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Carl Orff
* 10. Juli 1895 in München
Orffs waren alteingesessene bayrische Offiziersfamilie, die der Musik
bedeutenden Platz einräumten
Eltern, Heinrich und Paula, schon als Kinder sich gekannt
Heinrich: Berufsoffizier
Paula: von künstler. Natur - hatte Verständnis für Militärkarriere
ihres Mannes
Mit 5 Jahren bekam Carl von seiner Mutter (begabte Pianistin) Unterricht
- er kritzelte bereits seine ersten Noten auf eine Schiefertafel
In der Schule lernte er schnell und gut, aber Abneigung gegenüber
allen Erziehungsinstitutionen
Als Kind beschäftigte er sich mit Musik, Botanik, alten Sprachen
(lateinisch u. griechisch), Geschichte u. Lyrik
Frühe Theaterbesuche - Faszination für Bühne u. theatralische
Effekte
Nach einem Besuch in einem Marionettentheater schrieb er Stücke
für sein eigenes Puppentheater - von ihm selbst, Schwester u.
Schulfreunden aufgeführt und von Orchester begleitet (Klavier,
Geige, Zither u. Glockenspiel) - Ofenblech - Donnerschläge
Carls eigene Aufgabe: So laut wie möglich auf dem Klavier herumzuhämmern
Mit 8 Jahren bereits Opernbesuche - 1. Oper: Fliegende Holländer
Er war zu eigenwillig, um die rigorosen Paukmethoden fraglos hinzunehmen
-spielte lieber eigene Improvisationen statt Czerny-Etüden
-stellte sich eigenen Studienplan für Klavierklasse selbst zusammen
-er hasste (!) Fingerübungen - gab zu, dass er keine perfekte
Technik hat
-versuchte, lebendige Lehrmethoden zu entwickeln
mit 15: eigene Liedtexte + Vertonung
konzentrierte sich dann eher auf die Vertonung von Werken deutscher
Dichter (Friedrich Hölderlin, Heinrich Heine, Friedrich Nietzsche)
Je älter er wurde, desto stärker wurde seine Überzeugung,
dass die Musik der Dichtkunst zu dienen habe
1913 an die Münchner Musikhochschule
Lehrer: sehr konservativ
Während Studium - Oper vollendet Gisei, das Opfer (= romantische
Fassung eines japanischen Stückes) - Einflüsse von Debussy -
kraftvolle Instrumentierung lässt REINEN ORFF erkennen: Schlaginstrumente
wie Donnerblech - 2. Orchester auf der Bühne u. Chor hinter Bühne
1914 schloss er Studium ab - 1916: Korrepetitor und Kapellmeister bei
Münchner Festspielen
1917: Armee eingezogen - als Kriegsinvalide entlassen - Direktor am
Mannheimer, später Darmstädter Opernhaus
Der Orffsche Stil
Erkannte, dass ihn sein künstler. Weg zu der Kombination von Sprache,
Musik und Bewegung führen würde
-verließ 1919 Oper, um sich seinen Studien u. Kompositionen zu
widmen
-leitete nebenher Münchner Bach-Chor
-4x verheiratet: 1920 Alice Solscher (einziges Kind Godela 1921*);
1939 Gertrud Willert; 1954 Luise Rinser; 1960 Liselotte Schmitz (bis Tod)
-sehr zurückgezogen!!!
-interessierte philosoph. Schriften von Franz Werfel u. Friedrich Nietzsche
turbulent-dissonante Musik von Schönberg
Opern: Salome u. Elektra v. Richard
Strauss
-studierte Werke von Monteverdi, Palestrina, Orlando di Lasso - schrieb
Neufassung von Monteverdis Orfeo
1923: mit Dorothee Günther getroffen (Malerin - bemerkte beim Aktmalen,
dass fast alle Menschen ein gespanntes Verhältnis zum eigenen Körper
haben u. einfachste Bewegungen nur schwer ausführen konnten) - wollte
Art der Bewegungserziehung entwickeln
-sie sah Skizzen von Orffs (Monteverdis) Orfeo - bot ihm Hilfe
bez. Der Tanzdarstellung an
1924: Gründung der Güntherschule für Studenten
der Musik und des
Tanzes
= ideales Werkzeug für künstler. Und pädagog. Studien
zu treiben
Orff entwickelte das Schulwerk, das auch die Musik für
Kinder enthält
Schüler sollten durch Improvisation beim Musizieren und beim Tanzen
die in ihnen innewohnende Musikalität entdecken, statt bewusst Bewegungsabläufe
zu lernen
Tonleiterüben ersticken Freude an Musik!
- setzte Instrumente ein, die nach kurzer Zeit beherrscht wurden (=
Orffsche Instrument): Xylophon, Metallophon, Glockenspiel, versch. Trommeln,
Schüttelinstrumente (Tambourin), Holzblöcke, Triangeln, Zimbeln,
Blockflöten, div. Zupf- und Streichinstrumente
1944: Schule vom Münchner Gauleiter geschlossen - Bombenangriff
zerstört
1948: Grammophonplatte mit Aufnahmen aus Güntherschule gefunden
- vom RF gesendet - weltweit
Orff war weder Erziehungstheoretiker noch Schulmeister, sondern Künstler,
der die Grenzen zwischen Kunst und Erziehung niederreißen wollte.
-er suchte immer noch nach einer Ausdrucksform seiner musikalischen
Ideen -
glaubte, es in Carmina Burana gefunden zu haben
Sein Anliegen war es, Musik und Sprache zu verbinden, wie es einst in
der griechischen Tragödie der Fall gewesen war.
Werke: Der Mond (1939 UA) - Allegorie, die auf Grimmschen Märchen
basiert und von Himmel und Erde und der Welt der Toten handelt
Die Kluge (1943 UA) - altes Volksmärchen
Benauerin (1947 UA) - NEUE RICHTUNG - verlangt
ein großes
Ensemble von Schauspielern und Sängern, die wie in einer griechischen
Tragödie die Handlung kommentieren
Antigonae - Anlehnung an antike Dramen am stärksten
-
Musikdrama nach der Antigonae
von Sophokles
-60er Jahre: reiste viel - Vorträge über sein Schulwerk auf
der ganzen Welt - 1972 Ehrendoktor der Münchner Uni
Letztes Werk: De Temporum Fine Comoedia (Das Spiel vom Ende der
Zeiten) - 1973 UA
Orff starb am 29.3.1982 in München als hochgeachtete Persönlichkeit
des öffentlichen Lebens
In seinen letzten Lebensjahren war er mit akademischen Ehren überhäuft
worden - paradox angesichts der Tatsache, dass Orff sein Leben lang betont
unakademisch war und seine Musik bewusst von jeglichem intellektuellen
Ballast befreit hatte. Der Nachwelt bleibt di Hinterlassenschaft eines
Mannes, der, so ein Musikwissenschafter, die Gabe der Einfachheit besaß.
Michael Lang
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