Seinen literarischen Nachlaß hat er testamentarisch zur Verbrennung bestimmt. Nur sieben seiner Werke sollten nach seinem Willen der Nachwelt erhalten bleiben. Sein naher Freund und Verwalter des Nachlasses, Max Brod, befolgte diese Anweisung nicht, sondern veröffentlichte alle noch nicht von Kafka vernichteten Werke und rettete damit einige der größten literarischen Werke unseres Jahrhunderts.
Die ersten Erzählungen ("BETRACHTUNG", "DER HEIZER", 1913) wurden mit dem Fontane-Preis ausgezeichnet. Es folgten "DIE VERWANDLUNG (1916)", "DAS URTEIL (1916)", "IN DER STRAFKOLONIE (1919)", die Sammelbände "DER LANDARZT (1920)" und "EIN HUNGERKÜNSTLER" (1924).
Der Rest des literarischen Werkes, Parabeln, Skizzen, Aphorismen, Briefe, Tagebücher und drei als Fragmente hinterlassene Romane ("AMERIKA", "DER PROZEß", "DAS SCHLOß") wurden entgegen seinem Willen veröffentlicht.
Dichterische Eigenart: K. ist der Dichter der entindividualisierten Welt, in der keine menschlichen Bezugspunkte mehr gelten, einer Welt ohne Menschlichkeit und Würde. Seine Werke sind voll schrecklicher Visionen.
K. Hauptwerk, "DER PROZEß" beschreibt die Geschichte des Bankbeamten Josef "K", der eines Tages willkürlich verhaftet, freigelassen und wieder vorgeladen wird. Von einem imaginären Gericht angeklagt, wird er zum Tode verurteilt und hingerichtet, ohne, daß er erfährt, welche Schuld ihm zur Last gelegt wird. Seine Schuld ist, daß er sich für unschuldig hält.
Das Originalmanuskript zum Roman "DER PROZEß" ist unvollständig und hatte auch keinen Titel. Kafka hat den Roman im Gespräch stets den Titel "DER PROZEß" gegeben. Die Anordnung der Titel nahm Max Brod vor, er mußte sich auf sein Gefühl verlassen. Kafka hatte den Roman als unvollendet betrachtet. Vor dem Schlußkapitel sollten noch einige Stadien des Prozesses geschildert werden. Die vollendeten Kapitel, mit dem abrundenden Schlußkapitel zusammengenommen, lassen jedenfalls sowohl den Sinn wie die Gestalt des Werkes mit einleuchtender Klarheit hervortreten.
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