Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung 2.1 Definition
von exogenen Psychosen
3.1 Ursachen
4. Unterschied zwischen Psychosen und Neurosen
Zurück zum Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung Für das Unterrichtsfach Psychologie/Pädagogik der Fachoberstufe Sozialwesen wurde ein Referat zur Ausarbeitung in Gruppen gefordert. Wir erhielten zu Beginn des Schuljahres Themenbeispiele und berieten uns innerhalb unserer Gruppe, welches Themengebiet für uns in Frage käme. Wir entschieden uns für das Thema "Psychosen und Neurosen", da wir der Meinung waren, daß wir bei der Ausarbeitung des Referates ein sehr breites Spektrum an Wissen über psychologische Krankheitserscheinungen gewinnen könnten. Aufgrund der Komplexität dieses Themengebietes gehen wir in diesem Referat nicht auf das Detail ein, vielmehr möchten wir hiermit einen umfassenden und überschaubaren Einblick in das "Was sind Psychosen und Neurosen", sowie mögliche Folgeerscheinungen geben. Desweiteren war die Problematik der Psychosen und Neurosen für uns sehr interessant, da wir während unseres Zivildienstes Kontakt mit Personen hatten, die unter den psychischen Fehlentwicklungen dieser Einflüsse zu leiden hatten. Dies und die Häufigkeit solcher Krankheitsbilder waren ausschlaggebend für die Wahl des Themas, um die Hintergründe dieser Erkrankungen kennenzulernen. Aufgrund der Artenvielfalt der möglichen Folgeerscheinungen werden auch hier nur einige Beispiele explizit angeführt.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis 2. Definition von Psychosen Das Wort "Psychosen" kommt aus dem griechischen. Es bezeichnet sogenannte Geistes- und Gemütskrankheiten, die auf geerbten, anlagemäßigen Bedingungen oder auf erworbene Schädigungen des Gehirns beruhen. Es gibt 2 Arten von Psychosen: die exogene und die endogene Psychose. Der unter einer Psychose leidende Mensch weist besonders im akuten Stadium schwere Denk-, Gefühls- und Verhaltensstörungen auf. Es scheint, als habe er den Bezug zur Realität verloren. Psychosen können zu einem Persönlichkeitsabbau führen.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis 2.1 Definition von exogengen Psychosen Exogene Psychosen haben eindeutig eine organische Ursache. Sie können beispielsweise durch eine Hirnschädigung auftreten. Diese kann durch Entzündungsprozesse, Gefäßveränderungen, altersbedingte Abbauprozesse oder Gehirntumore hervorgerufen sein. Die Unterscheidung der beiden Gruppen von Psychosen, der exogenen Psychose und der endogenen Psychose (siehe hierzu Kapitel 5.2) ist nicht immer leicht. Deshalb wurden Kriterien aufgelistet, die bei einer exogenen Psychose existent sein müssen: Schädeltrauma, plötzliches Auftreten neurologischer Ausfälle oder Hirntumor diagnostiziert werden. 2. Es muß ein eindeutiger Zusammenhang zwischen dem körperlichen
Befund und
3. Es muß ein ungefähr paralleler Verlauf zwischen dem körperlichen Befund und der psychotischen Erscheinung beobachtet werden können. So muß beispielsweise nach abklingen hohen Fiebers auch eine merkliche Rückbildung psychotischer Symptome eintreten. Exogene Psychosen werden auch als symptomatische oder organische Psychosen bezeichnet.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis 2.1.1 Ursachen Körperlich begründbare Psychosen können verschiedene Ursachen haben:
- Hirntumore und andere raumfordernde Prozesse - traumatische Schäden des Gehirns - entzündliche Erkrankungen des Gehirns und seiner Häute - degenerative Erkrankungen des Gehirns - einige Erkrankungen, die sowohl Gehirn, als auch das Rückenmark betreffen
Zurück zum Inhaltsverzeichnis 2.1.2 Rehabilitation Jede Art von exogener, psychotischer Störung muß individuell behandelt werden. Es lassen sich aber ganz grob zwei Gruppen von unter körperlich begründbaren Psychosen leidenden Patienten unterscheiden: - Patienten mit leichten, reversiblen Ausfallerscheinungen, und - Patienten mit schweren, irreversiblen Ausfallerscheinungen
Rehabilitation von Patienten mit leichten, reversiblen Ausfallerscheinungen Zur Rehabilitation von Patienten mit leichten, reversiblen Ausfallerscheinungen wird wie folgt vorgegangen: Zuerst wird ein Funktionstraining (z.B. Bewegungstraining und Training der Aufmerksamkeitsspanne) eingesetzt, welches dem Patienten helfen soll, körperliche und psychische Störungen zu überwinden. Darauffolgend wird eine Beschäftigungstherapie, die der Anregung von Antrieb und Initiative dienen soll, angewandt. Als Beschäftigungstherapien haben sich besonders produktive Tätigkeiten, wie Malen, Modellieren, Basteln usw. bewährt. Eine physikalische Therapie (Gymnastik, Bäder und Massagen) und Gruppentherapie sollen den Besserungsprozeß unterstützen. Es werden verhaltenstherapeutische Maßnahmen im Rahmen einer Übungsbehandlung durchgeführt. Diese dienen auch zur Aggressionsminderung. Bei der Entlassung eines Patienten wird oftmals so vorgegangen, daß er erst einmal in einer Tages- oder Nachtklinik kommt, wo er sich zu bestimmten, festgelegten Terminen auch befinden muß. Am Schluß wird der Patient beruflich reintegriert. Dieses kann unter Umständen, wenn er es aus eigener Initiative nicht schaffen sollte, über eine Beschäftigung in einer beschützenden Werkstatt geschehen.
Bei Patienten, die an schweren Ausfallerscheinungen leiden, muß man mit einem viel langwierigeren, zeitlich und personell aufwendigeren Rehabilitationsweg rechnen. Ziel der Rehabilitationsmaßnahmen kann hier in den meisten Fällen nicht mehr die Wiedereingliederung in die Familie und dem Beruf sein, man muß sich vielmehr mit bescheideneren Zielen zufrieden geben. Solche Ziele können zum Beispiel die Beherrschung einiger körperlicher Funktionen, die Anpassung in einer geschützten Umgebung oder die Beherrschung von Affektausbrüchen sein. Die Maßnahmen, mit denen die Ziele erreicht werden sollen, sind mit den, für Patienten mit leichten Ausfallerscheinungen angewandten, Maßnahmen prinzipiell identisch. Der Schwerpunkt liegt allerdings hier auf einfachere Formen der Beschäftigungstherapie, auf der Eingliederung in kleinere Gruppen und der beruflichen Reintegration im Rahmen einer beschützenden Werkstatt. In manchen Fällen ist allerdings auch bei Patienten mit irreversiblen
Ausfallerscheinungen eine Reintegration in die Familie möglich, doch
erfordert eine solche Maßnahme eine sehr intensive Zusammenarbeit
zwischen den Angehörigen und dem Rehabilitationsteam einer Klinik.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis 2.1.3 Krankheiten der exogenen Psychose Es gibt viele Krankheiten, die auf exogenen Psychosen basieren. Zu den exogenen Psychosen gehören beispielsweise Durchgangssyndrome, Intelligenzdefekt, Persönlichkeitsdefekt, Hirnarterisklerose, Senile Demenz und andere. Wir wollen anhand der Krankheiten Hirnaterisklerose und Senile Demenz einen kurzen Einblick in die Ursächlichkeiten und Symptomatiken solcher Krankheiten geben.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis 2.1.3.1 Hirnarterisklerose Ursache Dem Beginn dieses Krankheitsprozesses liegen Veränderungen des Blutgefäßsystems, wie Wandverdickungen und Verkalkungen zugrunde. Hieraus resultiert eine verschlechterte Durchblutung des Gehirns. Das Gehirn leidet unter Sauerstoffmangel, dadurch sterben Nervenzellen ab. Das Absterben von Hirngewebe kann vielfältige körperliche und psychische Erscheinungen zur Folge haben. Körperliche Erscheinungen können Schlaganfall und Hirnerweichungen sein. Als psychische Erscheinungen können organische Wesensänderungen, Verwirrtheitszustände, Gedächnisschwund und andere auftreten. Als ursächliche Faktoren hierzu spielen ein erhöhter Blutfettgehalt,
ein zu hoher Blutdruck, sowie gewisse konstitionelle Eigenschaften eine
wesentliche Rolle. Es erkranken bevorzugt Männer. In manchen Familien
tritt das Krankheitsbild gehäuft auf, woraus zu schließen ist,
daß diese Krankheit auch genetisch verankert sein kann.
Symptome Die Patienten klagen über Kopfschmerzen, Schwindel, Schwarzwerden vor den Augen, Flimmern, Ohrensausen, Schlaflosigkeit und Vergeßlichkeit. Von deren Angehörigen kann man häufig erfahren, daß die Patienten Schlaganfälle und sogar selten einmal einen epileptischen Anfall erlitten haben. Es kommt zu Taktlosigkeiten, bei Männern häufig auch zu sexuellen Enthemmungen. Die Patienten achten nicht auf ihre Kleidung und verwahrlosen, wenn man sich nicht ständig um sie kümmert. Ihre Stimmung ist meistens gereizt, verdrießlich und depressiv. Die Gefühlsregungen verflachen. Es kann zu Zwangsweinen oder Zwangslachen, Rührseeligkeiten und zur Überempflindlichkeit gegen Beeinträchtigungen aller Art, wie zum Beispiel übertriebenes Jammern, Weinerlichkeit, kommen. Ein solches Stimmungsbild wird auch Affektlabilität genannt. Im Rahmen der Krankheit kann es zu regelrechten Verwirrtheitszuständen mit Verkennung der Umgebung, Umherirren und motorischer Unruhe kommen.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis 2.1.3.2 Senile Demenz Ursache Dem Krankheitsbild liegt ein Schwund von Hirngewebe zugrunde, der zu einem massiven Intelligenzabbau und zu psychischen Ausfallerscheinungen führt. Die eigentliche Ursache ist nicht bekannt. Fest steht nur, daß Erbanlagen eine Rolle spielen, da die Erkrankung familiär gehäuft auftritt. Die Krankheit beginnt meistens ab dem 70. Lebensjahr. Symptome Die Patienten leiden oft unter einem starken "Greisenzittern" der Hände oder auch des Kopfes, einem kleinschrittigen Gang, gebeugte Körperhaltung und enge Pupillen, die nur träge auf Lichtreize reagieren. Es kommt zu einem gravierenden Intelligenzabbau. Dieser führt zur Verminderung von Gedächtnis und Konzentration. Der Denkprozeß verlangsamt sich. Dies alles führt zu Kritiklosigkeit und zum Versanden von Interessen, wodurch der Patient wiederum sehr leicht beeinflußbar wird. Wichtig zu wissen ist bei der Senilen Demenz, daß die Gewohnheiten und äußeren Umgangsformen zunächst völlig erhalten bleiben können, so daß bei einem flüchtigen Kontakt mit solchen Kranken ihr Zustand, vor allem im Anfangsstadium, gar nicht auffällt. Neben den hier aufgeführten Krankheitserscheinungen kommen auch
noch fast alle Symptome der Hirnarterisklerose bei der Senilen Demenz vor.
Rehabilitation Eine Behandlung der Senilen Demenz ist nicht großartig erfolgversprechend. Nach kurzer Zeit werden die Patienten pflegebedürftig. Die symptomatischen Maßnahmen, die ergriffen werden können, sind im Wesentlichen die Beeinflussung der Schlafstörungen und eine Dämpfung der Unruhezustände.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis 2.2 Definition von endogenen Psychosen Der Begriff "endogene Psychosen" ist eine Sammelbezeichnung für psychiatrische Krankheiten, denen sich keine körperlichen Ursachen zuordnen lassen. Endogene Psychosen lassen sich nicht durch traumatische Erlebnisse oder Konflikte erklären, sondern überfallen schicksalhaft die Patienten und unterbrechen dabei die Sinneskontinuität des Lebens, wie bei einem Überfall. Die Unmöglichkeit, sie aus einem erlebnisaktiven Geschehen abzuleiten, gewährleistet ihre Abgrenzung von den abnormen, psychogenen Reaktionen und Entwicklungen (Neurosen, siehe Kapitel 4). Endogene Psychosen zeigen eine Reihe von Anzeichen, die sie in die unmittelbare Nachbarschaft körperlich begründbarer Erkrankungen stellen. Die wichtigsten dieser Hinweise sind folgende:
bei der Entstehung eine große Rolle wobei Zwillingserforschungen die Erbkrankheitswahrscheinlichkeit beweisen. 2. Sie treten wie körperliche Erkrankungen völlig unmotiviert und häufig plötzlich auf. 3. Eine deutliche Gebundenheit zeigen sie an biologischen Krisenzeiten wie Pubertät, Schwangerschaft, Wochenbett, Stillzeit und die Zeit der Rückbildungsjahre zwischen dem 55. und 60. Lebensjahr. Es ist hierbei anzunehmen, daß während dieser Prozesse eine gewisse Labilität gegenüber psychischen Einflüssen und Konflikten besteht. Andererseits kann es sich auch um die erste Manifestation einer Schizophrenie handeln. 4. Der Verlauf ist ein weiterer Gesichtspunkt, der global in gleicher Weise abläuft. Die endogenen Verlaufstypen sind die Phase und der Schub. Bei beiden handelt es sich um ein vorübergehendes Aufflackern des Krankheitsprozesses in Gestalt ausgeprägter manischer, depressiver oder schizophrener Symptome. Bei der Phase wird jedoch immer eine völlige Ausheilung und Rückbildung der Symptome erreicht. Sie ist die Verlaufsform der Zyklothymie. Eine Persönlichkeitsänderung bleibt oft bei einem Schub zurück, die nach mehreren Schüben im schizophrenen Defekt endet. Der Schub ist die Verlaufsform der Schizophrenie. Zurück zum Inhaltsverzeichnis Es wird angenommen, daß sich die Ursachen bei endogenen Psychosen auf genetische Dispositionen begründen. Es werden auch von verschiedenen Wissenschaftlern psychische oder soziale Faktoren als Ursache oder Teilursache angenommen.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis 2.2.2 Rehabilitation Die Rehabilitation von einem, an einer endogenen Psychose erkrankten Menschen verläuft in drei Stufen. Die erste Stufe der Rehabilitation spielt sich in der Klinik ab, wo eine Medikamentöse Behandlung, Beschäftigungstherapie und Arbeitstherapie praktiziert wird. In der zweiten Stufe wird versucht, außerhalb der Klinik eine Beschäftigung für den Erkrankten zu finden. Der Patient befindet sich jedoch noch in einer Nachtklinik und wird dort behandelt. Die dritte Stufe wäre die vollständige Reintegration in die Gesellschaft. Dabei sollte der Erkrankte von einem Nervenarzt betreut werden.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis 2.2.3 Krankheiten der endogenen Psychosen Zu den Krankheiten der endogenen Psychose zählen die Zyklothymie und die Schizophrenie.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis 2.2.3.1 Zyklothymie Zyklothymie ist eine, mit extremen Stimmungsschwankungen einhergehende Psychose, in deren Verlauf sowohl manische als auch depressive Stimmungen als Kernsymptom vorkommen. Die beiden einander entgegengesetzten Stimmungspole können sich ablösen. Etwa ein Prozent der Gesamtbevölkerung erkranken, wobei weibliche Geschlecht deutlich häufiger betroffen ist, als das männliche. Das Verhältnis beträgt in etwa 70 zu 30 %.
Sie äußert sich in massiven, psychischen Störungen, greift jedoch auf vielfältiger Weise in das körperliche Geschehen ein. Dabei unterscheidet man die depressiven Grundsymptome von den depressiven Begleitsymptomen.
Bei der depressiven Grundstimmung handelt es sich um eine schwermütige, traurige Stimmungslage mit Gleichgültigkeit und Apathie. Die Traurigkeit überfällt den Patienten grundlos, unmotivierbar und hat vitalen Charakter, das heißt,. sie betrifft die Lebensempfindung. Vitalgefühle sind Leibesempfindungen, die sich nicht bestimmten Organen zuordnen lassen, sondern individuell projiziert werden. Meist sind die Gefühle der Angst und der Schuld in der depressiven Stimmung eingebettet, wodurch es zu Wahnbildungen kommen kann. Rapide Stimmungsschwankungen sind charakteristisch für die endogene Depression.
"Durch die tiefe Traurigkeit werden neben der Gefühlssphäre auch alle anderen psychischen Funktionen in Mitleidenschaft gezogen, insbesondere das Denken." Dem Patienten fehlen hierbei vor allem die Einfälle. Das eigene Versagen wird von dem Betreffenden häufig als starke Selbstkritik und Selbstwertschwäche verinnerlicht.
Sie bezeichnet die Einengung der Beziehung eines Patienten zu seiner Umwelt, wobei die Ursache in einer Lähmung aller Antriebskräfte, wie Initiative, Aktivität und Kraft liegt. Somit kann sich der Betroffene zu alltäglichen Verrichtungen nicht aufraffen, jeder Entschluß fällt ihm schwer.
Dies sind körperliche Mißempfindungen, die von Patient zu Patient variieren können. Allgemeine Symptome sind z.B. Schlafstörungen, Appetitlosigkeit und Schmerzempfindungen verschiedener Art, die auf alle möglichen Körperregionen projiziert werden können. Die Schlaflosigkeit kommt am häufigsten vor. Oft findet man auch Herz- und Atembeschwerden, die sich in Form von Herzrhythmusstörungen, Beklemmungsgefühlen oder Atemnot äußern. Zusätzlich kommen noch Störungen der Verdauungsorgane, wie z.B. Mundtrockenheit, Engegefühl im Hals, Völlegefühl, Druck in der Magengegend und hartnäckige Verstopfung vor. Oftmals werden Schmerzen und Störungen im Bereich des Unterleibes und der Genitalorgane angegeben. Diese sind Menstruationsbeschwerden oder ein nachlassender, bzw. erlischender Geschlechtstrieb. "Aus der Verarbeitung von depressiven Grund- und Begleitsymptomen erwächst noch eine ganze Reihe wahnhaft übersteigerter, depressiver Ideen (produktive Symptome). Die häufigsten sind Versündigungsideen, Verarmungsideen, Minderwertigkeitsideen und übersteigerte hypochondrische Krankheitsbefürchtungen." Bei den Versündigungsideen werden Jugendsünden, wie onanieren hervorgekramt, man steigert sich in einen Wahn. Jegliches Selbstbewußtsein fehlt dem Patienten bei den Verarmungs- und Minderwertigkeitsideen. Hypochondrische Krankheitsbefürchtungen kommen oft vor, dabei ist der Patient wahnhaft überzeugt, an einer unheilbaren Krankheit zu leiden. Die Selbstmordgefahr ist bei endogenen Depressionen sehr hoch, so daß Patienten oft stationär in der geschlossenen Abteilung einer Klinik behandelt werden müssen.
Als Gegenstück zur Depression ist die endogene Manie gekennzeichnet durch: - gehobene, sogenannte euphorische Grundstimmung - Antriebsvermehrung - Ideenflucht mit starkem Redezwang - erhöhtes Selbstwertgefühl bishin zum Größenwahn - Verflachung des Gefühlslebens - gesteigertes und körperliches Wohlempfinden
Ein im psychischen und körperlichen Bereich geäußerter
Antriebsüberschuß zeigt sich bei den Patienten durch eine hektische
Betriebsamkeit. Der Betroffene hat große Pläne, rennt stark
hin
Der vermehrte Zustrom von Einfällen ist die Ideenflucht. Es kommt zu einem unruhigen und oberflächlichen Denken mit Konzentrationsmängel und starker Ablenkbarkeit. Aus den genannten Kennzeichen läßt sich ein erhöhtes Selbstwertgefühl kaum ausschließen, weil der Patient durch seine heitere Stimmung und das körperliche Wohlempfinden sein Selbstbild anhebt. Dieses typische, gesteigerte Wohlempfinden bereitet oft Schwierigkeiten bei einer stationären Einweisung in eine Klinik, da dem Betroffenen die Notwendigkeit dieser Maßnahme nicht ersichtlich ist. In der Klinik drängt er oft darauf nach Hause zu wollen, da ihm angeblich nichts fehlt. "Die affektive Verflachung äußert sich in einer mangelhaften Gefühlsansprechbarkeit und der Unfähigkeit, tiefergehende Gefühlsregungen zu empfinden. Deshalb sind die Patienten auch nicht in der Lage, tiefere menschliche Bindungen einzugehen."
Medikamentöse Behandlung Medikamente sollen immer gezielt eingesetzt, sowie regelmäßig und zum richtigen Zeitpunkt verabreicht werden. Der Arzt hat die Aufgabe neue Medikamente anzuordnen, wohingegen die Schwester für die regelmäßige und zeitlich richtige Verabreichung sorgen muß. Die medikamentöse Therapie bei der Zyklothymie hat folgende Schwerpunkte: - Bekämpfung der Schlaflosigkeit - symptomatische Bekämpfung körperlicher Störungen - gezielte Beeinflussung depressiver Kernsymptome
Die Beschäftigungstherapie soll den Patienten psychisch auflockern und wieder gemeinschaftsfähig machen. Es erfordert sehr viel Gedult, den Patienten zur Teilnahme einer dieser Therapie zu animieren. Der Schwerpunkt liegt in musischen Betätigungen, wie Malen, Zeichnen und Formen. Dabei soll ein optimistisches Selbstbild aufgebaut werden.
Bei der Arbeitstherapie soll der Patient durch stufenweise Steigerung von körperlichen Anforderungen an seine Umwelt angepaßt werden. Die körperliche Arbeit lenkt den Patienten von der psychotischen Gedankenwelt ab und die Bewegung steigert das leibliche Wohlempfinden. Die Arbeitstherapie ist ein großer Schritt zur Wiedereingliederung in die Gesellschaft und Arbeitswelt.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis 2.2.3.2 Schizophrenie Schizophrenie kommt aus dem griechischen und heißt wörtlich übersetzt "Spaltung der Seele". Viele behaupten, daß es sich bei den erkrankten Menschen um eine Spaltung in zwei Persönlichkeiten handelt. Man kann aber eher sagen, daß sich diese Menschen in zwei Wirklichkeiten befinden. Einmal gibt es die "reale Wirklichkeit", welche dem normalen Verständnis und Empfinden der Durchschnittsbevölkerung entspricht. Jedoch empfinden diese Menschen gleichzeitig eine "zweite Wirklichkeit". Dort erfahren sie Dinge und nehmen Sinneseindrücke wahr, die gesunde Menschen nicht nachvollziehen können. Eine klare Definition der Schizophrenie ist schwierig, sie ist eher eine Gruppe von endogenen Psychosen, die unter Ausschluß einer manisch-depressiven Psychose übrig bleibt.
Es werden hier nur die charakteristischen,aus einer Vielzahl von Symptomen aufgeführt.
Sie äußern sich in Zerfahrenheit, sich überstürzende, kreuz und quer durcheinandergehende Gedanken und plötzliche Blockierung des Gedankenablaufs. Es kommt zu Wahnvorstellungen und zu Wahneinfällen. Beim Beeinflussungswahn fühlt sich der erkrankte Mensch von außen manipuliert. Er glaubt, Radiowellen zu empfangen und fühlt irgendwelche Ströme durch sich hindurchfließen. Der Verfolgungswahn äußert sich bei dem Schizophrenen so, daß er sich von einer großen Macht verfolgt fühlt. Er traut sich nicht aus dem Haus, da er jeden verdächtigt, ihn zu verfolgen. Ein Größenwahn befördert den Patienten zum Herrscher, Präsidenten oder Propheten. Religiöse Vorstellungen, die sich als Begandungswahn äußern, sind sehr häufig. Viele Erkrankte leiden unter einem Vergiftungswahn und verweigern daraufhin oft jegliche Nahrungsaufnahme. Formal und inhaltlich gesehen, äußern sich Denkstörungen in der sprachlichen Ausdrucksweise, dabei kann es zu Wortneubildungen kommen.
Zu den Sinnestäuschungen zählt man illusionäre Verkennungen und Halluzinationen. AkustischeHalluzinationen treten in Form von "Stimmenhören" am häufigsten auf. Desweiteren gibt es noch Leibeshalluzinationen, optische Halluzinationen (Erleuchtungen, Visionen, etc.) und Geschmackshalluzinationen.
Hier werden die verschiedenen Störungen des Gefühlslebens, wie Verstimmungen, Gemütsverödung, Gefühlsverkehrung und schizophrenem Autismus, aufgezeigt. Verstimmungen können tiefste Traurigkeit und Verzweiflung aufweisen, woraus eine Suizidgefahr entstehen kann. Andererseits werden auch ekstatische Glückszustände erreicht. In diesen Stimmungslagen bewegen sich ängstliche und von dranghafter Unruhe gekennzeichnete Zustände. Diese Stimmungen schlagen eine Gefühlsrichtung ein, man spricht dann von einer Affektsteife der Kranken. Eine Gemütsverödung führt zum Verlorengehen der Fähigkeiten Gefühle zu äußern oder darauf zu reagieren. Reaktionen, die starke Emotionen hervorrufen, wie zum Beispiel bei Todesfällen, werden von den Schizophrenen nicht mehr richtig wahrgenommen. Gefühlsverkehrung ist das Auseinanderfallen von Erlebnissen und der ihm zugeordneten Gefühlsreaktion. Beispielsweise führen traurige Erlebnisse zu heiteren Gefühlsreaktionen. Oft reagieren die Kranken gefühllos. Autismus ist eine Form, in der sich der Kranke völlig von der Außenwelt abkapselt und in sich zurückzieht. Er lebt sozusagen in seiner eigenen Welt. Es ist kaum möglich mit ihm Kontakt aufzunehmen.
Folgende Formen der im Vordergrund stehenden Krankheitserscheinungen werden aufgeführt: - Hebephrenie - Katatonie - Paranoide (wahnbildende Schizophrenie) "Hebephremie ist eine im Jugendalter (15 - 20 Jahre) beginnende Verlaufsform
mit Denkzerfahrenheit, Antriebsverarmung und Gemütsverödung".
"Katatonie (Spannungsirresein) beginnt um das 25. Lebensjahr mit akuten Erregung- oder Spannungszuständen und verläuft in Schüben mit fast symptomfreien Intervallen. Sie hat die besten Heilungsaussichten, weil die Störungen sich rasch zurückbilden können, doch verschlechtern sich die Aussichten mit jedem neuen Schub." "Paranoide (wahnbildende) Schizophrenie ist eine etwa ab dem 35. Lebensjahr auftretende Form. Es herrschen Wahnideen vor, die häufig das einzig faßbare Symptom bleiben und zu ganzen Wahnsystemen aufgebaut werden. Auch Halluzinationen kommen vor. Bei dieser Form bleibt die Persönlichkeit oft erhalten, der Wahn wird jedoch nie aufgegeben. Je nach dem Inhalt unterscheidet man Verfolgungs-, Eifersuchts-, Propheten-, Liebes- und Größenwahn etc. Die meisten Psychiater rechnen die Paranoia zur Schizophrenie. Nicht selten kommt es auch hier zu einem schleichenden, oft von der Umgebung kaum bemerkten Persönlichkeitsverfall."
Die Schizophrenie verläuft schubweise. Jeder Schub kann Defekte in Form von Persönlichkeitsveränderung und Intelligenzabbau mit sich führen. Die Veränderungen zeigen sich meist etwa nach dem dritten Schub. In Ausnahmefällen gibt es jedoch "Schübe", die keine Veränderung verursachen. Hierbei spricht man von schizophrenen Episoden. Nach den umfangreichen Studien des Schweizer Psychiaters Eugen Bleuler
können wir
In den ersten zwei Jahren kann man noch auf eine Spontanremission hoffen, nach 5jähriger, ununterbrochener Krankheitsdauer sind praktisch keine Remissionen mehr zu erwarten. Die besten Chancen auf Heilung haben die katatonen Formen, die schlechtesten die hebephrenen, während bei den paranoiden, die Aussichten auf Heilung ihrer Wahnvorstellung gering sind. Wenn Persönlichkeitsveränderungen und Intelligenzabbau ausbleiben, kann der Patient häufig wieder in das soziale Leben eingegliedert werden.
Die eigentliche Ursache der Schizophrenie ist immer noch ungeklärt. Untersuchungen an Familien Schizophrener und an eineiiger Zwillinge haben ergeben, daß die Vererbung eine wichtige Rolle spielt. Eine Zusammensetzung der wichtigsten Untersuchungen über die Erblichkeit der Schizophrenie hat ergeben, daß die Erkrankungswahrscheinlichkeit für die Eltern bei 5 - 10%, für die Geschwister bei 8 - 14%, unter zweieiigen Zwillingen bei 5 - 16% und unter eineiigen bei 20 - 75% liegt. Aus diesen Untersuchungen kann man schließen, daß der Erbfaktor einen großen Einfluß auf die Krankheit hat, aber nicht allein für deren Entstehung verantwortlich gemacht werden kann. Bei intensiver Untersuchung psychogener Einflüsse auf die Entstehung schizophrener Erkrankungen hat sich gezeigt, daß die individuelle Eigenart des Betroffenen, belastenden Lebensereignissen (Tod naher Angehöriger) zugrundeliegt und auch das Familienklima eine auslösende, aber nicht ursächliche Rolle in der Entwicklung einer Schizophrenie spielen können. Welchen Stellenwert biochemische Vorgänge oder äußere
Einflüsse an der Verursachung der Krankheit haben, ist noch unklar.
Man geht davon aus, daß es sich bei der Schizophrenie um eine Stoffwechselstörung
handelt, da diese häufig in Zeiten biologischer Umstellungen, wie
z.B. in der Pubertät, Schwangerschaft, Wochenbett und Wechseljahre
auftreten.
Rehabilitation der Schizophrenie
Da die Ursache der Schizophrenie weitgehend unbekannt ist, ist auch eine allgemeine Behandlung dieser Krankheit nicht möglich. Es gibt jedoch eine Reihe von Maßnahmen, die günstig auf den Krankheitsprozeß einwirken und den gefürchteten schizophrenen Schub abkürzen, ja sogar zu langandauernden Remissionen führen. Dank der Einführung der Neuroleptika sind die früher so häufig und langanhaltenden psychotischen Erregungszustände nur noch selten zu beobachten. Neuroleptika sind Medikamente, die ganz verschiedenen chemischen Gruppen angehören und nach Verabreichung eine allgemeine Beruhigung ohne wesentliche Beeinträchtigung des Wachbewußtseins bewirken. Bei der Wirkungsweise der Neuroleptika lassen sich drei Komponenten herausstellen: 1. Neuroleptika haben eine dämpfende Wirkung, die zur allgemeinen
Beruhigung und
2. Extrapyramidial-motorische Wirkung:
3. Vegetative Wirkung:
Therapie Die Beschäftigungstherapien und Arbeitstherapien, die bei schizophrenen Patienten angewandt werden, sind mit denen, in Kapitel 3.2.3.1 beschriebenen Therapien identisch.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis 3. Definition von Neurosen Neurosen sind Erkrankungen, die aus unbewußten, seelischen Konflikten resultieren. Sie äußern sich im Verhalten (Symptome, Handlungen, Gedanken, Persönlichkeitsmerkmale). Die unbewußten seelischen Konflikte gehen dabei auf erhalten gebliebene und wiederbelebte Triebwünsche aus der früheren Kindheit und auf die Abwehr solcher Wünsche zurück. Man spricht von Neurosen, wenn vier Voraussetzungen gegeben sind:
Konfliktsituation bezogen, die aber weder für den Kranken, noch für seine Umwelt sofort zu durchschauen ist, da dieser Konflikt im wesentlichen unbewußt bleibt. 2. Neurotiker sind in ihrem Charakter verstimmbar, selbstunsicher,
oft ängstlich und
3. Beim Neurotiker läßt sich häufig eine Fixierung
an bestimmte infantile Komplexe
Zwangsgedanken, Zwangsimpulse, Zwangsneurosen, Verstimmungen und so weiter. Beim Fehlen solcher Symptome bestehen dann charakterliche Fehlhaltungen von Krankheitswerten, eventuell auch sexuelle Perversionen.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis 3.1 Ursachen Die Disposition der Neurose wird bereits in der Kindheit während der verschiedenen biologischen Entwicklungsphasen des Kindes (der Triebentwicklung) gelegt. Traumatische Erfahrungen mit Beziehungspersonen, wie Vater, Mutter oder Geschwister, finden ihren Niederschlag in den seelischen Strukturen des Menschen. Sie können der Grundstein für eine spätere Neurose sein. Neurosen können aus seelischen Konflikten, die im Unterbewußtsein eines Menschen verborgen liegen, entstehen. Solche Konflikte sind Triebwünsche, die aus der frühen Kindheit erhalten geblieben, oder später wieder neu auferlebt sind und deren Abwehr. Triebwünsche aus der frühen Kindheit sind Geschehen, die aufgrund einer unbewußten Abwehr z.B. durch Verdrängung, Verleugnung oder Rationalisierung, durch seelische Abwehrleistungen aus dem Bewußtsein verdrängt wurden. Bei neurotischen Konflikten gelingt es dem seelischen Abwehrmechanismus nicht vollständig, den verbannten Triebwunsch in Schach zu halten. Teile des Triebwunsches und dessen Abwehrversuche finden in verschiedenen Symptomen, welche sich als Spannungszustände im Kopf oder psychotische Anfälle äußern können, ihren Ausdruck. Diese Symptome werden von dem Neurotiker dann als Alternative zu dem Konflikt aufgefaßt, was heißen soll, daß sich der Mensch seinem beängstigenden Triebwunsch nicht stellen muß. Aufgrund der Tatsache, daß diese seelischen Konflikte im Unterbewußtsein verankert sind, ist es dem Neurotiker nicht möglich, sie willentlich zu steuern.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis 3.2 Rehabilitation Neurosen kann man medikamentös mit Psychopharmaka behandeln. Mit einer Psychotherapie kann man der Ursache einer Neurose auf den Grund gehen. Es gibt verschiedene Formen der Psychotherapie, die angewandt werden können. Diese sind das psychoanalytische Verfahren, die Gruppentherapie, autogenes Training, Hypnose und Verhaltenstherapie. Welche dieser Verfahren letztendlich bei dem Patienten praktiziert werden, hängt individuell von ihm selber ab. In manchen Fällen sind auch Maßnahmen zur gesellschaftlichen Wiedereingliederung erforderlich. Es kann auch vorkommen, daß manche neurotische Symptome ohne Behandlung spontan abklingen.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis 3.3 Krankheiten der Neurose Es gibt viele verschiedene Neurosen. Dazu zählen z. B. Angstneurose, Zwangsneurosen, Kinderneurosen, Partnerschaftsneurosen, Altersneurosen, Phobien und andere. Auf Phobien und Zwangsneurosen werden wir in diesem Kapitel näher eingehen.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis 3.3.1 Phobien Als Phobien werden Angstzustände bezeichnet, die an bestimmte Objekte oder Situationen gebunden sind, so daß der Patient durch Vermeidung dieser, dem Angstanfall zu entgehen versucht. Phobien s> Übertragung unterbrochent gerechtfertigte Ängste vor bestimmten Gegenständen oder Situationen. Es gibt eine sehr große Anzahl von Phobien. Hierzu gehören z.B:- Astraphobie (Angst vor Blitzen) - Nyktophobie (Angst vor der Dunkelheit oder Nacht) - Keraunophobie (Angst vor Donner) - Agoraphobie (Platzangst) - Claustrophobie (Angst vor geschlossen Räumen) - Dysmorphophobie (Angst vor der Häßlichkeit des eigenen Gesichts oder Körpers) - Akrophobie (Höhenangst oder Höhenschwindel) - Erythrophobie (Angst vor dem Erröten) Desweiteren gibt es noch eine Vielzahl von Tierphobien wie beispielsweise Angst vor Spinnen oder Mäusen. Phobien sind im übrigen gar nicht so selten, wobei es darunter einige gibt, die sich recht gut tarnen lassen. "Wilhelm Stekel ("Nervöse Angstzustände und ihre Behandlung", Wien 1924) führt eine ganze Reihe `prominenter Phobiker ` auf: `Cäsar Augustus zitterte am ganzen Leibe, wenn es zu donnern begann; er flüchtete dann in die tiefsten Kellerräume seine Palastes und bedeckte, um das Rollen des Donners nicht hören zu müssen, sein Haupt mit dicken Pelzen. Erasmus konnte aus der Fassung geraten, wenn er einen Fisch sah, und Pascal gar flüchtete tausenderlei. Friedrich der Große soll gegen neue Uniformen und überhaupt gegen jedes neue Gewand einen wahren Widerwillen gehabt haben; er soll oft einer Ohnmacht nahe gewesen sein, wenn er einen neuen Rock anziehen sollte. Bernardin de Saint-Pierre, der Verfasser von `Paul und Virginie`, Newton und Paganini empfanden Furcht und ein Übelkeitsgefühl, wenn sie an Wasserbassains vorübergehen mußten. Mozart nahm Reißaus, wenn er eine Trompete oder ein Jagdhorn erklingen hörte. Schopenhauer zitterte vor einem Rasiermesser. Carlyle wagte nie einen Fuß in einen Kaufmannsladen zu setzten...´"
Eine Phobie wird als ein erlerntes Fehlverhalten begriffen. Es wird verhaltenstherapeutisch analysiert, wann und in welchem Ausmaß diese Ängste auftreten. Daraufhin bietet die Verhaltenstherapie dem Patienten ein Programm an, wie er dieses ängstliche Verhalten überwinden kann. Das heißt, der Patient soll lernen, sein sich angeeignetes Fehlverhalten zu überwinden. Er wird in einem entsprechenden Zustand mit immer stärker werdenden
beängstigenden Reizen konfrontiert, bis er durch die bestätigende
und beruhigende Haltung des Therapeuten und durch die daraus neuen Erfahrungen
der Angstfreiheit lernt, seine Phobie ganz zu überwinden.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis 3.3.2 Zwangsneurosen Als Zwangsneurose wird eine seltene Ausprägung eines Krankheitsbildes bezeichnet, daß sich vorwiegend in Störungen des Denkens und des Handelns äußert. Als Zwang bezeichnet man bestimmte, immer wiederkehrende Vorgänge wie Gefühle, Handlungen oder Vorstellungen, die von dem Patienten als lästig und quälend erlebt werden, obwohl er sich darüber im klaren ist, daß die erwähnten Vorgänge völlig unsinnig sind. Hierbei handelt es sich um Zwangsgedanken und Zwangshandlungen. Ein Zwangsgedanke i> Übertragung unterbrochender Betroffene immer wieder fragt, ob die Tür verschlossen oder die Herdplatte abgestellt ist. Zu den Zwangshandlungen gehören z. B. der Waschzwang.
Eine Angst kann sich bei einer Neurose sehr stark manifestieren. Bei der Zwangsneurose wird sie bereits bei ihrem Entstehen abgewehrt. Die Zwänge sollen die Angst magisch verbannen. Das Zeremoniell der Zwangshandlung soll die Angst und das darauffolgende Unheil abwehren.
Um Zwangsneurosen zu behandeln, muß der Therapeut erst die dadurch unterdrückte Angst ausfindig machen und dem Neurotiker vermitteln, wie er mit dieser Angst anders umgehen kann. Erst danach kann eine "Umerziehung" der von dem Patienten erlernten Fehlhandlungen oder auch Zwangshandlungen erfolgen. Hierzu gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten wie Gruppentherapie, autogenes Training, Hypnose, Verhaltenstraining und psychoanalytische Verfahren.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis 4. Unterschiede zwischen Psychosen und Neurosen Der Neurotiker verhält sich von der Norm abweichend, dieses Verhalten ist nicht aufgrund organischer Schädigungen entstanden. Der Betroffene leidet unter Angst, die entweder bewußt erlebt wird oder aber auch durch Vermeidung angstauslösender Reize, Gedanken und Verhaltensweisen andere Probleme verursacht. Der unter einer Psychose Leidende weicht mit seinem Verhalten auch von der Norm ab. Doch ist seine Krankheit mit einem starken Abbau seiner Persönlichkeit bis hin zu einem Persönlichkeitszerfall und extremen Realitätsverlust verbunden. Im Gegensatz zur Neurose kann die Psychose auch organische Ursachen haben. Diese wird als exogene Psychose bezeichnet. Eine nicht-organische Psychose hingegen wird endogen bezeichnet. Endogene Psychosen haben keinen anerzogenen Ursprung in der Vergangenheit.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis 5. Schlußbetrachtung Bei den Gedanken über Aufbau und Gliederung unseres Referates kamen wir zu dem Resultat, daß hier durchaus Variationsmöglichkeiten existieren. Daher haben wir, unserer Ansicht nach, eine sinnvolle Lösung gefunden. Dennoch mußte das Referat stark eingeschränkt werden, da es sonst den überschaubaren Rahmen gesprengt und die Verständlichkeit dadurch in Frage gestellt hätte. Auf den Gebrauch von Fremdwörtern konnte nicht ganz verzichtet werden, da die Synonyme nicht immer in den Textzusammenhang paßten. Wir hielten es für sinnvoll, die Erklärung anfallender Fremdwörter, sowie Zitatnachweise direkt auf den entsprechenden Seiten als Fußnote anzufügen, um den Lesefluß zu erleichtern. Primär ist uns aufgefallen, daß Psychosen und Neurosen eng zusammenliegen und nur schwer zu differenzieren sind. Wir konnten einen Bezug dieser Fehlentwicklungen auf die Allgemeinheit herstellen, da jeder potentiell durch psychotische oder neurotische Krankheiten gefährdet ist. Speziell zu Neurosen ist zu sagen, daß jeder Mensch neurotisch veranlagt ist. Bei dem Sichten und Auswerten der Literatur zu diesem Fachgebiet fiel uns auf, daß zu bestimmten Punkten verschiedene Auffassungen existieren. Viele, in den Fachbüchern aufgestellte Thesen werden von anderen Psychologen kritisch hinterfragt. Somit mußten wir teilweise länger selektieren, bis wir eine, für uns passende Ableitung der kritikbehafteten Thematik erstellen konnten. Die fachliterarischen Texte über das Themengebiet waren zum Teil sehr umständlich formuliert, weshalb wir sie für uns erst einmal verständlich machen mußten, bevor wir diese in unseren eigenen Worten rekonstruieren konnten. Hierbei mußten wir uns permanent fragen, ob der Text auch für einen Leser, der in diesem Bereich über kein Hintergrundwissen verfügt, verständlich ist. Abschließend ist zu sagen, daß wir keine großen Probleme mit dem Inhalt des Referates hatten, wobei wir uns mit der Größe des von uns zu leistenden Arbeitsaufwandes arg verschätzt hatten.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis 6. Literaturverzeichnis Bäuml J.: Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis. 1. Aufl., Berlin: Springer-Verlag, 1994 Haupt W.F.: Neurologie und Psychiatrie für Krankenpflegeberufe. 7. Aufl., Stuttgart: Georg Thieme Verlag, 1993 Hobmaier H.: Psychologie. 1. Aufl., Köln: Stam Verlag, 1993 Prof. Dr. med. Meta A.: Der Gesundheits Brockhaus. 3 Aufl., Wiesbaden: Brockhaus Verlag, 1984 Netolitzky H.: Neurologie und Psychiatrie in Frage und Antwort. 2. Aufl., Stuttgart: Georg Thieme Verlag, 1978 Rattner J.: Der neurotische Mensch und seine Lebensschwierigkeiten. 1. Aufl., Hamburg: Hoffmann und Campe Verlag, 1984 Wahrig G.: Fremdwörterlexikon. 1. Aufl., Gütersloh: Bertelsmann Verlag, 1974
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