wirtschaftlicher Tiefpunkt
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Definition : "Soziale Marktwirtschaft"
 

ist eine ordnungspolitische Konzeption, die von einer bestimmten Leitidee der Gestaltung zwischenmenschlicher Beziehungen in einer Gesellschaft ausgeht, für deren Verwirklichung ein Programm ordnungspolitischer Rahmenbedingungen
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entwickelt wurden.
 

Historische Entwicklung der sozialen Marktwirtschaft

 

  • Ende des zweiten Weltkrieges => wirtschaftlicher Tiefpunkt
  • wirtschaftliches und soziales Chaos bestimmen die Szene im Nachkriegsdeutschland
  • durch Krieg viele Wohn-, Industrie- und Gewerbegebiete, Inventar und Verkehrswege zerstört
  • Alliiertenpolitik verschärft durch Demontage von Schlüsselindustrie und zahlreiche Produktionsverbote (z.B. Benzin, Gummi) und -beschränkungen (Stahl, Chemie) neg. Situation
  • Verringerung der Produktions-, Handels- und Transportkapazitäten
  • Sozialprodukt nur halb so groß wie 1938
è ökonomische und soziale Konsequenzen :
    • Unterernährung, Krankheit, Familientrennung sowie generelle Unsicherheit prägten die physische und psychische Situation der Bevölkerung
  • es wurde deutlich das diese Methode nicht funktioniert und den wirtschaftlichen und sozialen Notstand beseitigen kann
  • Produktionsvorschriften, Ablieferungspflichten, Bewirtschaftungs- und Rationalisierungsmaßnahmen wurden umgangen (z.B. Schwarzmärkte, Horten von Waren)
    • Produktionsgüter und Versorgungsgüter sollten durch zentrale Lenkungsinstrumente verteilt werden
è dies scheiterte
  • als Konsequenz dieser allg. Mangelsituation kam es zum Abbau der Arbeitsteilung im Wirtschaftsprozeß
  • Existenznot zwang zur Selbstversorgung
  • Lebensnotwendige Güter wurden selbst angebaut
  • fehlte in den nicht zerstörten und nicht demontierten Betrieben wichtige Produktionsgüter wurden diese gegen andere eingetauscht (Kompositionsgeschäfte) oder mußten Hilfsweise selbst hergestellt werden
  • Rückgang der arbeitsteiligen Wirtschaftsweise und der Übergang zur Selbstversorgung führte zum Absinken der Arbeitsproduktivität
  • obwohl Menschen "vollbeschäftigt" waren sank die Beschäftigungseffizienz (Versorgungskrise 1947)
  • Ursache für Abbau der Arbeitsteilung :
    • schwindendes Vertrauen in geldwirtschaftliche Organisation des Tauschverkehrs
    • Reichsmark war im Überfluß vorhanden, jedoch Funktion verloren
    • für Geld nicht genug Güter vorhanden
    • tauschen von Gut gegen Gut ohne Zwischenschaltung des Geldes
  • dies alles führte zum Umdenken der Alliierten
  • politische Aufgabe wurde nun wirtschaftliche Umgestaltung Deutschlands
(1946 Widerspruch von SU è wurde ausgeschlossen)
  • Engländer sprangen schon 1946 von den alten Gedanken ab Deutschland wirtschaftlich zu ruinieren
  • Amerika und England schufen 1947 ein vereinigtes Wirtschaftsgebiet
  • wrude von "Wirtschaftsrat", "Länderrat" und dem Direktorium verwaltet
è erstmals wieder deutsche Persönlichkeiten an der Reglung wirtschaftlicher und sozialer Angelegenheiten beteiligt
  • (2.03.1948) Prof. Ludwig Erhard gewählt zum Direktor des Amtes für Wirtschaft
  • Juni 1948(Sechs-Mächte-Konferenz) : Einigung einen selbststädigen demokratischen deutschen Staat aufzubauen
è damit begann Rückübertragung von poitischen und insbesodere wirtschafts- und sozialpolitischer Entscheidungsbefügnisseim westlichen Besatzungsgebiet
  • zwei ordnungspolitische Grundsatzentscheidungen mußten gefällt werden um Verwirklichung zu gewährleisten:
    • Währungsreform (20 Juni 1948) für wirtschaftliche Beziehungen
    • "Gesetz über die Leitsätze für die Bewirtschaftung und Preispolitik nach der Geldreform"
  • zentrale Problem war der enorme Geldüberschuß (Geldvolumen 1938 56,4 Mrd. RM=> 1945 298 Mrd. RM)
  • hinzu kamen Kredite, die der Staat für Kriegsfinanzierung aufgenommen hat
  • westliche Alliierten lösten Problem mit Währungsschnitt
  • notwendige Umstellung wurde in vier Gesetzen zur Neuordnung des Geldwesens geregelt:
    • Währungsgesetz (20.06.1948) 1:1 bis 60 DM
Übertragungshilfen für Gewerbetreibende
    • Emissionsgesetz (20.06.1948) Bank Deutscher Länder erhält Recht zur Notenausgabe
Höhe des Noten- und Münzumlaufs auf 10 Mrd. DM begrenzt
    • Umstellungsgesetz (27.06.1948) regelt Umstellung der Altgeldguthaben und -förderungen
    • Festkontengesetz (04.10.1948) wurden 7/10 der nach dem Umstellungsgesetz gebundenen DM-Guthaben ersatzlos gestrichen; über 2/10 konnten frei verfügt werden; 1/10 war lediglich in Form von Wertpapieren verwendbar
  • 12.081949 Verabschiedung des DM-Bilanzgesetzes
    • Unternehmen wurden verpflichtet zur Neubewertung ihrer Produktionsanlagen und -mittel
  • Benachteiligung der Sparer wurden durch Altsparergesetz von 1953 gemindert
  • Neuordnung des Geschäftsbankensystem
  • Struktur des Zentralbanksystem war wenig effizient
è Umstrukturierung (Bildung der Bundesbank mit Landeszetralbanken als "Außenstellen")

 

==è es wurde das Vertrauen in die DM wieder aufgebaut

 

  • umlaufende Geldmenge reduzierte sich immer mehr
  • Inflationsquelle gestopft
  • Preisstopp war nun Überflüssig
  • Waren- und Dienstleistungspreise konnten schrittweise freigegeben werden
è Wiederhergestellte Marktfunktion
  • Gesetz formuliert mit folgenden Regeln:
  • schrittweiser Abbau der Bewirtschaftungsmaßnahmen von Gütern mit Ausnahme lebensnotwendiger Nahrungsmittel und Rohstoffe
  • Freigabe der Preise mit Ausnahme der Preise für Hauptnahrungsmittel, Rohstoffe sowie Mieten und Verkehrstarife; behördliche Kontrolle aller Preise mit Strafdrohung für den Fall, daß ein im Verhältnis zur Nachfrage zu geringes Güterangebot ausgenutzt wurde
  • Ordnung der bisher staatlich gelenkten Märkte nach dem Prinzip des Leistungswettbewerbs sowie Beseitigung bzw. Beaufsichtigung von Monopolen durch den Staat
  • straffe Kontrolle der Geld- und Kreditpolitik
  • als folge der teilweisen Freigabe der Preise entsprechende Lockerung des Lohnstopps
  • direkte staatliche Lenkung abgebaut und schrittweise durch eine marktwirtschaftliche Lösung ersetzt
  • Eingriffsmöglichkeiten des Staates blieben aber noch enthalten um wirtschaftlich Schwache zu schützen
  • Art der Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung wurde noch nicht gefällt - nur Voraussetzungen geschaffen
  • mit Verabschiedung des Grundgesetzes (24.05.1949) wurde gesellschaftlich Ordnung eindeutig erklärt
  • Wechselspiel von Regierung und Opposition, sowie der Wettbewerb der Parteien fungieren als wichtige Kontrollen staatlicher Gewalt
  • sind auch für Inhalt und Art der Wirtschaftspolitik von grundsätzlicher Bedeutung
  • im Grundgesetz ist soziale Marktwirtschaft nicht eindeutig verankert
  • zentrale Lenkung des Wirtschaftssystems sollte ausgeschlossen werden
  • Grundgesetz schuf politischen Entscheidungsspielraum zur Ausgestaltung der Wirtschaftsordnung
  • Alfred Müller - Armack, Alexander Rüstow, Wilhelm Röpke und Ludwig Erhard basierten auf "neoliberalen" Vorstellungen (Freiburger Schule)im Sinne Euckens und das aus ihnen weiterentwickelte geschlossene Ordnungsprinzip
  • sie prägten den Begriff Soziale Marktwirtschaft