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Der Barock (1600-1720)oder „Die Kunst der Gegenreformation“


Das Wort kommt aus dem Portugisischem und bedeutet „unregelmäßig, schief“. Auf französisch heißt es, abwertend, „baroque“ und bedeutet „exzentrisch, bizarr“. Die Kunst des Barock umfasste das 17 und 18 Jahrhundert und gliedert sich in Früh-, Hoch- und Spätbarock. Der Frühbarock, hervorgehend aus Renaissance und Manierismus, begann in Deutschland, vor dem 30-Jährigen Krieg und erreichte Ende des 17 Jahrhunderts den Hochbarock, welcher der erste Höhepunkt war. Der zweite Höhepunkt war der Spätbarock, am Ende des 18 Jahrhunderts, welcher sich dann in Rokoko und Klassizismus auflöste. Der Barock wurde erst im 20. Jahrhundert als eigenständige Epoche anerkannt, da er bis dahin aufgrund seiner pompösen Bauten als etwas von der Norm abweichendes, unregelmäßiges und schwülstiges abgetan wurde.


Geschichtlicher Hintergrund:


Nach der Reformation durch Martin Luther im 16. Jahrhundert, spalteten sich die Christen in Protestanten und Katholiken. Während die Protestanten ihre Religion in einfacher und geradliniger Baukunst ausdrückten, repräsentierten die Katholiken im Gegenzug ihre Religion durch pompöse, verzierte Gebäude
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und zahlreiche Prachtbauten. Dies ist ein Grund dafür, dass in barockem Stil errichtete Gebäudemeistens in den katholischen Gebieten Europas manifestierten. Wobei in Deutschlandder Barock nicht so weit verbreitet ist, wie in manchen übrigens Staaten, beispielsweise Italien oder Frankreich, da im 17 Jahrhundert der 30-Jährige Krieg ausbrach und so nicht das nötige Geld für solch kostspielige Bauten vorhanden war. Nach Kriegsende zog man vielfach italienische Baumeister heran, denn der Krieg hatte die Entwicklung der deutschen Kunst so hart unterbrochen, dass es im eigenen Land nicht genügend qualifizierte Künstler gab.


Merkmale des Barock:


Im Gegensatz zum ruhigen Gleichmaß der Hochrenaissance, strebte der Barock vor allem nach dynamischer Wirkung durch Reichtum an plastischen und malerischen Schmuckelementen, beispielsweise mit Blätterranken verzierte Treppengeländer, an Brunnenrändern sitzende, steinerne Nymphen und Gewölbemalereien. Die Verwendungvon viel Blattgold und Stuckmarmors war überaus gängig. Kühne, leidenschaftliche Bewegtheit in der Architektur und gewaltige Ausmaße waren normal für im Zeitalter des Barocks gebaute Kirchen (Sakralbauten), Paläste (Profanbauten) und Gärten.Ein Kennzeichen barocker Fürstenschlösser waren großzügig angelegte, auf das Schloss ausgerichtete Gartenanlagen. Auch die Stadtanlagen und Kirchen waren in einer künstlerischen Einheit mit dem Profanbauwerk durchplant und errichtet worden.


Bekannte Bauwerke und ihre Baumeister:


Sakralbauten:


Zwiefaltenklosterkirche ( Dia 15)erbaut von Johann Michael FischersMerkmale: Zwillingssäulen, Stukkaturen, Vielzahl an Ornamenten.

Grundriss der Frauenkirche, Dresden (Dia 18)erbaut von George BährMerkmale: Quadratbildende Grundform, jedoch mit mehreren Türmen und kreisförmig angeordneten Pfeilern und Säulen.


Profanbauten:


Schloss Nymphenburg ( Dia 9)erbaut von Agustino BarelliMerkmale: feingliedriger Fassadenschmuck, bildhauerische Elemente, künstlerisch gestalteter Schlosspark( Fontänen, Blumenrabatten, beschnittene Hecken und weiße Statuen)


Schloss Sans Souci, Potsdam (Dia 12)erbaut von Georg Wenzeslaus, im Auftrag Friedrich des GroßenMerkmale: Vereinigung der Künste mit der Natur, Wunsch Friedrichs war es, ein einstöckiges Gebäude ohne Sockel zu bekommen, dessen Fenster bis auf den Boden gezogen waren, um in absoluter Nähe zu seinem Garten leben zu können.


Schmuckformen:


Spiegelsaal (+ Ausschnitt), Schloss Nymphenburg: (Dia 10, 11)Merkmale: Barocke Deckenmalerei, Schnitzereien, Stuckaturen,Steinarchitekturen, gut erkennbare Vorliebe des Barocks für Spiegel( um den Raum größer erscheinen zu lassen)


Musikzimmer, Schloss Sans Souci (Dia 17)Merkmale: Vergoldete Ornamente, Blumengehänge, jagende Hunde und Planzen, gestreut über Wand und Deckenfelder, Große Wandspiegel (wiederum zur optischen Vergrößerung des Raumes), künstlerische Krönung durch Gemälde von Antoine Pesne, die sich der Ornamentik des Raumes anpassen.