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Erdgas
Erdgas, Naturgas, das zusammen mit Erdöl entstanden ist und häufig
zusammen mit Erdöl vorkommt. In einigen Lagerstätten liegen die
Erdgasfelder auch getrennt vom Erdöl. Erdgas ist einer der wichtigsten
Energielieferanten. Hauptbestandteil ist Methan mit einem Anteil von 80
bis 90 Prozent.
Entstehung und Vorkommen
Erdgas entstand wie Erdöl bei der Umwandlung von organischen Stoffen
(siehe auch Inkohlung) vorwiegend maritimen Ursprungs, die am Meeresboden
sedimentiert wurden. Als immer mehr Material angelagert wurde, nahm der
Druck auf die unteren Schichten stark zu und die Temperatur stieg auf 100
bis 200 °C an. Aus den Resten der abgestorbenen Organismen entstanden
so Rohöl und Erdgas, das aus verschiedenen Kohlenwasserstoffen (z.
B. Methan, Ethan, Propan und Butan) sowie u. a. Kohlendioxid, Stickstoff
und Schwefelwasserstoff besteht. Neben diesen Stoffen können auch
Edelgase (z. B. Helium) enthalten sein. Wenn Erdgas zusammen mit Erdöl
vorkommt, sammelt es sich in der Regel über dem Erdöl in Form
einer Linse. In bestimmten Fällen kann es sein, dass Erdgas in höhere
Schichten aufsteigt oder nach unten sinkt.
Die größten Erdgasvorkommen liegen in den USA in den Bundesstaaten
Oklahoma und Kansas sowie am Golf von Mexiko in den Bundesstaaten Texas
und Louisiana. Weitere bedeutende Erdgasfelder besitzen Usbekistan sowie
Russland östlich des Ural. Kleinere Felder liegen in Kanada und der
Nordsee. Der größte Erdgaslieferant war 1996 die GUS mit einer
Förderung von rund 673 Milliarden Kubikmetern, gefolgt von den USA
mit etwa 573 Milliarden Kubikmetern sowie Kanada mit rund 164 Milliarden
Kubikmetern. Größte europäische Förderländer
sind die Niederlande (97 Milliarden Kubikmeter) und Großbritannien
(87 Milliarden Kubikmeter). Insgesamt wurden 1996 weltweit etwa 2,255 Billionen
Kubikmeter Erdgas gefördert. In den letzten Jahren hat der Bedarf
an Erdgas stetig zugenommen, da die Rohstoffe Erdöl und Kohle in zunehmendem
Maß durch Erdgas ersetzt werden. Insgesamt schätzt die UNO (siehe
Vereinte Nationen) den gesamten Vorrat an Erdgas auf etwa 140 Milliarden
Tonnen (1996). Legt man den derzei!
tigen Bedarf und die derzeitige Fördermenge zugrunde, wären
die Vorkommen in rund 63 Jahren erschöpft.
Arten und Förderung
Erdgas lässt sich nach zwei Arten unterscheiden: trockenes und nasses
Erdgas. Trockenes Erdgas bezeichnet ein Gas, das fast nur aus Methan besteht.
Dieses Gas wird aus relativ geringer Tiefe in reinen Gaslagerstätten
gefördert und hat einen Heizwert (siehe Brennwert) um 35 000 Kilojoule
pro Kubikmeter. Im Gegensatz zu nassem Erdgas steht trockenes sofort zur
Verwendung zur Verfügung und muss nicht speziell gereinigt werden.
Nasses Erdgas fällt in der Regel an, wenn Erdöl aus größeren
Tiefen gefördert wird. Durch den höheren Druck werden die Kohlenwasserstoffe
in Erdöl gelöst. Wird nun das Erdöl gefördert, werden
die Kohlenwasserstoffe verdampft und wieder vom Erdgas aufgenommen. Bevor
das Erdgas genutzt werden kann, muss es deshalb gereinigt werden. Durch
diesen Vorgang wird u. a. Flüssiggas gewonnen. Treten neben den Kohlenwasserstoffen
noch andere Bestandteile (z. B. Kohlendioxid oder Stickstoff) auf, muss
das Gas vor einer Nutzung ebenfalls gereinigt werden. Dies geschieht !
z. B. über die Behandlung mit verschiedenen Waschlösungen.
Nutzung
Erdgas ist einer der wichtigsten Energieträger. Nach der Förderung
zusammen mit Erdöl wird Erdgas oftmals in ehemaligen, bereits abgebauten
Gasfeldern gespeichert. Diese natürlichen Speicherräume haben
in einigen Fällen ein Fassungsvermögen von bis zu einer Milliarde
Kubikmeter. Ein Teil des Gases wird über Pipelines von den Gasfeldern
in die Industrieregionen transportiert, für Verbindungen
über die Ozeane wurden spezielle Tankschiffe konstruiert. Steigende
Bedeutung gewinnt Erdgas auch als Heizgas in privaten Haushalten.
Manuel Wenner
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