugoslawien ist für sie allenfalls als zeitliche Übergangslösung akzeptabel. Ein Teil der UCK hegt darüber hinaus die Illusion eines Zusammenschlusses aller mehrheitlich von ethnischen Albanern besiedelten Gebiete im Kosovo, in Mazedonien und Montenegro mit dem Mutterland Albanien zu einem "Groß-Albanien", das auf Vorstellungen aus dem Jahre 1878 zurückgeht.

Auf dem Höhepunkt der Kosovo-Krise im September 1998 schätzte das UNHCR (United Nations High Commissioner For Refugees) die Zahl der Kosovo-Flüchtlinge auf knapp 300.000 Menschen. Von diesen waren etwa 200.000 im Kosovo verblieben. Etwa 50.000 dieser Menschen kampierten auf den Höhepunkt der Krise im Gelände unter freiem Himmel. Eine humanitäre Katastrophe zeichnete sich ab. Die bewaffneten Auseinandersetzungen mußten rasch ein Ende finden, die auf die Flüchtlinge abschreckend wirkende, massive Präsenz serbisch-jugoslawischer Sicherheitskräfte im Kosovo wieder auf ein vertretbares Maß zurückgeführt werden.
 

Milosevic's Ziele (,,ethnische Säuberungen")
 
 

Die Regierung hat offensichtlich die politische Absicht der Nato den Interventionsgrund zu nehmen. Denn bei Entvölkerung der Region bestehen keine Forderungen der Provinz nach Unabhängigkeit mehr.
Hinter den ethnischen Säuberungen steht ein extremer und exklusiver Nationalismus: Völker mit bestimmten Territorien gehören zusammen und der Nationalstaat sollte möglichst homogen sein. Die Nation verbindet zuerst eine kulturelle Gemeinschaft und nicht eine politische. Durch demagogische Mittel (z.B. Propaganda ) wird das Volk zusätzlich aufgehetzt um hinter einem solchen Nationalstaat zu stehen.
Ethnische Säuberungen sind bis heute ein wichtiges Kriegsziel. Sie sollen möglichen Widerstand ausschalten. Im Zuge dieser werden soziale, kulturelle, wirtschaftliche und symbolische Lebensgrundlagen zerstört. Die Vertreibungen laufen ähnlich ab wie in Kroatien und Bosnien-Herzigowina. Die Belgrader Führung will ihren Besitzanspruch auf die Provinz nunmehr mit Gewalt durchsetzen. Das Kosovo besitzt eine Schlüsselstellung im serbischen Nationalbewußtsein. Es war Kernland des serbischen Königreichs im Mittelalter und viele Kulturdenkmäler befinden sich noch auf dem Boden der Region. Die Provinz ist nach serbischem Denken ein unbestrittener Bestandteil der Bundesrepublik Jugoslawien. Dies erklärt auch die unerbittliche Härte des serbischen Militärs gegen die Kosovo-Albaner.
 
 
 
 

Vertrag von Rambouillet Die Amerikaner bauten in Dayton eine militärische Druckkulisse auf. Nach 17 Tagen langen Verhandlungen konnten sich die Konfliktparteien der Serben und Kosovo-Albaner nicht einigen. Bis März sollte der Status des Kosovo ausgehandelt sein. Doch beide Parteien konnten sich auf kein Ergebnis verständigen. Die NATO änderte ihre ,,Politik des Drängens". Am 29. Januar legte sie einen Prinzipienkatalog vor, der die Basis zur Regelung der Kosovo-Krise bilden sollte. Der politische Teil sah einen sofortigen Waffenstillstand, eine dreijährige Übergangslösung, in der das Kosovo autonom ist, ein Schutz der serbischen Minderheit, freie Wahlen unter Aufsicht der OSZE und eine multinationale Friedenstruppe der NATO zur Überwachung des Abkommens vor. Der militärische Teil sah eine Entmilitarisierung der Region vor. Zudem muß die Stärke der serbischen Truppen und Sonderpolizei auf insgesamt 4000 Mann reduziert werden. Die Volksabstimmung über eine Unabhängigkeit des Kosovos am Ende der Übergangsfrist war nicht der einzige Streitpunkt. Milosevic lehnte die Positionierung der Friedenstruppe entschieden ab. Dies würde eine Erniedrigung für das serbische Volk bedeuten. Die Kosovo-Albaner verweigern die Abgabe ihrer Waffen, da dies für sie einer Entmachtung gleich käme. Belgrad wurde bei einer Ablehnung des Angebots gedroht Luftangriffe gegen serbische Ziele zu fliegen. Den Kosovo-Albanern wurde gedroht die UCK als terroristische Organisation zu erklären, ihr den Nachschub aus Albanien zu sperren und sie den Serben zu überlassen.
Am Ende der Verhandlungen unterzeichneten nur die Kosovo-Albaner das Friedensabkommen.
Milosevic erklärte: "Wir werden das Kosovo nicht aufgeben, selbst wenn wir bombardiert werden!"
 
 
 
 

Forderungen der UNO an Milosevic
 
 

Eine der Kernforderungen der UNO an Slobodan Milosevic ist die Erfüllung der UN-Resolution. Diese sieht im einzelnen vor:
 
 

  • eine sofortige Feuerpause aller Konflikt Parteien im Kosovo und der Bundesrepublik Jugoslawien als Vorbedingung für Gespräche;
  • das Recht der Menschen auf ihre angestammte Heimat muß geachtet werden;
  • den unverzüglichen Beginn ernstzunehmender Gespräche unter internationaler Beteiligung;
  • die Erfüllung der UN-Resolution 1160, die unter anderem Folgendes verlangt:
  • das Ende aller Kampfhandlungen gegen die Zivilbevölkerung;
  • die vollständige und sichere Rückkehr sämtlicher Flüchtlinge in ihre angestammten Dörfer und Häuser;
Die UNO verlangt ferner von der Regierung in Belgrad, sämtliche begangene Verbrechen an der Zivilbevölkerung gerichtlich zu verfolgen.
 
 
 
 

Bedeutung Rußlands
 

Im 7. Jahrhundert wanderten die Südslawen von Nordosten kommend auf dem Balkan ein. Seit dem 13. Jahrhundert hatten sie einen eigenen christlich-orthodoxen Staat. Religiöse Schriften kamen von Serbien nach Rußland und beeinflußten dort maßgeblich die Kultur und Religion. Rußland und Serbien waren damals sehr eng verbunden. So entstand der Mythos der Blutsbrüderschaft zwischen Rußland und Serbien.
Dieser Mythos ist bisher noch kein politisches Argument für Rußland einzuschreiten, aber Serbien besitzt eine wichtige geopolitische Lage für Rußland. Nach dem Ende der UdSSR und der Auflösung des Warschauer Pakts hat Moskau seinen Einfluß in Südosteuropa verloren. Ungarn ist Mitgliedsstaat der NATO und Bulgarien versucht beizutreten. Die russische Regierung sieht hierin eine Gefahr im Süden von der Außenwelt abgeschnitten zu werden. Serbien bildet zur Zeit die einzige Lücke.
Ein militärisches Einschreiten Rußlands ist aber unwahrscheinlich, da es schwach ist und die westliche Unterstützung braucht.
 
 
 
 

Welche Strategie verfolgt die NATO nach den Luftangriffen?
 
 

Die NATO Luftangriffe starteten mit dem Ziel, Slobodan Milosevic zur Unterschrift unter das von den Kosovo-Albanern in Rambouillet unterzeichnete Autonomieabkommen zu zwingen. Die Luftangriffe wurden aber so ausgeweitet, daß die Fähigkeit der Serben zur Kriegsführung gegen das Kosovo erheblich verringert wird. Bisher konnte die Frage der Skeptiker, wie die NATO ohne einen vollen Militäreinsatz mit Bodentruppen erfolgreich aus der Situation herauskommt, nicht zufriedenstellend beantwortet werden. US-Präsident Clinton sagte dazu lediglich: ,,Die Endstrategie ist, was sie in Militäroperationen immer gewesen ist: die Erfüllung der Mission." Für einen Einsatz von Bodentruppen zur Sicherung des Balkans benötigt die NATO 80 000 bis 100 000 Soldaten. Und diese Anzahl steht, so schnell wie sie gebraucht wird, nicht zur Verfügung. Die Bundeswehr müsste 10.000 bis 20.000 Soldaten stellen. Dies wäre ohne eine Teilmobilmachung nicht möglich. Heute ist nur noch die Hälfte des Heeres innerhalb eines Monats marschbereit. Ein Einsatz von deutschen Bodentruppen im Krisengebiet kommt für die deutsche Regierung bislang noch nicht in Frage.
,,Auch soll Milosevic nicht als Verantwortlicher oder als jemand behandelt werden, mit dem man Verträge machen könne", sagte ein amerikanischer Senator. Eine weitere Alternative zu alliierten Bodentruppen stellt die Bewaffnung der Kosovo-Albaner dar. Es gebe dann eine kampfbereite Bodentruppe gegen die Serben.
 
 
 
 
 
 

Der Irrtum der NATO
 
 

Die UN-Resolution 3314 vom 14. Dezember 1974 definiert den Angriffskrieg. Unter anderem liegt ein solcher Angriffskrieg bei der Beschießung oder Bombardierung des Hoheitsgebietes eines Staates vor.

Wer ist Aggressor? Hier gilt das Prinzip des ersten Schusses.

Vom generellen völkerrechtlichen Gewaltverbot gibt es zwei unmißverständliche Ausnahmen. Es handelt sich um einen Katalog mit abschließendem Charakter:

  • Die individuelle oder kollektive Selbstverteidigung und
  • militärische Sanktionsmaßnahmen, die durch Resolution des UN-Sicherheitsrates beschlossen worden sind.
Ein Fall der Selbstverteidigung liegt nicht vor. Der Sicherheitsrat hat eine Resolution verweigert.
 
 
Die NATO führt also einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg.
Und Deutschland ist dabei.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Übersicht über die Flüchtlingshilfe
 
 

Seit der serbischen Unterdrückung sind etwa 600.000 Menschen aus dem Krisen-Gebiet geflohen. Davon sind 384.000 Flüchtlinge bereits in Nachbarländern des Kosovo eingetroffen. Der Rest irrt noch im Kosovo umher. Allein nach Albanien sind bisher über 225.000 Menschen geflohen. Verschiedene NATO-Länder haben sich bereit erklärt Flüchtlinge aufzunehmen. Darunter sind die USA und die Türkei (jeweils 20.000 Flüchtlinge); Österreich, Griechenland, Kanada und Norwegen nehmen jeweils 21.000 Flüchtlinge auf und Deutschland will weitere 10.000 Flüchtlinge aufnehmen. Die Flüchtlinge, die aus den Zufluchtsländern ausgeflogen werden sind hauptsächlich Hilfs- und Versorgungsbedürftige. Zudem kommen noch Flüchtlinge deren Familienmitglieder schon ins Ausland ausgewandert sind dazu. Deutschland hat ein Abschiebestop verhängt, nachdem keine Kosovo-Albaner ins Krisen-Gebiet mehr ab geschoben werden dürfen.

Es gib vor allem Probleme beim Ausladen von Hilfsgütern. Die albanischen und mazedonischen Flughäfen sind nicht entsprechend für das Entladen von Flugzeugen ausgerüstet. Es fehlen geeignete Gabelstapler und Flugzeugbenzin. Eine erfolgreiche Luftbrücke kann so nicht funktionieren.
 
 
 
 

 

DIE RECHTSLAGE

Jahr für Jahr werden von Menschenrechtsorganisationen Zehntausende Fälle von willkürlichen Festnahmen, schweren Mißhandlungen, Enteignungen und Vertreibungen in Albanien gemeldet. Allein 1994 wurden nach Angaben der albanischen Menschenrechtsorganisation CDHRF (Council for the Defence of Human Rights and Freedom) 17 Albaner erschossen oder zu Tode gefoltert. Im gleichen Zeitraum wurden 2 157 Albaner physisch mißhandelt und 2 963 willkürlich festgenommen. Die UN-Menschenrechtskommission in Genf stellte bereits in einer Resolution vom 23. Februar 1993 fest, daß im Kosovo gegen alle gebürtigen Albaner polizeiliche Gewalt ausgeübt wird. Albaner werden im Kosovo wegen ihrer Nationalität, d. h. kollektiv, verfolgt. Viele deutsche Gerichte, die über Asylverfahren von Kosovo-Albanern entscheiden, bestreiten dies jedoch.

NATO-Beschluß

Gemäß Artikel 4 und 5 des Nordatlandtikvertrages vom 04.04.1949 im der Fassung des Protokolls vom 17.10.1951 dürfen Mitglieder der NATO nur dann militärische Maßnahmen ergreifen, wenn ein bewaffneter Angriff gegen eine oder mehrere der NATO-Mitglieder vorliegt. Militärische Maßnahmen sind ausschließlich in Ausübung des in Artikel 51 CVN anerkannten Rechtes der individuellen oder kollektiven Selbstverteidigung der Parteien erlaubt. 
Der innerstaatliche Konflikt der Bundesrepublik Jugoslawien stellt gemäß Artikel 5 des Nordatlantikvertrages auch keine Situation dar, die die Anwendung von Waffengewalt erforderlich macht, um die Sicherheit des nordatlantischen Gebietes wiederherzustellen und zu erhalten.
Eine Berechtigung der NATO in Konflikte außerhalb des Vertragsgebietes einzugreifen, besteht nicht. 
Im übrigen ist gemäß Artikel 6 Punkt 2 des Nordatlantikvertrages eine Angriffsdefinition gegen die Mitglieder der NATO nicht gegeben, da kein bewaffneter Angriff auf ein Mitglied der NATO vorliegt. 
Ein Beschluß der NATO-Staaten, in den Kosovokonflikt einzugreifen, hat somit schon aus dem Nordatlantikvertrag selbst keinen rechtfertigenden Charakter.

Humanitäre Intervention als Rechtfertigung

Als weiterer Rechtfertigungsgrund könnte eine "humanitäre Intervention" in Betracht kommen.
Unter "humanitärer Intervention" ist die Anwendung von Waffengewalt zum Schutze der Bevölkerung eines fremden Staates vor Menschenrechtsverletzungen zu verstehen.
 
  Quellen: Die Welt online, Die Zeit Nr. 09 25.02.1999, Süddeutsche Zeitung, Hamburger Abendblatt vom 25. 05. 99, FAZ, "Krieg auf dem Balkan" von Christian Kind Benny Biehl - Ahrensburg, den 1. Juni 1999
 
 
 
Chronik zur Kosovo-Krise

 
 
 

 
 
 
28. Juni 1389 Schlacht auf dem Amselfeld
1459 Ganz Serbien ist osmanische Provinz
1690 Auswanderung der Serben aus dem Kosovo
1912 erster Balkankrieg. Serbien, Bulgarien und Griechenland gegen die Türkei. Serbien erhält Kosovo, aber Österrecih verhindert den Griff nach Nordalbanien
1913 Zweiter Balkankrieg. In eine, gemeinsam mit Griechnland gegen Bulgarien geführten Krieg erhält Serbien den Nordteil Mazedoniens
1914 Ermordung des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand in Sarajewo. Ultimatum und Kriegserklärung Wiens. Das Eingreifen Rußlands, dann Deutschlands, löst den ersten Weltkrieg aus
1929 Ausrufung der Königsdiktatur durch Alexander I. Jugoslawien wird Staatsname
1939 Abkommen über eine Autonomie für Kroatien
1941 Beitritt Jugoslawiens zum Dreimächtepakt; Hitler befiehlt die Zerschlagung und Aufteilung Jugoslawiens; Gründung des Unabhängigen Staates Kroatien unter Ante Pavelic; Beginn des Patrisanenkriegs der Kommunisten unter Tito und der serbischen Tschetniks unter Mihailovic
1945 Josip Broz Tito ruft die Föderative Volksrepublik Jugoslavien. Serbien wird eine von sechs Republiken. Kosovo wird als autonome Region zu einer Verwaltungsuntereinheit der Republik Serbien
1966 Liberalisierung im Kosovo
1968 Kosovo wird autonome Provinz. Jugoslawien distanziert sich von der Inrevention des Warschaupakts
1971 Nationalistische Welle in Kroatien durch Titos Eingreifen beendet
1974 neue Verfassung
1980 Tot Titos
1981 Kosovo-Albaner fordern für Kosovo den Status einer Republik innerhalb Jugoslawiens. Es kommt zu starken ethnischen Spannungen zwischen der albanischen Bevölkerungsmehrheit und den serbischen Bewohnern 
März 1989/ 90 Slobodan Milosevic hebt die Autonomie der Provinz Kosovo auf. Widrstand der Albaner blutig niedergeschlagen
1990 Zerfall des Bundes der Kommunisten Jugoslawiens
1991 Gestützt auf ein Referendum erklärt sich Kroatien, gleichzeitig mit Slowenien, für unabhängieg
Okt. 1992 Gründung der UCK. Serben und Kosovo-Albaner beginnen mit Friedensverhandlungen
15. Juli 1997 Milosevic wird zum Präsidenten von Jugoslawien gewählt
21. Nov. 1997 Die 1966 gegründete Befreiungsarmee des Kosovo (UCK) sagt den Kampf gegen die serbische Herrschaft an. Es kommt zu Zusammenstößen zwischen Kosovo-Albanern und serbischen Polizisten 
Mai 1998 Serbische Einheiten starten eine Großoffensive 
16. Juni 1998 Milosevic sagt Jelzin Verzicht auf Gewalt im Kosovo zu
Juli 1998 Es kommt zu schweren Kämpfen zwischen serbischen Einheiten und der Untergrund-Armee UCK
August 1998 Mehr als 200.000 Menschen sind auf der Flucht. Die USA drohen Belgrad wegen der Gewaltanwendung im Kosovo mit einem Militärschlag. Die NATO bereitet sich auf ein militärisches Eingreifen vor 
Sept. 1998  In einer Resolution fordert der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, daß alle Parteien, Gruppierungen und Einzelpersonen im Kosovo (Bundesrepublik Jugoslawien) sofort die Feindseligkeiten einstellen und eine Waffenruhe einhalten 
Oktober 1998 Die NATO droht Serbien gegen den Widerstand Rußlands immer vehementer mit Luftangriffen, falls nicht sofort der UN-Resolution Folge geleistet wird. In allerletzter Sekunde wendet Milosevic überraschend den Militärschlag durch sein Einlenken ab
Nov. 1998 In Serbien entbrennt ein Machtkampf zwischen Milosevic und einigen Politikern sowie Militärs, die den Kurs des Staatschefs nicht mittragen wollen. Oppositionelle, Regimekritiker und kritische Journalisten werden mundtot gemacht 
Januar 1999 Die NATO erhöht weiter den Druck auf Serbien durch die Androhung eines Luftangriffs, falls Milosevic nicht für Frieden in der krisengeschüttelten Provinz sorgt 
Februar 1999 Die ersten Friedensverhandlungen zwischen Serbien und offiziellen Vertretern der Kosovo-Albaner beginnen am 7. Februar auf Schloß Rambouillet bei Paris. Nach zwei Wochen mühsamer und intensiver Verhandlungen, verbunden mit Drohungen der NATO und mit dem Ergebnis einer Teileinigung, schlagen die westlichen Vermittler die Fortsetzung der Verhandlungen innerhalb von drei Wochen an gleicher Stelle vor 
18. März 1999 Die Kosovo-Albaner unterzeichnen das Rambouillet-Abkommen, die Serben nicht 
24. März 1999 Die Luftangriffe der NATO auf Jugoslawien beginnen
Ende April: Nach 30 Tagen Luftkrieg gegen Jugoslawien ist Milosevic immer noch nicht bereit die UN-Resolution zu erfüllen 
 
Benny Biehl