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Zur Entstehung des Kosovo-Problems

Politik-Referat
Manuel Orben
Klasse 13 Art

Beim Kosovo-Konflikt handelt es sich um einen, sich schon Jahrhunderte hinziehenden, Territorialkonflikt bei dem histo-risch und ethnisch begründeter Ansprüche aufeinanderprallen.
Die Kosovoalbaner sehen sich selbst als Abkömmlinge der Illyrer und deshalb als die Ureinwohner des Kosovos, denn die Slawen besiedelten erst im 6.Jahrhundert den Balkan. Für die Kosovoalbaner spricht auch die ethnische Verteilung, denn von den ca. 2,15 Millionen Einwohnern des Kosovo sind 90% Albaner.
Die Serben hingegen verstehen das Kosovo als die Wiege ihrer Kirche und Kultur. Dieses manifestiert sich vor allem im sogenannten Kosovo-Mythos. Dieses romantisch verklärte Bild, das hauptsächlich im 19.Jahrhundert entworfen wurde, beschreibt Serbien vor der Schlacht auf dem Amselfeld als ein blühendes Reich mit dem Kosovo als Herzstück und als
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Garant für den Reichtum Serbiens. Gefördert wurde dieser Mythos vor allem auch durch die Kirche, für die das Kosovo eine große Bedeutung hat, nicht nur weil sich dort viele Klöster und Kirchen befinden, sondern auch, weil die serbisch-orthodoxe Kirche alle Serben auf einem Gebiet vereinen will, wofür u.a. besagter Kosovo-Mythos "erdacht" wurde. Zu diesem Zweck wurde hauptsächlich die Schlacht auf dem Amselfeld, bei der sich der serbische Fürst Lazar mit seinen Truppen dem türkischen Sultan Murad stellte, hochstilisiert. Die Schlacht wurde im Verlauf der Geschichte von den Ser-ben zu der Entscheidungsschlacht zwischen Orient und Ozident umgedeutet, wobei die Serben sich als Verteidiger des Abendlandes sahen, sich zugleich aber als dessen opfer verstanden, weil ihnen die Unterstützung der westeuropäischen Länder fehlte. Auch heute noch hat dieses Bild eine erstaunliche Präsenz in den Köpfen der Serben. So gibt es zum Geden-ken an diese Schlacht einen alljährlichen "Feiertag" (28.Juni). Diese Bindung der Serben an das Kosovo vollzieht sich aber immer auf einer abstrakt-emotionalen Ebene. So folgende Aussage : "Viele Serben sind bereit für Kosovo zu sterben, aber niemand hat den Wunsch dort zu leben."
Anfang dieses Jahrhunderts schließlich eroberte Serbien im 1.Balkankrieg das Kosovo zurück. Das Motto dieses Krieges : "Rache für Kosovo" (über 500 Jahren nach der Amselfeldschlacht !!!). Etwas später schließlich wurde auch ein albanischer Staat gegründet, der allerdings nur 50% aller Albaner auf seinem Territorium umfasste - die Serben wollten sich natürlich das gerade zurückeroberte Kosovo nicht wieder entreißen lassen. Außerdem fanden die Albaner inzwischen Missachtung durch die Serben, da diese unter der Herrschaft der Türken zum Islam übergetreten waren, während die Serben ihre Religi-on weitgehend gewahrt hatten.
Im 2.Weltkrieg dann, wurde für kurze Zeit der Traum der Albaner erfüllt, als von Hitler ein Groß-Albanien geschaffen wurde; mit der Niederlage Deutschlands wurde dieses Groß-Albanien aber wieder aufgelöst.
In den folgenden Jahrzehnten blieb der Widerstand der Albaner unterdrückt; auch die albanische Regierung brachte es nicht zu mehr als wenigen papierenen Protesten. Anfang der 80er Jahre begann die Situation zum ersten Mal zu eskalieren: gewaltsame Demonstrationen im Kosovo wurden von den Serben blutig niedergeschlagen. Als die Albanische Regierung ihren Protest kundtat, wurde sie von den Serben als Drahtzieher der Unruhen dargestellt. Seit diesem Zeitpunkt war die Lage im Kosovo gespannt.
Slobodan Milosevic machte sich, um an Macht zu kommen, diese Situation zu Nutze und verschrieb sich angeblich den benachteiligten Kosovo-Serben. Doch bald schon mussten diese erkennen, daß Milosevic sich nur scheinbar für sie interes-sierte, z.B. wurden von ihnen nach Belgrad entsandte Delegationen von Milosevic noch nicht einmal empfangen.
1989 wurde von den Serben dann die Autonomie des Kosovo aufgehoben, Proteste dagegen werden niedergeknüppelt. Weiterhin folgten dann der Ausschluß der Kosovoalbaner aus dem öffentlichen Leben und zunehmend auch schwere Men-schenrechtsverletzungen, willkürliche Verhaftungen und Mißhandlungen.
Zuerst wurde dem von Seiten der Albaner mit friedlichem Widerstand entgegnet; u.a. als Folge des Dayton-Vertrages waren aber immer mehr Albaner der Meinung, zum offenen Widerstand übergehen zu müssen, ganz nach dem Motto: "Wer wie Ibrahím Rugova über viele Jahre Gewaltlosigkeit propagiert und praktiziert, wird von der internationalen Gemeinschaft ignoriert. Wer sich wie Slobodan Milosevic der brutalen Gewalt verschreibt, wird mit einer Serbenrepublik in Bosnien belohnt."
Die Geburtsstunde der UCK !
Die Waffen für die UCK entstammten Unruhen in Albanien, bei denen die Depots von Polizei und Militär geplündert wurden. Anfang 1998 kam es zu ersten offenen Gefechten zwischen den Serben und der UCK. Von Anfangserfolgen ge-blendet jedoch machte die UCK den Fehler, anstatt, wie es eine Partisanenarmee tun sollte, zuzuschlagen und sich dann wieder unsichtbar zu machen, ganze Gebiete und Verkehrswege zu besetzten ( teilw. Bis zu 40% des Kosovo). So jedoch boten sie ein einfaches Ziel für die weit besser bewaffneten serbischen Kräfte. Durch diese ersten Kriegshandlungen und die Niederlage der UCK wurden große Flüchtlingsströme ausgelöst. Diese wurden durch weitere Vertreibung durch die Serben und später durch die NATO-Luftangriffe noch verstärkt.
Anfang Juni 1999 nahm Milosevic schließlich den Friedenspaln der G7+Rußland an.
Wie die Zukunft des Kosovo aussieht, ist unklar. Sowohl ein unabhängiges Kosovo als auch ein Kosovo als autonomer Teil Serbiens sind nicht problemlos denkbar. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird vor allem die UCK eine wichtige Rolle in der Zukunft des Kosovo spielen. Denn diese wird sich sicherlich als Staat im Staate entwickeln. Das sieht man z.B. schon daran, daß nur von einem Bruchteil der UCK-Mitglieder die Waffen abgegeben wurde.
Das Kosovo schreitet also in eine ungewisse Zukunft und wird weiterhin ein Krisengebiet in Europa bleiben.