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Judentum

Das Judentum zählt zu den ältesten Religionen der Welt. Die Juden haben bis heute noch ihren Monotheismus bewahrt. Nun, was ist genau dieser Monotheismus?
Monotheismus bedeutet so viel wie Eingottglaube (aus dem griech. mono=einzig, alleine). Die Israeliten betrieben den Eingottglauben schon ca. 2000 v. Chr. Sie fühlten sich als auserwähltes Volk, welches von Seinem Gott berufen wurde. Der Monotheismus existiert nach orthodoxer Tradition schon seit Beginn der Schöpfung, also seit Adam & Eva.
Der jüdische Monotheismus ist nicht nur eine geistige Doktrin (=Lehre), sondern tägliche Praxis. Gott der Schöpfer und Herr des Universums ist vor allem ER, der einen ewigen Bund mit seinem auserwählten Volk geschlossen und ihm die Tora gegeben hat. Es gab viele Jahrhunderte hindurch mehrere Zerstreuungen (sogenannte Diaspora - sie begann nach der Zerstörung des Tempels, wo Juden in Babylon deponiert wurden), doch
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die Grundlagen blieben immer gleich.

geschichtlich wichtige Daten:

1292 v. Chr. führte Moses die Israeliten aus Ägypten in die Wüste Sinai (Bibel).
Um 945 v. Chr. ist eine neue 22. Dynastie lybischer Herkunft in Ägypten. Salomo stirbt 928. Es gibt eine Teilung des Königreiches in die Teilstaaten Juda und Israel.
Um 444 v. Chr.: Nach dem Wiederaufbau des Tempels und der Wiederherstellung des jüdischen Staates beginnt die jüdische Religion, sich in den Mittelmeergebieten auszubreiten. 63 v. Chr. ziehen römische Truppen unter Pompeius in Jerusalem ein. 40 v. Chr. wird Herodes der Große mit römischer Unterstützung König von Judäa, Palästina wird römische Provinz. Um 30 n. Chr. treten im Umkreis des palästinensischen Judentums die ersten christlichen Einflüsse auf.
67-70 n. Chr.: Der jüdische Krieg und die Zerstörung des Zweiten Tempels
Zu dieser Zeit beherrscht das Imperium Romanum den gesamten Vorderen Orient. Palästina ist Teil der römischen Provinz Syrien - unter Augustus, Vespasian und Titus. In den Gemeinden in der Diaspora treten Meister und Gesetzeslehrer auf, die zwar innerhalb der biblischen und talmudischen Orthodoxie stehen, aber bisweilen das Gesetz gegen dessen Forderungen interpretieren, indem sie Schulen gründen und ihre Schriften weiterverbreiten.
Als Folge der frühchristlichen Verkündigung entstand in Palästina das Judenchristentum. 70 n. Chr. zerstört Titus Jerusalem.

Zum Judentum selbst:

Es besitzt 13 Grundsätze, welche für die Juden so viel wie für die Christen die 10 Gebote bedeuten. Der Jude muß morgens, mittags und abends beten, wobei das sogenannte Schema Israel (übers.:Höre Israel!) eine Hauptrolle spielt. Da auch Gott bei der Erschaffung der Welt nur 6 Tage arbeitete und am 7. Tag ruhte, hält der Jude den sogenannten Sabbath. Er widmet diesen Tag dem Studium der Tora, besucht den Gottesdienst und geht in die Synagoge. Der Sabbath beginnt am Freitag bei Sonnenuntergang und endet Samstag bei Sonnenuntergang. Auch beim Essen muß der Jude beachten: Ist die Speise koscher oder nicht? Koscher bedeutet so viel wie rein. Das Fleisch von Wiederkäuern mit Ausnahme des Kamels gilt als koscher
Acht Tage nach der Geburt wird ein neugeborener Knabe beschnitten. Seit Abraham gilt dies als Zeichen der Zugehörigkeit zum Volk Israel. Am 1. Sabbath nach seinem 13. Geburtstag wird der jüdische Knabe in der Synagoge aufgerufen, aus der Tora vorzulesen. Nun ist er ein sogenannter Bar Mizwa (= Sohn der Pflicht). Bei der Eheschließung werden ein Ring und ein Ehevertrag übergeben. Während der Mann eine Scheidung unproblematisch vollziehen kann, ist es für eine Frau fast unmöglich.

Michael Lang