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Nähere Erläuterungen zu den einzelnen Disziplinen

 

Die antike Laufbahn bildete kein Oval wie das moderne Stadion, sondern ein langgestrecktes Rechteck.

Die Kurzstrecke führte ursprünglich von Osten nach Westen bis in die Altis, den heiligen Bezirk des Zeus.

Der Start und das Ziel waren früher einfach durch eine am Boden gezogene Linie gekennzeichnet. Seit Mitte des 5. Jh. V. Chr. Aber waren sie durch zwei 30m lange und 50 cm breite Ablaufschwellen, die aus glatten Kalksteinplatten zusammengefügt waren, festgelegt. Dies war eine Vorstufe zu den uns bekannten Startblöcken und ermöglichte den 20 gleichzeitig startenden Läufern ein kräftiges Abstoßen beim Start.

 

Die Diskuswerfer mußten damals eine Bronzescheibe werfen, die eine ähnliche Form hatte wie der heutige Diskus. Die Wurftechnik unterschied sich von der heutigen ebenfalls nicht viel.

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Anders war damals hingegen das Springen. Es gab nur ein Weit -, kein Hochspringen, und das erfolgte aus dem Stand. Eine Besonderheit waren dabei die Sprunggewichte. Die Athleten hielten in beiden Händen rund 2,5 Kilo schwere Gewichte aus Stein oder Metall, die mit den Armen parallel vorwärtsgeschwungen wurden, um durch die Zentrifugalkraft den Sprung zu verlängern.

 

Anders war damals auch das Speerwerfen: Der Speer war beim Schwerpunkt mit einer Schnur umwickelt, die eine Schlaufe bildete. In diese steckte der Speerwerfer die Spitzen von Zeige- und Mittelfinger, so daß er dem Speer beim Wegschleudern noch zusätzlichen Auftrieb und zugleich einen Drall geben konnte.

 

Der Ringkampf , bei dem derjenige Sieger war, der den anderen zuerst dreimal

zu Boden geworfen hatte, galt nicht als roh oder grob. Die Regeln unterschieden sich im wesentlichen nicht von den heutigen.

 

Beim Faustkampf ging es sehr hart und meistens blutig zuging. Die Hände der Boxer wurden bis über die Gelenke mit Lederstreifen bandagiert, wobei die Fingerspitzen frei blieben. Das ursprünglich weiche Leder wurde später durch harte, scharfkantige Riemen ersetzt. Später in der römischen Zeit wurden

die Lederbandagen sogar mit Metallkuppen versehen. Es durfte mit der offenen Hand geschlagen werden, wobei Kopf und Gesicht meistens das einzige Ziel der Schläge waren. Kein Wunder, daß der Faustkampf von allen schwerathletischen Kampfarten die deutlichsten Verletzungen hinterließ. Es wurde nämlich so lange gekämpft, bis einer der Kämpfer aufgab oder zu Boden ging. Manchmal kam es sogar zu tödlichen Ausgängen.

 

Noch beliebter beim Publikum war natürlich das Pankration, eine Kombination aus Ring- und Faustkampf, bei dem man mit allen Mitteln versuchte den Gegner zu überwältigen. Mit Ausnahme von Beißen, Kratzen und

Griffen nach den Augen des Gegners war alles erlaubt. Gekämpft wurde mit bloßen Händen. Die Kämpfer schlugen, boxten, stießen mit Händen und Füßen, versuchten den anderen zu würgen und ihm Glieder zu

verdrehen oder zu brechen. Auch beim Pankration gab es manchmal Tote z.B. durch Ersticken. Ein berühmtes Beispiel ist der Fall des Arrhichion, der, obwohl er durch eine Beinschere des Gegners gewürgt wurde, nicht aufgeben wollte. Mit letzter Kraft brach er seinem Widersacher die Zehen, so daß dieser vor Schmerz aufgab. So wurde Arrhichion zwar Sieger, blieb aber tot auf dem Boden liegen.

Das Pankration war so beliebt, daß überall in den Gymnasien schon die Jugendlichen mit großer Begeisterung diesen Sport ausübten. Bei den olympischen Spielen war das Knaben-Pankration aber nur einmal, nämlich 628 v. Chr. im Programm.

 

Der wohl beliebteste Wettkampf war natürlich das Wagenrennen. Es wurde neben dem Stadion auf einem großen rechteckigen Platz veranstaltet. Die Rennbahn war fast 400 Meter lang. Beim Wagenrennen, dass erstmals 680 v. Chr. mit Viergespann ins Programm aufgenommen wurde, wurde zwölfmal über die Bahn gerast, und dementsprechend oft mußten in 180- Grad- Kurven die Wendepfeiler umfahren werden, von denen es an jedem Ende nur einen für alle Wagen gab. Unbekannt ist jedoch, wie viele dieser zweirädrigen Wagen, auf denen die Wagenlenker standen, zugleich fuhren. Natürlich waren diese Wagenrennen extrem gefährlich, und ganz ohne Unfälle lief es wahrscheinlich nie ab.

Zum Sieger wurde allerdings nicht etwa der Gespannfahrer sondern der Besitzer der Pferde, der oft gar nicht anwesend war, erklärt.

 

 

Den Abschluß aller Wettkämpfe bildete ab 520 v. Chr. der Waffenlauf. Er wurde nur mit Helm und Beinschienen ausgetragen, ansonsten liefen die Athleten die zwei Stadionlängen völlig nackt.