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Parapsychologie
Die Esoteriker sagen, die Parapsychologie ist verlogen und feige. Die Ironie des
Schicksals sorgt dafür, daß es jeden sich selbst das Urteil sprechen
läßt: der selbstgewählte Begriff Parapsychologie besagt, daß
man an der Psyche vorbeigeht.Mit Parawissenschaften" sind Vorstellungen
und Gebiete gemeint, die neben der Wissenschaft liegen (von griechisch para =
neben, bei, entgegen, falsch). Dieser Begriff geht nicht so weit wie der Ausdruck
Pseudowissenschaft", der besagt, daß das so Bezeichnete nicht
zur Wissenschaft gezählt werden kann.Parapsychologie befaßt sich mit
Wahrnehmungen, die nicht durch unsere Sinnesorgane vermittelt und als okkult bezeichnet
werden. Sie spielen in der Kulturgeschichte aller Völker eine große
Rolle und wurden seit der Antike auch in Form von Anekdoten überliefert.
Während des Mittelalters beherrschten magische Praktiken den Alltag. Sie
dienten zur Aufklärung von Diebstählen, zur Ergründung der Zukunft
oder zur Heilung von Besessenheit. Die Aufklärung verdrängte das Okkulte
in Jahrmarktbuden, mit der Romantik und ihrer Zuwendung zu den Nachtseiten
des Seelenlebens" entstand der Mesmerismus, der im magnetischen Schlaf"
hellseherische Leistungen erzielen wollte. Als mit den aufkommenden Naturwissenschaften
des 19. Jh. ein Kampf gegen den Okkultismus einsetzte, entglitt das allgemeine
Interesse an diesen Phänomenen in abergläubische Praktiken wie den Spiritismus,
der mit Hilfe von Medien mit verstorbenen die Verbindung herzustellen vorgab.Die
erste wissenschaftliche Untersuchung der Parapsych. wurde 1876 mit der Gründungder
Society for Psychical Research" in London eingeleitet, als das von
Amerika auf Europa übergriffene Tischrücken und die Geisterbeschwörungen
sich zur Epidemie auszuweiten drohten. In den Niederlanden entstand um die Jahrhundertwende
das erste Institut für Psychologie. In Deutschland setzten sich Wissenschaftler
für die Erforschung des Okkultismus ein, schufen Methodenlehren und verlangten
die akademische Eingliederung. Heute gibt es unterschiedliche Lehrstühle
für Parapsychologie mit unterschiedlicher Aufgabenstellung, außerdem
parapsychologische Gesellschaften in allen Kulturländern, die sich auch mit
Praktiken zur Erforschung des Schicksals wie der Astrologie und der Handlesekunst
(Chiromantie) beschäftigen.Die wissenschaftlichen Institutionen gliedern
in ihrer Forschungsarbeit das parapasychologische Material in zwei Hauptgruppen,
die außersinnliche Wahrnehmungen (ASW) und Psychokinesen (PK).Die Gruppe
ASW beschäftigt sich mit Telepathie, Hellsehen und mit der schau in die Zukunft
(Präkognition). Telepathie umfaßt die direkte Übertragung seelischer
Vorgänge wie Gedanken, Gefühle und Empfindungen auf einen anderen Menschen
außerhalb der uns bekannten Sinnesorgane. Hellsehen ist die außersinnliche
Wahrnehmung eines niemanden bekannten Sachverhaltes. Präkognition bedeutet
Wahrnehmung eines noch in in der Zukunft liegenden Ereignisses, das auf normalen
Wege nicht erfaßt werden könnte. Dieser ganze Bereich hat mit Wahrträumen,
mit Aussagen über Gegenwart und Zukunft, Ahnungen, Visionen und dem zweiten
Gesicht zu tun.Die Gruppe der PK-Erlebnisse betrifft dem von einem Menschen ausgehenden
direkten Einfluß auf Gegenstände ohne Beteiligung irgendeiner bekannten
physikalischen Energie oder mechanischer Vorrichtungen. In der Praxis handelt
es sich um Klopfgeräusche, Spuk-, Geistererscheinungen, Bewegungen von Gegenständen,
die entgegen der Schwerkraft durch die Luft fliegen, um den Transport von Gegenständen
aus verschlossenen Räumen, Steinregen usw.Die heutige Forschung sammelt über
außergewöhnliche Erlebnisse berichte aus allen Schichten der Bevölkerung.
Sie prüft die Beweiskraft dieser spontanen Phänomene am Grad der Glaubwürdigkeit
der Zeugenaussagen und durch einen Vergleich mit gesichertem dokumentarischem
Material. Kenntnisse der allgemeinen Psychologie, der Tiefenpsychologie, Medizin,
Anthropologie und Religion liefern die methodische Grundlage und erleichtern das
Ausscheiden der mit jeder Analyse gegebenen zahlreichen Fehlerquellen.Im quantitativ-statistischen
Laboratoriumsexperiment konnten die überlieferten Berichte über ASW
und PK diskussionsfähig gemacht werden. Es gelang experimentell Telepathie-,
Hellseh-, und Präkognitionssituationen zu schaffen und nachzuweisen, daß
diese Phänomene nicht von physikalischen, sondern von psychischen Faktoren
abhängig sind. Sie können nicht willkürlich gelenkt werden. man
hält heute hellsehen, Telepathie und Präkognition für erwiesen.Die
forschende Parapsychologie konnte bis heute keine befriedigende Erklärung
ihres Gegenstandes geben, doch ist das auch nicht erforderlich. Außersinnliche
Wahrnehmungen sind nicht nach Belieben wiederholbar. Sie können als Funktionen
des Unterbewußten nicht willkürlich gesteuert werden. Sie nehmen im
Raum-Zeit-Kontinuum eine Sonderstellung ein. Man kann sie nicht in ein mechanisches
Weltbild einfügen. Ihre physikalische Unerklärbarkeit ist kein ausreichender
Grund, sie zu bezweifeln.
Ein Beweis für Telepathie?Man kann auf einfache Weise versuchen, hellzusehen",
indem man sein Gegenüber eine zweistellige Zahl ausdenken läßt,
die zwischen 0 und 50 liegt und deren beide Ziffern ungerade sind. Sagt man
dann, daß er 37 oder 35 gewählt hat, so hat man eine Trefferchance
von etwa 56%.Mit einer solchen Gedankenübertragung" kann man
unkritische Mitmenschen tief beeindrucken.
Gibt es PSI-Phänomene?Wenn es Paraphänomene wie etwa Präkognition
oder Telepathie gibt, dann muß es auch gelingen, sie objektiv nachzuweisen.
Dies haben geduldige Wissenschaftler in Zusammenarbeit mit z.B. Hellsehern oft
genug versucht, mit negativem Ergebnis.
Paramedizin und andere WissenschaftenZweifel sind nach dem heutigen Stand des
Wissens an vielen medizinischen Außenseitermethoden angebracht, so z.B.
an weiten Bereichen der Homöopathie. Nicht selten wird dort mit derart
extremen Verdünnungen gearbeitet, daß in dem Medikament kein einziges
Molekül des Wirkstoffes mehr vorhanden ist.
Akupunktur wirkt in der Tat sehr schmerzlindernd, vermutlich aber nicht durch
die Erregung genau definierter Meridianpunkte, die angeblich spezifischen Organsystemen
zugeordnet werden. Der Therapeut kann die Nadeln auch in ganz andere falsche
Meridianpunkte stecken, solange er nur selbstbewußt genug tut, wirken
sie auch dort.
Geistheiler, die durch die geschlossene Bauchdecke hindurch operieren",
können in einigen Fällen zu vorübergehenden Besserungen beitragen,
indem sie suggestiv Selbstgesundungsmechanismen einschließlich Immunsystem
aktivieren.Der Erfolg parapsychologischer Seancen beruht auf Autosuggestion
der Teilnehmer und auf Fälschungen, die das leitende Medium"
vornimmt-häufig ohne dies selbst zu merken. man spricht hier von psychomotorischen
Automatismen. Hinzu kommt der autokinetische Effekt": Ruhende Lichter
führen in dunkler Umgebung scheinbar Bewegungen aus, mag der Beobachter
auch noch so kritisch sein.
Hypnose ist zweifellos ein echtes und oft hilfreiches Phänomen, aber unter
ihrem Einfluß haben wir irreale Erlebnisse, weil uns dann nämlich
die Verrechnungssysteme der rechten, unbewußten Gehirnhälfte kommandieren.
Zu mystischen, bewußseinserweiternden Erlebnissen wie extrakorporalen
Erfahrungen, bei denen sich das Ich weit außerhalb des eigenen Körpers,
ja sogar an ganz anderen Orten fühlt, zu Lichterlebnissen, zu überirdischen
Erscheinungen und anderen Halluzinationen kommt es nach dem Genuß von
Drogen, aber auch von Fasten. ähnlich wirksam sind verschiedenste Medidations-
und Atemtechniken wie Hyperventilation.
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