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Inuit auf Grönland

Grönland, amtlich Kalaallit Nunaat (in der Sprache der Eskimo "Land der Menschen"), dänisch Grønland, ist die größte Insel der Welt. Sie gehört zu Dänemark, ist aber autonom. Grönland liegt größtenteils nördlich des nördlichen Polarkreises zwischen dem nördlichen Atlantik und dem Nordpolarmeer.

·        Die Länge der grönländischen Küste, die tief von Fjorden eingeschnitten ist, wird auf rund 5 800 Kilometer geschätzt.

·        Die Gesamtfläche beträgt etwa 2 175 600 Quadratkilometer, wovon etwa 84 %  ständig von Eis bedeckt sind. Ca. 52.ooo Einwohner leben auf den
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ver-bleibenden 16 %

·        Die Hauptstadt ist Nuuk (dänisch Godthåb)

·        Grönland liegt in der arktischen Zone:  Eisregion: alle Monate unter O Grad, Tundra: das ganze Jahr unter 10°C, Wachstumszeit bis zu 100 Tagen

Die Eskimo (indianisch: Esser von rohem Fleisch), sind eine Volksgruppe, die in kleinen Enklaven in den Küstengebieten (schmaler, eisfreier Saum) von Grönland, leben. Die Selbstbezeichnung der Eskimos, die "Mensch" bedeutet, lautet in Sibirien und in Südalaska Yuit, in Grönland Inuit. Der Name Eskimo stammt aus der Algonkin-Sprache, die Inuit selbst empfinden ihn als mißachtend.

Sprache

Das sogenannte Osteskimoisch stammt von den Siedlungen an der amerikanisch-kanadischen Eismeerküste. Seit 200 Jahren Verwaltungs- und Literatursprache in Grönland, kennt es weder Artikel und Präpositionen noch Konjunktionen und Adjektive. Außerdem enthält die Inuitsprache kein Wort für Krieg, besitzt aber für Schnee mehr als 6 verschiedene Bezeichnungen. Jedes Inuitkind lernt heute in der Schule neben seiner Muttersprache auch Dänisch.

Das Leben der Inuit früher

Gesellschaftsstruktur

Die wichtigste soziale Einheit ist die Familie, der auch nahe Verwandte und angeheiratete Verwandte angehören. Diese Verantwortung des Einzelnen gegenüber der Familie ist bestimmendes Element und schließt den Suizid alter Menschen mit ein. In Hungerzeiten wird so das Überleben der Familie gesichert. Die Ehen werden im allgemeinen von den Verwandten des Brautpaares arrangiert, doch besteht oftmals auch die Möglichkeit, den Ehepartner selbst auszuwählen.

·        Neben monogamen Strukturen ist auch Polygynie (Vielweiberei) und Polyandrie (Vielmännerei) üblich.

·        Die Ehe ist nach den Prinzipien strenger Arbeitsteilung und Gütertrennung organisiert, jeder der Ehepartner behält seine Gerätschaften, Haushaltsgüter und anderen Privatbesitz

·        Die Männer sind für Hausbau, Jagd und Fischfang zuständig

·        Die Frauen kochen, bearbeiten Tierhäute und fertigen die Kleidung. Alle Nahrungsgüter wie Fische und Wild sind gemeinschaftlicher Besitz

Religion

Die Inuit praktizieren eine Form von Animismus. Ihre Geister, weder gut noch böse, können in das Leben der Menschen eingreifen. Zur Beeinflussung des Schicksals dienen Zauberformeln, Amulette und Talismane, die vor allem der Schamane verwendet. Die Rituale und Mythen der Inuit spiegeln den Kampf ums Überleben in der feindlichen Umwelt wider und gelten vor allem den Jagdvorbereitungen.

Der "ökologische" Mensch

Bevor die Inuit Metall kennenlernen, höhlen sie Specksteine zu flachen Sternschalen aus und verwenden sie als Kochgeschirr und Tranlampen. Die Kälte hat den Vorteil, dass die Nahrung länger aufbewahrt werden kann, zudem dient der Schnee teilweise als Trinkwasser.

·        Die Jagdtiere liefern dem Volk alles, was es zum Leben braucht: Fleisch

      und Speck, das oft für Wochen die einzige Nahrung darstellt

·        Tran für die Lampen und den "Herd"

·        Haut für die Kajak- und Zeltwände

·        Knochen für die Herstellung von Waffen und anderen nützlichen Geräten

      Pelze für die Kleidung

Bekleidung

Die Kleidung der weiblichen wie männlichen Inuit besteht aus Kamiks, doppellagigen Hosen sowie dem Parka, einem anliegenden Anorak mit Kapuze. Alle Kleidungsstücke werden aus Tierhäuten und Pelzen hergestellt und mehrfach übereinander getragen. So können sich zwischen den einzelnen Lagen Luftschichten bilden, die isolieren.

Gewebte Stoffe werden so gut wie nie verwendet, da sie in der arktischen  Kälte nicht genügend Schutz bieten. ( Ausnahme: die Inuittracht)

Sommerzeit

Im Mai, wenn Schnee und Eis tauen, verlassen die Inuit ihre Winterlager, um an die Flüsse zu ziehen.

Dort erbeuten sie Fische, Vögel, Schneehühner und Schneegänse. Dies bietet eine herbeigesehnte Abwechslung zu den Seehunden, Naar- und Belugawalen, die ihre Hauptnahrungsquellen darstellen. Gejagt wird hauptsächlich mit dem Kajak, mit Speer und Harpune und nur zur Selbstversorgung ( Subsistenzwirtschaft).

Die Familien leben in Zelten aus Rentierfellen, Frauen und Kinder sammeln Vogeleier, Kräuter und Beeren. Zur Großwildjagd schliessen sie sich zur größeren Verbänden zusammen, denen mehrere Familien angehören. Sie duchqueren dabei ihr gesamtes Gebiet und treiben auf ihrem Weg auch Handel mit anderen Gruppen.

Winterzeit

Obwohl die Inuit jetzt in ihren Winterhäusern leben (aus Steine, Torf und Fellen)  ist der Winter auch die Zeit der weiten Reisen zu Jagdgründen, Freunden und Verwandten. Gereist wird mit dem Hundeschlitten (legt in wenigen Tagen über 100 Kilometer zurück), übernachtet in einem Iglu, dem wohl bekanntesten "Haus" der Inuit. Es ist ein Beweis für die Anpassung dieses Volkes an eine Umwelt, in der der weiße Mensch keine drei Tage überleben würde.

Das Iglu

Kuppelförmig und aus rechteckigen spiralförmig übereinandergeschichteten Schneeblöcken bietet es einen hervorragenden Schutz gegen Wind und Schnee. Das Innere ist mit Fellen ausgelegt und wird von einer Tranlampe erhellt. Als Eingang dient ein Loch, das als sogenannte "Kältefalle" funktioniert.

 "Kältefalle"

·        Enger und halbzylindrisch gebauter Tunnel des Iglus, der unter der Erde verläuft.

·        Die kalte Luft kann nicht von außen eindringen, da sie in diesem Tunnel bleibt. (Kalte Luft bleibt immer am Boden)

·        Gleichzeitig wird das Austreten warmer Luft verhindert, da  diese immer hochsteigt.

·        Die mittlere Temperatur, die im Tunnel herrscht macht ihn zu einem idealen Lager- und Aufbewahrungsort für Lebensmittel und Pelze und ersetzt den "Kühlschrank"

Das Leben der Inuit heute

Das traditionelle Leben der Inuit hat sich durch den Kontakt mit Europäern stark verändert.

Eine Veränderung, mit der nicht jeder  fertig wird und die den Alkoholismus ebenso wie die Arbeitslosigkeit als "zivilisierte" Begleiterscheinung mit sich führt.

Im Norden

Zwar leben die Inuit im Norden Grönlands noch weitestgehend im Einklang mit der Natur und sind in wesentlichen Bereichen Selbstversorger, doch auch hier findet ein Nomadenleben in Iglus und Zelten kaum mehr statt. Hundeschlitten und Speer sind eingetauscht gegen Motor-schlitten und Gewehr, das Kajak dem Motorboot gewichen.

Im Süden

In Südgrönland haben sich die meisten Inuit längst an Selbstbedienungsläden, Kinos, Fernseh-geräte und mehrgeschossige Wohnblocks gewöhnt. Die Fernheizungen und das elektrische Licht machen die Polarkälte und die Monate arktischer Finsternis erträglich. Ihr Glaube, in dem ursprünglich die Natur vorherrschte, hat sich dem europäischen angenähert.  Die Männer arbeiten auf Fischfangschiffen, die Frauen in den Fischfabriken und das Kunsthandwerk (Schnitzereien und Drucke) bietet eine weitere Einnahmequelle. Zunehmend gewinnt auch der Tourismus an Bedeutung. Vor allem die südliche Westküste ist Nutzniesser dieser Entwicklung.

Sommerski, Hundeschlitten, Angeln und Mitternachtssonne versprechen ungewöhnliche Erlebnisse, die Gefahr für die empfindliche Natur ist jedoch noch nicht abzuschätzen.                                                                        

Vieles ist schon geändert worden, manches zum Vorteil der Inuit, manches nicht. Der Mensch selbst lässt sich aber nicht so leicht verändern, das braucht Geduld und Zeit. Was er kennt und besitzt will er nicht so leicht preisgeben, vor allem nicht, wenn es mühsame und teuer gewonnene Erfahrungen sind.

"Ein Mensch, eine Lebensform ist nicht wie eine Münze, die umgeschmolzen werden kann und doch den gleichen Wert behält"

(Knud Rasmussen über die Zukunft Grönlands)

Kleines Wörterbuch

Schamane

Zu den wichtigsten Aufgaben des Schamanen gehören die Heilung von Kranken und Weissagungen. Um diese Aufgabe erfüllen zu können, versetzt er sich durch Tanz oder Narkotika in einen Trancezustand, der es ihm ermöglicht, sich auf eine Reise ins Jenseits zu begeben und übersinnliche Erkenntnisse zu gewinnen (siehe Parapsychologie). Schamanen können auch sagen, wo Wild zu finden ist, wo sich der Feind verbirgt und wie die Lebensmittelvorräte am besten vergrößert und bewacht werden. Schamanen genießen aufgrund ihrer Fähigkeiten besonderes Ansehen.

Animismus

(lateinisch anima: Atem oder Seele), der Glaube an die Beseeltheit der Natur und unbeseelter Gegenstände.

Kajak

Kajaks sind leichte Jagdboote, die aus einem Holzrahmen bestehen, der mit Seehundfell bespannt ist und lediglich in der Mitte eine runde Öffnung für den Benutzer hat. In Grönland und Alaska wird das Fell um die Taille des Kajakfahrers fest zugebunden. So ist das Boot praktisch wasserdicht.

Kamiks

Fellstiefel, oft mit schenkelhohen Schäften

Umiak

Der Umiak ist ein etwa neun Meter langes und über zwei Meter breites offenes Boot, das aus einem mit Walrosshäuten bespannten Holzrahmen besteht. Der Umiak wird vorwiegend zur Robbenjagd benutzt.

Schlitten der Inuit

Die Schlitten der Inuit werden von Schlittenhunden gezogen. Sie sind bei allen Eskimovölkern, mit Ausnahme der im Süden Grönlands, verbreitet. Ursprünglich bestanden die Kufen aus Stoßzähnen oder Fischbein.

Quellenangaben:

Brockhaus Multimedia 2001 Premium

Bertelsmann Universallexikon 2001 Multimedia

Encarta 1999 Multimediaenzyklopädie

Ravensburger Schülerlexikon

"Die Tierwelt Nordamerikas" Text: J.Felix  Illustrationen: A. Cepicka, K. Hiseck, J. Knoteck und L. Knotkova erschienen im Karl Müller Verlag 1989

"Das große Länderlexikon" Edition Bassermann

"Mythologie der Indianer Nordamerikas" von Cottie Burland, Emil Vollmer Verlag Wiesbaden

"Tierlexikon" Lizenzausgabe des Verlags Olde Hansen, Hamburg für die Buch und Zeit Verlagsgesellschaft